Medizin

Auszeichnung für die Kardiologie des Jung-Stilling

Über die Auszeichnung freuen sich Prof. Dr. Dursun Gündüz, Dr. Johannes Rixe , Dr. Damir Erkapic (vorne von links)  und das gesamte Team.

Über die Auszeichnung freuen sich Prof. Dr. Dursun Gündüz, Dr. Johannes Rixe , Dr. Damir Erkapic (vorne von links)  und das gesamte Team.

Foto: Diakonie

Siegen.   Die Kardiologie des Diakonie Klinikums ist in Siegen-Wittgenstein das einzige „Zentrum für perkutane Mitralklappenrekonstruktion“.

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Als einzige Einrichtung im Kreis Siegen-Wittgenstein wurde die Sektion Kardiologie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling nun als „Zentrum für perkutane Mitralklappenrekonstruktion“ ausgezeichnet. Vom „MitraClip“-Verfahren profitieren Patienten, deren Mitralklappe undicht ist.

Unregelmäßiger Herzschlag, Luftnot oder übermäßige Wassereinlagerungen: Diese Symptome treten auf, wenn die so genannte Mitralklappe – sie befindet sich zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer – nicht mehr richtig arbeitet. Ist sie undicht, hilft oft nur eine aufwendige Operation. „Für diesen Eingriff sind viele Patienten allerdings oftmals schon zu schwach“, sagt Prof. Dr. Dursun Gündüz, Sektionsleiter der Kardiologie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling.

140 Zentren in Deutschland

Eine Alternative bietet der „MitraClip“. Minimalinvasiv kann mit seiner Hilfe die Schlussfähigkeit der Klappe wieder hergestellt werden. 140 Zentren, die das Verfahren anbieten, gibt es in Deutschland. Seit knapp einem Jahr gehört auch das Diakonie Klinikum Jung-Stilling als einzige Einrichtung im Kreis Siegen-Wittgenstein dazu. „Das MitraClip-Zulassungsverfahren ist eines der kompliziertesten in der Kardiologie“, sagt Dr. Gündüz. Die Hürden, um vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen sowie vom Hersteller des Clips, der Firma Abbott Vascular, als Therapiezentrum zugelassen zu werden, sind sehr hoch. Anwärter müssen normalerweise eine zweijährige „Probezeit“ absolvieren, in der sie – als „Zuweiser“ – Patienten, für die sich das „MitraClip“-Verfahren eignet, an bereits zertifizierte Einrichtungen überweisen. Nicht so die Siegener Kardiologen. Seit Februar 2018 wird das Verfahren hier bereits praktiziert. Nun ist nach ungewöhnlich kurzer Zeit auch die offizielle Zertifizierung durch Abbott Vascular erfolgt.

Möglich macht dies eine spezielle Experten-Unterstützung. „Zu unserem Team gehört Oberarzt Dr. Johannes Rixe. Als ehemaliger Programmleiter des MitraClip-Verfahrens in der Kardiologie der Universitätsklinik in Gießen bringt er große Erfahrung mit“,sagt Dr. Gündüz. Das Knowhow macht sich bemerkbar: „Kliniken, die mit der Implantation des MitraClips starten, führen im ersten Jahr durchschnittlich 15 bis 20 Prozeduren durch. Bei uns waren es im Dezember 2018 schon 40 Patienten“, schlüsselt der Sektionsleiter auf.

Beim MitraClip-Verfahren, das außer Dr. Gündüz und Dr. Rixe auch Privatdozent Dr. Damir Erkapic am Jung-Stilling-Klinikum durchführt, wird ein Katheter durch die Leiste in die zum Herzen führende Vene eingeführt. „Eine Öffnung des Brustkorbs ist nicht mehr nötig“, erklärt Prof. Dr. Gündüz. Seit 2008 wird das Verfahren in Deutschland angewandt „und große Studien konnten zeigen, dass der MitraClip eine echte Alternative für schwerkranke Patienten ist, denen Medikamente nicht mehr helfen“, so Gündüz.

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