Theater

Apollo-Theater Siegen mit neuer Spielzeit „for Future“

Die Tanz- und Musikperformance „The Beginning of Nature“ des Australian Dance Theatre: Zu sehen am 13. Mai.

Die Tanz- und Musikperformance „The Beginning of Nature“ des Australian Dance Theatre: Zu sehen am 13. Mai.

Foto: Chris Herzfeld/Camlight Productions

Siegen.  Die Spielzeit 2019/20 in Siegens Theater vereint Unterhaltsames und Unbequemes, Politisches und Prickelndes, Kritisches und Komisches.

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Dass Siegens erste Fridays for Future-Demonstration auf dem Scheinerplatz vor dem Apollo-Theater stattfand, habe ihn sehr gefreut, sagt Intendant Magnus Reitschuster. Das Spielzeitprogramm 2019/20, das am Mittwoch im Theater vorgestellt wurde, hat zu den Klimaprotesten der jungen Menschen einen Bezug. „For Future“ ist es überschrieben. Und es „ist mehr als nur ein Motto“, betont Reitschuster.

„Wie politisch darf, wie politisch muss ein Theater sein in diesen Zeiten der Klimakrise, der populistischen Bedrohung des Gemeinwesens und der weltweiten Migrationsbewegungen?“, fragt der Intendant. Eine rhetorische Frage angesichts der Beiträge zum gesellschaftlichen und politischen Diskurs, die das Siegener Theater und sein Chef seit den Anfängen leisten.

Doch er betont auch die Notwendigkeit zum Spagat, zur „künstlerischen Quadratur des Kreises“: Die Balance zwischen „Haltung und Unterhaltung, Profil und Breitenwirkung“ – und natürlich zwischen Genuss und Erlebnis einerseits und geistiger Befruchtung und Inspiration andererseits. Das alles für mehr als ein einziges Publikum, sondern für diverse „Publikümer“, wie Reitschuster sagt. Ein Vorgeschmack:

Schauspiel und Musiktheater

„Ich atme gerne Sauerstoff“ ist am 18. Oktober eine der Uraufführungen des neuen Spielplans: Jugendtheater von Werner Hahn, Leiter der Sparte „Junges Apollo“ (JAp), auf Basis der Ergebnisse des dritten Apollo-Sommercamps in den Ferien.

Matthias Brand und Jens Thomas widmen sich in einer Wort-Musik-Collage am 23. November der „Krankenakte Robert Schumann“; nach dem Roman „Schumanns Schatten“ von Peter Härtling.

„Das Dschungelbuch“ als Musical, verfasst von Magnus Reitschuster nach Rudyard Kipling, wird das Weihnachtsstück für Kinder. Wie es Mogli dann als Erwachsenem ergeht, ist Thema der Dschungel-Trilogie (erneut: Reitschuster nach Kipling), die am 18. Januar Premiere hat – „als ökologische Parabel auf die Bühne gebracht“, wie es im Spielzeitbuch heißt.

Das Deutsche Theater Berlin zeigt am 8. Februar „Let them Eat Money. Welche Zukunft?!“

Das Schauspiel Frankfurt kommt mit „Siddhartha“ von Hermann Hesse.

Fußball

Die Apollo-Köpfe haben gemeinsam ein Stück „rund um den Frauenfußball in Siegen“ geschrieben: Werner Hahn die 1., Magnus Reitschuster die 2. Halbzeit. Mit „Fußball. Frauen. Siegen“ gehen die beiden Autoren „in die Historie dieser Stadt und fragen sehr heutig nach der Geschlechtergerechtigkeit in der männlichsten aller Männerdomänen“, verspricht der Intendant.

Musik

„No Brexit im Apollo“ lautet die Maxime am 31. Oktober und 1. November. Bei den „British Proms“ dirigiert der ehemalige Chefdirigent Russell N. Harris die Philharmonie Südwestfalen.

„Weihnachten mit Guildo“ (Horn) und seiner Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ am 27. November: Da feiert man doch gerne fast einen Monat zu früh das Fest der Liebe.

Eine „Gala der Game-Music“ gibt es auch wieder, diesmal am 29. April. Das Format, in dem die Philharmonie Südwestfalen Werke aus der Welt der Videospiele aufführt, scheint ein fester Punkt im Apollo-Programm zu werden. Es ist immerhin das dritte Konzert dieser Art seit dem ersten – gut besuchten – Durchgang im September 2017.

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