Europawahl

Auch die Siegener Uni ruft zu starker Wahlbeteiligung auf

Auf Plakaten wird die Auseinandersetzung erbittert geführt.

Auf Plakaten wird die Auseinandersetzung erbittert geführt.

Foto: Jana Wehmann

Siegen-Wittgenstein.   Grüne und Linke hatten im Wahlkampf auch ihre Spitzenkandidaten im Siegerland. Vor fünf Jahren hatte die CDU nur 650 Stimmen Vorsprung.

211.383 Wahlberechtigte sind im Kreisgebiet in die Wählerverzeichnisse zur Europawahl am Sonntag eingetragen: Wählerinnen und Wähler mit deutschem Pass sowie EU-Ausländer, die entscheiden können, ob sie im Herkunftsland ihre Stimme abgeben oder in Deutschland eine deutsche Partei wählen. 14.356 junge Menschen dürfen als Erstwähler erstmals mit abstimmen.

Aufrufe

53,5 Prozent der Wahlberechtigten haben 2014 in Siegen-Wittgenstein von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Einen Appell haben in den letzten Tagen Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Landrat an die Bürger gerichtet. Für eine starke Wahlbeteiligung wirbt auch die Uni. „Europa ist kein Selbstläufer – wer von Austausch und Offenheit profitiert und das auch weiterhin möchte, muss aktiv dafür eintreten“, schreibt der AStA. „Sie haben es in der Hand, dass das Europaparlament auch in Zukunft für Frieden und Freiheit – auch der Wissenschaft – eintreten und populistische, undemokratische Strömungen bekämpfen kann“, heißt es in dem Aufruf von Rektor Prof. Dr. Holger Burckhart.

Wahlkampf

Einen Schlusspunkt zum Wahlkampf der Parteien setzte in dieser Woche für die CDU Gesundheitsminister Jens Spahn mit einem Besuch in Siegen. Europa-Abgeordneter Peter Liese aus Brilon hatte auch Daniel Günther, den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten, für einen Besuch in Netphen gewonnen. Die SPD hatte ihren Partei-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel zu Gast.

Der Netphener Steffen Löhr, Ersatzmann für die Bochumer Abgeordnete Birgit Sippel, diskutierte mit ihm über Digitalisierung. Die Grünen hatten ihren Spitzenkandidaten Sven Giegold in Freudenberg zu Gast. Guido Müller, FDP-Kandidat in Siegen, gestaltete sein Heimspiel in Siegen mit einem „Heimatabend“ und dem aus Eiserfeld stammenden NSU-Nebenkläger Mehmet Daimagüler. Özlem Alev Demirel, Spitzenkandidatin der Linken, war Rednerin beim Roten 1. Mai in Siegen. Die AfD hatte in dieser Woche einen „Bürgertreff“ mit den Kandidaten Verena Wester („Sozialmissbrauch und Viel- und Kinderehen verbieten“) und Martin Schiller („Der Großkonzern kassiert – der Mittelstand verliert“).

Ausgangspositionen

Bei der Europawahl am 25. Mai 2014, die zeitgleich mit der Kommunalwahl stattfand, wurde die CDU in Siegen-Wittgenstein mit 36,12 Prozent der Stimmen stärkste Partei — mit 650 Stimmen Vorsprung vor der SPD, die auf 35,55 Prozent kam. Die Grünen schnitten mit 7,31 Prozent als drittstärkste Kraft ab, gefolgt von der AfD (6,32 Prozent). Linken (4,54 Prozent) und FDP (3,56 Prozent). Bei den folgenden Wahlen setzte bei der SPD eine Talfahrt ein: 32,76 Prozent bei der Landtagswahl im Mai 2017, 26.44 Prozent bei der Bundestagswahl im September 2017. Die CDU hielt sich, die FDP wurde zweistellig. Die Grünen rutschten auf 5,5 Prozent ab, die Linken verbesserten sich auf 7,8, die AfD auf 10,7 Prozent.

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