Brot- und Kartoffeltag

200 Brote backen Beienbacher für den Brot- und Kartoffeltag

Stephan Küthe sorgt mit Schanzen dafür, dass der Ofen heiß wird. Das Brot wird anschließend bei 450 Grad Celsius gebacken.

Stephan Küthe sorgt mit Schanzen dafür, dass der Ofen heiß wird. Das Brot wird anschließend bei 450 Grad Celsius gebacken.

Foto: Sophie Beckmann

Beienbach.  Ganz schön nass und klebrig ist der Teig, mit dem Karola und Stephan Küthe, Oliver Schneider und Reinhard Bender ihre 40 Laibe Brot backen.

Mehr als 200 Brote backen die Beienbacher für den morgigen Brot- und Kartoffeltag. Fünf Familien haben sich als Bäcker zur Verfügung gestellt und standen stundenlang in ihren Häusern, Waschräumen oder Garagen, um die Brotlaibe vorzubereiten. Die Beienbacher haben ihr eigenes Konzept, um die Brote herzustellen. Häufig schließen sich Familien zusammen, um sich die Arbeit zu erleichtern und „nur ein Haus zu verschmutzen“, wie Oliver Schneider sagt. Deshalb haben Stefan und Karola Küthe, Oliver Schneider und Reinhard Bender. beschlossen, zusammen die 40 Laibe Brot zu backen und haben sich dafür bei den Küthes zu Hause getroffen.

Eine klebrige Angelegenheit

Der Teig besteht aus Hefe, Sauerteig, ganzen 45 Kilo Mehl und 30 Litern Wasser. In einem Backtrog, einer großen Holzform, ähnlich einer Wanne, mischen die Beienbacher alles fleißig zusammen. Vor dem Kneten muss der angerührte Teig acht Stunden ziehen. Danach wird erneut Mehl zugemischt und Salz drübergestreut. Und dann geht’s ans Kneten: „Das ist anstrengender, als man denkt“, sagt Oliver Schneider, während Karola Küthe ihm den Schweiß von der Stirn tupft. Er macht das aus gutem Grund nicht selbst: Der Teig bleibt beim Kneten an den Händen kleben – und zwar sehr hartnäckig. Erst mit einer Waschbürste, heißem Wasser und Spülmittel kriegt Oliver Schneider seine Hände wieder sauber.

Selbst gemacht schmeckt es am besten

Auch Reinhard Bender, Freund und Nachbar der Küthes, hat mit vollem Einsatz mitgeknetet. Er betont, dass er gern backt, auch wenn es viel Aufwand ist. „Ich habe dieses Jahr nur ein einziges Brot gekauft“, sagt er stolz. Denn er backt regelmäßig Brot und das selbst gemachte schmeckt ihm am besten, erklärt er. Alle drei erklären aber auch, dass man das Brotbacken für das Fest nicht mit dem privaten Backen vergleichen kann. „Das ist natürlich viel mehr Arbeit, aber wir helfen uns gegenseitig“, sagt Oliver Schneider während er seine Hände im Teig stecken hat. „Außerdem lohnt sich die Mühe – wenn das Brot nämlich frisch aus dem Ofen kommt, dann könnte ich mich da reinlegen“, sagt er weiter und lacht. Nachdem der Teig mit viel Anstrengung ungefähr eine halbe Stunde durchgeknetet wurde, geht es ans

Formen. Dafür werden Holzplatten ausgelegt und mit Mehl bestreut. „Also Karola kann das am besten, meine Brote nehmen irgendwie keine richtige Brotform an“, erzählt Schneider. Aber auch seine geformten Laibe sehen mit ein bisschen Hilfe von Karola Küthe wie Brote aus. 40 Laibe haben sie geformt und auf die Holzplatten gelegt. „Die fünf Platten versuchen wir jetzt in mein Auto zu bringen, möglichst ohne, dass ein Laib runterfällt“, erklärt Reinhard Bender.

Backen bei fast 500 Grad

Währenddessen begibt sich Stefan Küthe in das Backhaus in der Dorfmitte. Schon von Weitem steigt der Geruch in die Nase: Wie bei einem Lagerfeuer. Denn Stefan Küthe macht den Ofen heiß. Bei 450 Grad Celsius wird das Brot im Anschluss gebacken, und der Ofen im Backhaus muss vorab erhitzt werden. Also erzeugt er mithilfe von Schanzen Glut. Wenn der Ofen dank der großen, dicken Bündel aus Ästen und Stöcken die gewünschte Temperatur erreicht hat, entfernt er die Glut und macht den Ofen sauber, um die Brotlaibe hineinzulegen. „Mit dieser Art des Backens wird komplett CO2-freies Brot hergestellt“, sagt Stephan Küthe.

Dann geht es ans Backen. Oliver Schneider und Reinhard Bender fahren mit dem Auto vor das Backhaus, die 40 Laibe Brot im Gepäck. Nach und nach transportieren sie die Laibe in das Backhaus. Dort bepinseln beide die Brote mit Wasser und stechen exakt sieben Mal in jedes hinein. Im nächsten Schritt packt Stephan Küthe die 40 Laibe in den Ofen. Diese werden jetzt anderthalb Stunden lang gebacken. Nach zehn Minuten schauen alle nochmal in den Ofen hinein, um zu prüfen, ob die Brote auch gut aufgehen. Beim Öffnen macht sich schon ein Geruch von frisch gebackenen Brot breit – und zwar im ganzen Dorf. „Die Kunst ist es, dass das Brot nach anderthalb Stunden gold-braun ist“, erklärt Oliver Schneider. Nachdem die Brote fertig sind, folgt der nächste Schritt: Verschiedene Sorten Kuchen. Mit viel Mehl, Zucker, Milch und Eiern stellt Karola Küthe das Gebäck her. „Allein 35 Kilo Mehl brauche ich für den Kuchen, aber der schmeckt dann auch.“

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