Fliegerbombe

Bombe in Siegen: Blindgänger ist erfolgreich entschärft

Peter Asmussen und Uwe Pawlowski vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit dem entschärften Blindgänger.

Peter Asmussen und Uwe Pawlowski vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit dem entschärften Blindgänger.

Foto: René Traut

Siegen.  Nachdem rund 960 Anwohner evakuiert wurden, konnte der Kampfmittelbeseitigungsdienst die amerikanische 250-Kilo-Fliegerbombe entschärfen.

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Am frühen Dienstagabend, 10. September, ist gegen 18 Uhr ein Blindgänger in der Friedrich-Wilhelm-Straße erfolgreich entschärft worden. Mitarbeiter einer dort ansässigen Firma hatten mit einem Bagger am Morgen einen verdächtigen Gegenstand in einer Böschung freigelegt, das hinzugezogene Ordnungsamt schätzte das Objekt ebenfalls als möglichen Sprengkörper ein und alarmierte den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung (KMBD).

Die Experten bestätigten, dass es sich um eine amerikanische 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg handelte, die nach dem Abwurf nicht detoniert war. Der Blindgänger wies eine intakte Zündvorrichtung auf. Um die Entschärfung vorbereiten zu können – Fliegerbomben sind mit einem herausdrehbaren Zünder ausgerüstet – mussten die Behörden in Absprache mit dem Entschärfer allerdings zuerst den Bereich in einem Radius von 250 Metern um den Fundort der Bombe evakuieren.

960 Personen mussten Wohnungen und Häuser verlassen

Innerhalb dieses Radius’ befindet sich unter anderem auch das Seniorenheim Christofferhaus, dessen rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner nach Angaben der Siegener Feuerwehr mit speziellen Fahrzeugen transportiert wurden. Um die alten Menschen nicht zu ängstigen, wurde den Senioren versprochen, „dass es eine Art Ausflug ist – daher gibt es auch Kaffee und Kuchen“, sagte der Siegener Feuerwehrchef und Einsatzleiter Matthias Ebertz.

Insgesamt rund 960 Personen mussten ihre Wohnungen verlassen, für die Evakuierten wurde eine Betreuungs- und Sammelstelle in der Siegerlandhalle eingerichtet, Helfer von Feuerwehr und Hilfsorganisationen kümmerten sich dort um Personen ohne andere Aufenthaltsmöglichkeit.

Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Ordnungsamt sperrten währenddessen den Fundort weiträumig ab, unter anderem Hambergstraße, Friedrich-Wilhelm-Straße, Fludersbach, Am Schwarzen Barth und Auf der Hohenfuhr. Auch die VWS stellten Teile des Linienverkehrs im betroffenen Gebiet ein, gerade im Bereich Fludersbach, Kreisverkehr Schleifmühlchen und Spandauer Straße kam es auch im Individualverkehr zu einigen Behinderungen.

Kinder bleiben in Schulen und Kitas

Mit den Leitungen von Schulen und Kitas wurde verabredet, dass die Kinder nicht nach Hause geschickt wurden, da sie im Zweifel durch den evakuierten Bereich hätten laufen müssen. Bis zum Ende der Maßnahme blieben die Kinder in den jeweiligen Einrichtungen und konnten dann von ihren Eltern abgeholt werden.

Matthias Ebertz lobte den Verlauf der Evakuierung als „professionell und geordnet“. Die Sammelstelle in der Siegerlandhalle wurde „sehr gut angenommen“, die Zusammenarbeit mit den Maltesern und dem Deutschen Roten Kreuz „hat wie immer hervorragend geklappt“, so Ebertz. Bürgermeister Steffen Mues bedankte sich bei allen Einsatzkräften, die einen reibungslosen Ablauf ermöglicht hätten.

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