Freibadcheck Deuz

Alles auf Grün im Naturerlebnisbad Deuz

Ein kleines Idyll mit ganz viel Natur: Im Deuzer Naturerlebnisbad geht es familiär zu. Saisonkartenbesitzer mit Chips kommen schon ganz früh rein.

Ein kleines Idyll mit ganz viel Natur: Im Deuzer Naturerlebnisbad geht es familiär zu. Saisonkartenbesitzer mit Chips kommen schon ganz früh rein.

Foto: Antonia Jost

Deuz.  Aus einem ganz normalen Freibad wurde ein Deuz ein Naturerlebnisbad: Hier wird das Wasser ganz ohne Chlor gereinigt – und ist trotzdem nicht kalt.

Das erste, was mir bei meinem Besuch des Deuzer Naturfreibads ins Auge springt, ist die Farbe Grün. Die grünen Wiesenflächen, Büsche und Bäume und das natürliche Wasser vermitteln eher den Eindruck, als wäre man an einem See mit einer ungewöhnlichen Form als in einem typischen Freibad.

Auch der bekannte Chlorgeruch fehlt, denn das Naturfreibad zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass das Wasser nicht gechlort wird, sondern in einem vor der Anlage angelegten Teich natürlich gereinigt wird – dementsprechend gibt es beim Tauchen weniger rote Augen und auch der stechende Geruch fehlt. Ein ganz echtes Naturfreibad ist das Bad in Deuz, das ein Trägerverein von der Stadt übernommen hat, übrigens nicht geworden: Die Heizung für das Wasser ist aus alten Freibad-Zeiten erhalten worden.

Felsen statt Sprungbrett

Statt eines Sprungbretts gibt es zwei Felsen, einer ist etwas mehr als einen Meter hoch, der andere ungefähr zweieinhalb. Von den beiden Steinen können die Gäste Salti und „Köpper“ ins Wasser machen – auch der Holzsteg zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich kann fürs Springen genutzt werden. Hier muss man allerdings vorsichtig sein, da der Steg gleichzeitig den Anfang der einzigen durchgängigen Bahn markiert – Schwimmeralarm!

Allerdings bringt die Natürlichkeit auch einiges mit, was weniger hart gesottenen Gäste stören könnte: Wenn der Sprungfelsen viel genutzt wird, wirbeln die Sprünge Algen und andere natürliche Ablagerungen vom Boden auf, die sich in einem Umkreis von mehreren Metern im Wasser verteilen. Daher vor dem Umziehen unbedingt abduschen! Wer sich nach dem Springen erholen möchte, kann die Erhebungen im Wasser links und rechts neben den Felsen für eine kleine Verschnaufpause nutzen.

An Liegeplätzen mangelt es aufgrund der großzügigen Wiesen nicht. Wer mag, kann entweder näher am Wasser oder auch im Schatten etwas weiter weg liegen. Schattenplätze gibt es, durch die umstehenden Bäume, ebenfalls reichlich. Die Toiletten sind sauber, ebenso die Warmduschen. Nur die Umkleidekabinen muss man sich gelegentlich mit diversen acht- oder sechsbeinigen Tierchen teilen.

Für Sportarten außerhalb des Wassers gibt es einen Volleyballplatz sowie Tischtennisplatten vor den Umkleiden. Kleine Kinder können sich neben dem Babybecken (mit Rutsche) auf dem kleinen Spielplatz austoben. Für die etwas Größeren gibt es den Nichtschwimmerbereich im großen Becken, wer schon schwimmen kann, klettert einfach über das Seil, welches den Schwimmer- vom Nichtschwimmerbereich trennt oder springt vom Holzsteg. Das macht den Kindern sichtlich Spaß. Sie tauchen von einer Beckenseite zur anderen oder schubsen sich im Spiel gegenseitig ins Becken. Diejenigen, die hier ihre Bahnen schwimmen, lassen sich nicht stören und warten geduldig, bis wieder Platz ist, oder drehen vor dem Steg um.

Natürlich macht viel Schwimmen auch hungrig, hier hilft der kleine Imbiss neben den Umkleiden. Das Angebot beschränkt sich allerdings auf Pommes und diverse Wurstsorten – für mich als Vegetariern etwas enttäuschend, aber immerhin gibt es auch Eis. Was dafür positiv auffällt: Die Mitarbeiter sind alle durchgehend sehr nett, sowohl an der Kasse als auch am Imbiss. Gleiches gilt für den Bademeister sowie seinen 16-jährigen Helfer Leon Galbas, der seit einer Woche im Freibad arbeitet. „Es ist ein echt cooler Sommerjob“, sagt Leon, der gerade selbst aus dem Wasser gestiegen ist, weil mal nicht so viel los ist, und ergänzt: „Man ist viel an der frischen Luft und kommt kostenlos ins Freibad rein.“

Spaß haben hier auf jeden Fall alle Besucher, nur die Rutsche ins Nichtschwimmerbecken, die früher, zu Chlorzeiten, noch Teil des Freibads war, könnte wieder nachgerüstet werden – dann müssen sich Kinder und Jugendliche nicht mehr im Babybecken austoben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben