Aktives Museum

Aktives Museum Südwestfalen vor Erweiterung

„Im Frühjahr 2016 könnten die Bauarbeiten beginnen“, sagt Museumsleiter Klaus Dietermann.

„Im Frühjahr 2016 könnten die Bauarbeiten beginnen“, sagt Museumsleiter Klaus Dietermann.

Foto: Jens Plaum

Siegen.   Das Aktive Museum am Obergraben soll laut aktuellen Planungen ausgebaut werden. Das Thema wird bald auf der kreispolitischen Agenda auftauchen.

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Das Aktive Museum Südwestfalen will wachsen. Und zwar in die Höhe. Das derzeit leerstehende Obergeschoss des Gebäudekomplexes am Obergraben soll laut aktuellen Planungen ausgebaut werden. 600 000 Euro sind dafür veranschlagt. 420 000 hat laut Informationen der Stadtverwaltung die Bezirksregierung Arnsberg als Förderung zugesagt. Die übrigen 180 000 Euro sollen sich Stadt und Kreis je zur Hälfte teilen.

Wünsche

  • „Wir brauchen dringend einen Seminarraum“, sagt Museumsleiter Klaus Dietermann. Einführende Erläuterungen für Schülergruppen zum Beispiel gibt es derzeit im Stühlchenkreis. In der Ausstellung. Zudem sei – nicht zuletzt von Seiten der Schüler – der Wunsch nach Workshops laut geworden.

  • Weiterer Punkt auf der Liste ist zusätzliche Ausstellungsfläche. Zur Zeit stehen im Erdgeschoss des Bunkers, der an die Stelle der alten, 1938 vernichteten Synagoge gesetzt wurde, 200 Quadratmeter zur Verfügung. Der Ausbau nach den aktuellen Plänen würde das verdoppeln. „Wir hätten endlich angemessenen Raum für Wechselausstellungen“, sagt Klaus Dietermann und schildert das bisherige Vorgehen im einzigen Ausstellungsraum: Dauerausstellung abbauen. Wechselausstellung aufbauen. Wechselausstellung abbauen. Dauerausstellung aufbauen.

  • Die Exponate werden bei den Mitgliedern des Museumsvorstands zu Hause gelagert. Auch das könnte Vergangenheit sein, wenn die politische Gremien ihr Okay geben. Und weitere Lagerfläche geschaffen würde.

  • Die alten Heizungen und Installationen entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Die Toiletten etwa stammen aus dem Jahr des Bunkerbaus – 1940.

Politik

Das Thema taucht zunächst in der Sitzung des Kulturausschusses am Montag, 23. November, auf der kreispolitischen Agenda auf. Am 3. Dezember sind die Kollegen des städtischen Ausschusses an der Reihe. „Dem Aktiven Museum Südwestfalen stehen die notwendigen Mittel zur Umsetzung der Erweiterungsmaßnahme nicht zur Verfügung“, heißt es in der entsprechenden Vorlage des Kreisgremiums. Die sprichwörtliche öffentliche Hand soll einspringen.

Nicht zu Unrecht, wie Klaus Dietermann findet. Denn das Museum ist längst zum Ort außerschulischen Lernens geworden: „Im vergangenen Jahr hatten wir 80 Führungen, die Hälfte davon waren Schulklassen“, betont der pensionierte Lehrer. „In vielen Schulprogrammen ist ein Besuch des Lern- und Gedenkorts am Platz der Synagoge fest verankert“, sekundiert die Projektbeschreibung. Zudem werde der Kontakt zur Universität zusehends enger, insbesondere zu den Medienwissenschaftlern und Historikern.

Der Bunker gehört der Gesellschaft zur Förderung der Altstadt, eine Projektgesellschaft aus den Bauunternehmen Quast, Runkel und Hundhausen, das mit dem Siegerlandfonds der Sparkasse bereits das Stadtkrankenhaus kaufte (wir berichteten). Nutzer der Immobilie soll die Stadt sein, der Museumsverein bleibt Betreiber. Eine 20-jährige Zweckbindungsfrist sichert nicht nur den Fortbestand des Museums im Bunker. Sie ist auch zwingend erforderlich für die Fördermittel. „Im Frühjahr 2016 könnten die Bauarbeiten beginnen“, sagt Klaus Dietermann.

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