Historie

800. Geburtstag: Stadtgeschichte Siegen als Premiumlektüre

Bunt und vielfältig: Die Stadtmauer hat eine lange Geschichte.

Bunt und vielfältig: Die Stadtmauer hat eine lange Geschichte.

Foto: Hendrik Schulz

Siegen.  In drei Bänden soll eine umfassende Stadtgeschichte von Siegen erzählt werden: „Ein Standardwerk, das die Jahrzehnte überdauert“, so der Archivar

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Zum 800-jährigen Bestehen Siegens will das Stadtarchiv 2024 den ersten von drei Bänden einer umfassenden Stadtgeschichte vorlegen. Die Bände 2 und 3 sollen 2026 und 2028 folgen. Ziel ist „ein Standardwerk, das Jahrzehnte überdauert“, betonte Dr. Patrick Sturm, seit 1. April Leiter des Stadtarchivs, nun bei der Vorstellung des Planungsstands im Kulturausschuss.

Bedarf: Moderne Aufarbeitung gibt es noch nicht

Bisher gebe es keine „aktuelle, zusammenhängende Stadtgeschichte“, sagte Patrick Sturm. Material sei reichlich vorhanden, auch und gerade im Stadtarchiv; aber es bestehe Bedarf an einer modernen und interdisziplinären Aufarbeitung.

Räumliche Betrachtung: Der Fokus liegt auf der Kernstadt

Der Fokus wird eindeutig auf der Kernstadt liegen, wie Patrick Sturm unterstreicht. Ortsteile wie etwa Langenholdinghausen würden teilweise bereits über sehr gute Chroniken verfügen.

Außerdem sei es angesichts der langen Historie der Stadtteile auch nicht sinnig, diese im neuen Werk nur zu streifen. Sie in angemessenem Umfang zu berücksichtigen würde hingegen den Rahmen sprengen.

Inhalt und Aufbau: Los geht es mit der Archäologie

Vorgesehen ist eine „Betrachtung der Siegener Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln“, wie dem Konzept zu entnehmen ist. Band 1 „geht mit archäologischen Funden los“, erklärte Patrick Sturm. Er liefere eine Chronologie von den ersten Siedlungsspuren bis in die Gegenwart.

Die Bände 2 und 3 werden einzelne Sachthemen aufgreifen und vertiefen, beispielsweise die Reformation, jüdisches Leben in Siegen, aber auch Frauenfußball, außerdem herausragende Persönlichkeiten wie Peter Paul Rubens.

Zielgruppen und Gestaltung: Von Wissenschaftler bis Bürger

Entstehen soll „ein Nachschlagewerk für alle“, wissenschaftlich fundiert, aber ansprechend und zugänglich gestaltet. Historiker, sonstige Wissenschaftler, Studentinnen und Studenten sollen damit ebenso arbeiten können – und wollen – wie Schülerinnen und Schüler und alle übrigen Bürgerinnen und Bürger.

Entsprechend achten die Initiatoren auf „zielgruppenorientierte Gestaltung“, wie es in den Ausführungen heißt: Mit Bebilderung, Tabellen und Exkursen – und in „verständlicher Sprache“.

Team und Organisation: Auf lokale Geschichte spezialisiert

„Es ist ein Großprojekt, das schon seit einiger Zeit im Hintergrund im Stadtarchiv läuft“, sagt Patrick Sturm. Die Arbeit begann bereits unter seinem Amtsvorgänger Ludwig Burwitz, dieser ist auch weiterhin im Boot und Teil des im Sommer gebildeten Redaktionsteams, dem außerdem Patrick Sturm sowie die auf lokale Geschichte spezialisierten Historiker Dieter Pfau, Dr. Andreas Bingener und Dr. Bernd Plaum angehören.

Für die Beiträge selbst sollen dann „möglichst viele und auch externe Autorinnen und Autoren“ hinzukommen, um auch den Blick von außen in das Werk einzubringen.

Zeitrahmen und Kosten: Erster Band bis 2024

Patrick Sturm geht von rund 360.000 Euro Gesamtkosten aus, allerdings verteilt über neun Jahre. Darin seien Honorare enthalten, Spesen für auswärtige Autoren, Lektorat und Druck, zudem eine Projektstelle im Stadtarchiv während der ersten drei Jahre. Die Kalkulation sei im Oktober im Verwaltungsvorstand vorgestellt worden, die Mittel bewilligt.

Den ersten Band 2024 vorlegen zu wollen, „ist schon sportlich. Das wird Kräfte binden“, räumt der Chef des Stadtarchivs ein. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir Band 1 zum Jubiläumsjahr herausgeben können.“

Verkaufspreis: Für jeden erschwinglich

Auf Grundlage des Vergleichs mit anderen Kommunen, die solche Projekte gestemmt hätten, geht Patrick Sturm von einer Auflage von zunächst 2000 bis 3000 Stück aus. Pro Band sollte der Verkaufspreis im Handel schließlich bei 30 bis 40 Euro liegen: „Es soll für jeden erschwinglich sein.“

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