Telefonbetrug

Auf Betrüger hereingefallen: Senior bringt Gold zur Wache

Durch einen glücklichen Zufall brachte ein 78-Jähriger Wertgegenstände zur echten Polizei, die Geld oder Schmuck natürlich nicht annimmt.

Durch einen glücklichen Zufall brachte ein 78-Jähriger Wertgegenstände zur echten Polizei, die Geld oder Schmuck natürlich nicht annimmt.

Foto: Irmine Skelnik

Weidenau.   Gehäuft Anrufe falscher Beamter: Zwei Weidenauer glauben den Verbrechern. Einer landet durch Glück bei echter Polizei, einer ist sein Gold los.

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In den vergangenen Tagen häufen sich die Anrufe von betrügerischen falschen Polizisten bei meist älteren Bürgern, teilt die Kreispolizeibehörde mit: Ein falscher Polizist, oft in Verbindung mit einem falschen Staatsanwalt, ruft an, angeblich sei man einer Einbrecherbande auf der Spur. Man hätte erfahren, dass der Angerufene das nächste Opfer sein werde. Um diesen nun vor finanziellem Schaden zu schützen, würde die Polizei die Wertgegenstände und das Bargeld sicher an einem abgesprochenen Ort in Empfang nehmen.

Stundenlang am Telefon gehalten

Am Dienstagnachmittag rief ein Betrüger einen 83-jährigen Weidenauer an: Angeblich seien Tresore in der Sparkasse aufgebrochen worden, seiner sei der nächste, er müsse den Inhalt unbedingt einem Polizisten übergeben. Ein Sparkassenangestellter sei ein Komplize der Bande, das Geldinstitut dürfe auf keinen Fall davon erfahren. Um die Behauptung zu untermauern, wurde ein vermeintlicher Staatsanwalt eingeschaltet.

In den folgenden 24 Stunden wurde der 83-Jährige permanent am Telefon gehalten, der so keine Möglichkeit hatte, die Geschichte zu hinterfragen. Schließlich ging er am Mittwochnachmittag zur Sparkasse, räumte seinen Tresor aus und übergab Goldmünzen, nur wenige Meter vom Geldinstitut entfernt, dem falschen Polizisten.

Die echten Beamten staunen nicht schlecht

Mit der gleichen Geschichte rief am Donnerstagnachmittag wieder ein falscher Polizist bei einem 78-Jährigen Weidenauer an. Über Stunden wurde auch dieser Mann am Telefon bearbeitet, so dass er letztlich zur Volksbank fuhr, Wertgegenstände und Goldmünzen aus dem Schließfach holte. Via Handy wurde der Senior dazu gebracht, über Nebenstraßen zum Treffpunkt zu fahren, um die Sachen zu übergeben.

Weil die Betrüger ihn falsch durch eine Einbahnstraße lotsen wollten, was der 78-Jährige verweigerte, scheiterte die Übergabe. Der Mann fuhr zur nahen Polizeiwache in Weidenau und wollte die Goldmünzen dort übergeben. Die Beamten staunten nicht schlecht, als gegen 21.15 Uhr der Mann die Wache betrat und fast 90 Goldmünzen auf den Tresen legte um sie sicher abzugeben.

Präventionshinweise der Kreispolizeibehörde

Falls Sie in Ihrem Telefondisplay die Rufnummer der Polizei 110, womöglich mit einer Vorwahl, sehen sollten – dann handelt es sich nicht um einen Anruf der Polizei. Ruft die echte Polizei an, erscheint die 110 nicht im Display. Legen Sie sofort auf.

Gibt sich der Anrufer als Polizeibeamter aus, lassen Sie sich den Namen nennen und wählen Sie selbst die 110. Schildern Sie den Sachverhalt.

Die Polizei erfragt telefonisch keine Bankdaten oder Inhalte von Schließfächern. Geben Sie unbekannten Personen keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder andere sensible Daten.

Öffnen Sie unbekannten Personen niemals die Tür oder ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu. Übergeben Sie unbekannten Personen niemals Geld oder Wertsachen. Wenn Sie Opfer eines solchen Anrufes geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

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