Verkehrssicherheit

Briefzentrum Freudenberg: Fahrtraining für neue Mitarbeiter

Matthias Paul (links) erklärt Henrik Rau beim Fahrsicherheitstraining, wie groß der Abstand zu den Pylonen ist. Im Alltag kann es auch eng werden.

Matthias Paul (links) erklärt Henrik Rau beim Fahrsicherheitstraining, wie groß der Abstand zu den Pylonen ist. Im Alltag kann es auch eng werden.

Foto: Jana Wehmann

Siegen/Freudenberg.   Neue Mitarbeiter der Deutschen Post werden beim Fahrsicherheitstraining geschult. Ein sicherer Umgang mit dem Transporter ist im Alltag wichtig.

Sie stehen oft unter Zeitdruck, müssen aber trotzdem einen kühlen Kopf bewahren. Postzusteller haben keinen einfachen Job. Denn neben der Auslieferung von Briefen und Paketen, müssen sie ihr Umfeld immer im Blick haben. Sie müssen auf jede Situation vorbereitet sein. Um ihre Brief- und Postzusteller auf den Alltag vorzubereiten, veranstaltet die Deutsche Post DHL Group ein Fahrsicherheitstraining für ihre Mitarbeiter. „Safety First“ lautet das Motto.

Am Montagmorgen verwandelt Matthias Paul, Sachbearbeiter für Transportplanung und Unfälle, das Gelände des Briefzentrums Freudenberg in ein Trainingsgelände. Leuchtende Pylonen und knallgelbe Transporter warten auf die 15 Mitarbeiter. „Wir möchten ihnen ein Gefühl für den Transporter vermitteln“, sagt Paul.

Die Theorie

Doch bevor die Mitarbeiter ihr Können im Slalom beweisen, steht die Theorie auf dem Programm. „Eigentlich ist die Theorie selbstverständlich,

allerdings wollen wir das Wissen unserer Mitarbeiter noch mal auffrischen“, sagt Matthias Paul. Während der Übernahme sei es besonders wichtig, das Fahrzeug zu überprüfen. Gibt es Schäden? Ist das Fahrzeug in einem einwandfreien Zustand? „Anschließend geht es um die richtige Sitz-, Spiegel- und Lenkradeinstellung“, erklärt Paul, „Jeder Autofahrer kennt diese Regelungen, uns geht es um die Prävention.“

Neben grundsätzlichen Vorschriften zur Straßenverkehrsordnung erklärt Paul auch die korrekte Beladung der Fahrzeuge. „Wir brauchen keine Ladungsnetze, da unsere Fahrzeuge mit einem rutschfesten Boden ausgestattet sind“, sagt Paul, „Wenn man die Pakete gut sortiert, dann hält das auch.“ Zudem müssen die Fahrzeuge jederzeit vor dem Wegrollen gesichert werden.

Die Praxis

Jeden Montag veranstaltet die Deutsche Post für ihre Mitarbeiter ein Fahrsicherheitstraining. Diesmal sind neu eingestellte Brief- und

Postzusteller an der Reihe. Henrik Rau hat seinen Führerschein seit 17 Jahren. Trotzdem empfindet er das Training als sehr hilfreich. „Ich arbeite jetzt seit einer Woche bei der Post. Es ist wirklich super, dass wir direkt zu Beginn geschult werden“, sagt Rau. Denn auch wenn er ein erfahrener Pkw-Fahrer ist, müsse er erst lernen, die Größe der T5-Transporter einzuschätzen. „Ich habe wirklich Respekt vor der Größe“, sagt Rau. Kollegin Anna Krause hingegen ist ein erfahrener Profi, sie kennt sich mit Transportern aus. „Man darf einfach keine Angst vor großen Autos haben“, ist ihr Tipp.

Beim Slalomfahren – vorwärts und rückwärts – müssen die Mitarbeiter die Größe und den Wendekreis eines Transporters richtig einschätzen. „Langsam fahren und schnell einlenken, dann klappt es“, sagt Matthias Paul. Anschließend müssen die Teilnehmer in eine enge Hofeinfahrt fahren und wenden. „Damit wollen wir zeigen, dass es sich nicht immer lohnt bis vor die Haustür zu fahren. Da ist der Aufwand und der Zeitverlust zu hoch“, erklärt Paul. „Weniger Meter laufen macht manchmal mehr Sinn.“

Die Probleme

Ein wesentliches Alltagsproblem sei die Routine, so Paul. „Wenn auf einmal an einer Ecke ein Blumenkübel steht, wo vorher keiner war, kann das schon mal Kratzer geben.“

Doch generell unterschätze die Gesellschaft den Beruf: „Viele wissen gar nicht, wie hart der Job ist und was alles dazu gehört“, sagt Karina Reinhardt, die die neuen Mitarbeiter betreut. „Es kommt auch vor, dass unsere Zusteller in engen Straßen nicht durchgelassen werden“, sagt Matthias Paul, „In Zeiten von Paket-Tracking und dem steigenden Zeitdruck wäre ein bisschen mehr Rücksicht von der Bevölkerung schon schön.“

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