Brot- und Kartoffeltag

Beienbach: Einsatz für das Klima beim Brot- und Kartoffeltag

Stephan und Karola Küthe, Henner Braach und Oliver Schneider zeigen Einsatz für den Klimaschutz (v.l.).

Stephan und Karola Küthe, Henner Braach und Oliver Schneider zeigen Einsatz für den Klimaschutz (v.l.).

Foto: Sophie Beckmann

Beienbach.  In Beienbach steigt einem wieder ein Duft in die Nase. Der Brot- und Kartoffeltag steht an. Diesmal mit einem Konzept für den Klimaschutz.

Wenn das ganze Dorf anfängt zu backen, ist es wieder soweit: Beienbach feiert Brot- und Kartoffeltag. Und zwar am Samstag, 21. September, in der Dorfmitte. Mittlerweile findet das Fest zum 17. Mal statt. In diesem Jahr gibt es allerdings einige Neuerungen – und auch die traditionsreiche Mühle ist wieder in Betrieb.

Die Anfänge

Ursprünglich wurde der Brot- und Kartoffeltag von der Gefriergemeinschaft Beienbach ins Leben gerufen, um Geld für Umbaumaßnahmen am Kühlhaus zu sammeln. Das hat sich mit den Jahren allerdings geändert: „Wir gucken, wo das Geld im Dorf gebraucht wird und dort geht es dann hin“, erklärt Stephan Küthe. Er ist Vereinsvorsitzender der Beienbacher Gefriergemeinschaft.

Der neue Fokus

Die Beienbacher möchten etwas zum Thema Klimaschutz beitragen. „Wir haben gemerkt, dass das Umweltthema für Besucher der Feste immer wichtiger wird“, sagt Küthe weiter. Deshalb wollen sie in diesem Jahr verstärkt auf Umweltschutz achten. „Jeder soll am besten sein eigenes Geschirr und Besteck von zu Hause mitbringen. So möchten wir Plastikmüll vermeiden“, erklärt Karola Küthe. Natürlich gebe es auch Alternativen für die Menschen, die nicht ihr eigenes Geschirr mitbringen: Jeder Besucher kann Besteck aus Metall für einen Euro kaufen und das dann behalten. Teller und Schalen sind aus Papier und kostenfrei. Und wie sieht das mit Getränken aus? Es gibt Becherpfand.

Oliver Schneider, der Müller der dorfeigenen Mühle, rechnet mit Gegenwind: „Das wird bestimmt ein paar Menschen stören, aber das Thema ist uns enorm wichtig.“ Karola Küthe betont: „Ich bitte wirklich darum, dass viele Besucher mit ihrem eigenen Geschirr und Besteck kommen.“ Die Dorfbewohner möchten sich für die Umwelt einsetzen und versuchen mit ersten, wenn auch kleinen Schritten dem Klimawandel entgegenzuwirken. https://www.waz.de/staedte/siegerland/buendnis-will-klimanotstand-fuer-siegen-und-umgebung-ausrufen-id226714987.htmlbündnis will klimanotstand für siegen und umgebung ausrufen

Die Mühle

Nicht nur das letzte gemeinschaftlich betriebene Kühlhaus ist etwas, worauf die Beienbacher stolz sind. In der Dorfmitte, an der Ecke zur Ringstraße, steht die alte Mühle. Sie existiert seit mehr als 100 Jahren. Bereits 1914 wurde sie gebaut. In den vergangenen drei Jahren gab es allerdings Probleme: Aufgrund von Reparaturmaßnahmen konnte die Mühle nicht betrieben werden. Doch pünktlich zum Brot- und Kartoffeltag wird die Traditionsmühle wieder laufen – und für selbstgemahlenes Roggenmehl sorgen, woraus die Beienbacher dann Brot backen. Besucher können die Mühle am Festtag auch von innen besichtigen, sagen die Veranstalter.

Die Zukunftspläne

Das Geld, das durch den Verkauf des Bestecks gesammelt wird, möchten die Beienbacher gern spenden. Der Empfänger steht aber noch nicht fest. Außerdem hoffen sie, dass sich ihr Einsatz gegen Plastikmüll auszahlen wird und sie auf viel positive Resonanz stoßen, um zukünftig ausschließlich Feste zu veranstalten, die klimafreundlich sind.

Als nächstes Event steht im November das Plätzchenbacken an. „Das ganze Dorf backt mit“, erklärt Karola Küthe. Es finden jährlich mehrere Veranstaltungen in dem kleinen Dorf statt. Immer in der Dorfmitte, „dem Mittelpunkt des Lebens“, wie die Familie Küthe ihn nennt. Es ist viel Aufwand, der sich aber lohnt, betont Stephan Küthe. „Wir machen das, um die Tradition weiterleben zu lassen“. In Zukunft dann vor allem auch umweltbewusst.

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