Baustelle

B 508 in Allenbach: Aufwändige Baustelle mit Bach und Gräben

Der Hammergraben in Allenbach ist verfüllt. Dort gewinnt der Landesbetrieb Straßenbau Platz für einen abgetrennten Radweg.

Der Hammergraben in Allenbach ist verfüllt. Dort gewinnt der Landesbetrieb Straßenbau Platz für einen abgetrennten Radweg.

Foto: Steffen Schwab

Allenbach.  Beim Ausbau der B 508 wird sogar der verrohrte Allenbach für ein paar Tage sichtbar. Staus wird es wohl noch auf Jahre geben.

Tief ins Erdreich arbeitet sich der Bagger vor. Am ehemaligen Hammerwerk wird Platz für die B 508 geschaffen – mit dem einfachen Anfügen eines Fahrbahnstreifens ist es da aber nicht getan. Es geht um Gräben und einen Bach.

Der Ausbau in Allenbach

Den Allenbach hat schon lange niemand mehr gesehen. Er kommt von der Straße In der Allenbach und wird von dort aus in einem Rohr unter der B 508 hindurch zur Mündung in den Ferndorfbach geführt. Für die Erneuerung eines Schachtbauwerks, das zu dem Allenbach-Rohr herunterführt, wird das Gewässer in den ehemaligen Untergraben des Hammerwerks umgeleitet. „Für kurze Zeit“, sagt Monika Wigger, Projektleiterin beim Landesbetrieb Straßenbau, werde der Allenbach dann einmal sichtbar sein, „maximal für eine Woche“.

Die Ausbaustrecke beginnt am neuen Allenbacher Kreisel und endet – in Fahrtrichtung Kreuztal – kurz hinter der Kreuzung Siegener Straße/Alte Landstraße. In Richtung Kreuztal wird der bereits in Hilchenbach beginnende Geh- und Radweg fortgesetzt, in Richtung Hilchenbach wird auf dem ehemaligen Hammergraben ein Radweg neu angelegt. 1,9 Millionen Euro hatte der Landesbetrieb zu Beginn der Arbeiten dafür eingeplant. Ende November, Anfang Dezember soll alles fertig sein. „Das ist nach wie vor unser Plan“, sagt Monika Wigger. Weil Platz genug ist, wird der Verkehr über zwei Fahrspuren an der Baustelle vorbeigeleitet – hier halten sich die Behinderungen in Grenzen

2015 hat das Hammerwerk seinen Betrieb eingestellt. Inzwischen sind Gebäude und das angrenzende Gelände, immerhin um die 2,5 Hektar Gewerbegebiet, in den Flächenpool NRW aufgenommen worden, um das Areal nach einer Altlastensanierung neu verwenden zu können. Zum Hammerwerk gehörte der Wassergraben entlang der Bundesstraße, der bereits vor zwei Jahren zugeschüttet wurde – nicht ganz wirkungsvoll, wie Monika Wigger berichtet: Es ist immer noch Wasser da, das nun neu gesammelt und über das erneuerte Schachtbauwerk dem Allenbach zugeleitet wird.

Das Gesamtprojekt

Die Baustelle ist Teil der Kompletterneuerung der B 508 zwischen Kreuztal und Hilchenbach, bei dem die noch vorhandenen Mehrzweckstreifen entfernt und durch Radwege oder Rad- und Gehwege ersetzt werden – die Strecke ist eine der am intensivst genutzten Fahrradverbindungen im Kreisgebiet. Bei der Umsetzung des bereit schon seit fast zehn Jahren geplanten Vorhabens sitzt dem Landesbetrieb Straßenbau mittlerweile die Zeit im Nacken: Die Baustellen sollen abgewickelt sein, bevor die Kreuztaler Südumgehung fertig ist – denn dann wird zusätzlicher Verkehr erwartet, der ab und bis zum Anschluss der neuen Querspange zur HTS durchs Ferndorftal strömt.

Noch hat das Oberverwaltungsgericht nicht über die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss entscheiden. Verhindert wird der Bau durch ein Urteil aber wohl nicht mehr: Der Landesbetrieb darf bereits Erdmassen für den Fahrbahndamm anschütten, der bei Ferndorf angelegt wird, um die Südumgehung darüber und über zwei Brücken hinauf auf den künftigen Einschnitt zwischen Mühlenkopf und Kilgeshahn zu bringen.

Aktuell gebaut wird in Ferndorf. Weil dort derzeit nur eine Fahrspur zur Verfügung steht und Ampeln für Wartezeiten sorgen, wird der überörtliche Verkehr bereits ab Siegen und Hilchenbach großräumig umgeleitet. Für einen weiteren Bauabschnitt wird dann ein Einbahn-Ringverkehr eingerichtet und der Verkehr in Richtung Hilchenbach durch die Austraße geleitet. Mitte 2020, so der Plan, ist der Ausbau in Ferndorf dann fertig – mit gut einem Jahr Verspätung, nachdem sich 2018 keine Baufirma fand, die den Auftrag zu dem vom Landesbetrieb eingeplanten Preis übernehmen wollte. 2,5 Millionen Euro werden dort nun ausgegeben.

Als nächster Abschnitt an der Reihe ist die freie Strecke zwischen Dahlbruch und Kredenbach, die Planung dafür wurde bereits vor einem Jahr im Kreuztaler Infrastrukturausschuss vorgestellt.

Dann fehlen noch die Ortsdurchfahrt Kredenbach sowie die freien Strecken zwischen Ferndorf und Kredenbac h sowie zwischen Dahlbruch und Allenbach.

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