Literatur

11. Ausgabe „Eine Stadt liest ein Buch“ im Siegener Apollo

Bürgermeister Steffen Mues begrüßt Autorin Silke Lambeck zur Auftaktlesung von „Eine Stadt liest ein Buch" im Apollo-Theater.

Bürgermeister Steffen Mues begrüßt Autorin Silke Lambeck zur Auftaktlesung von „Eine Stadt liest ein Buch" im Apollo-Theater.

Foto: Tim Haacke

Siegen.  Autorin Silke Lambeck liest aus dem Aktionsbuch „Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich“. Weitere Lesungen an besonderen Siegener Orten folgen

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Fröhliches Gelächter und Stimmengewirr von rund 350 Kindern erfüllen am Montagmorgen das Apollo-Theater. Doch als Autorin Silke Lambeck beginnt, aus ihrem Buch „Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich“ vorzulesen, da wird es auf einmal mucksmäuschenstill.

Gebannt lauschen die jungen Zuhörer der Geschichte von Otto und Matti, viele lesen dabei in ihrem eigenen Exemplar mit. Der Kinderroman ist in diesem Jahr das Buch zur elften Auflage der stadtweiten Leseaktion „Eine Stadt liest ein Buch“, die am Montag mit der Lesung im Apollo-Theater eröffnet wurde.

Identifikationsfiguren für alle Kinder bieten

Die Geschichte spielt in Berlin, der Heimatstadt der Autorin, und handelt von zwei braven 10-jährigen Freunden, die durch eine Aufgabe im Musikunterricht mit Gangsta-Rap in Berührung kommen. Sie verlassen damit erstmals ihre wohlbehütete Welt und lernen eine andere Seite von Berlin kennen.

Mit Klischees zu brechen und Kindern mit unterschiedlichsten Hintergründen Identifikationsfiguren zu geben, war ein großes Ziel von Silke Lambeck. Sie sei allerdings überrascht gewesen von den vielen, teilweise rührenden Reaktionen auf verschiedene Aspekte ihres Buchs, zum Beispiel auf die Verwendung von ausländischen Namen. Kinder zum Lesen zu motivieren sei ein grundsätzliches Anliegen der preisgekrönten Kinderbuchautorin: „Dass Kinder mit meinem Buch zum Lesen kommen, ist das Tollste, was man sich überhaupt vorstellen kann.“ Somit passt sie perfekt zum Ansatz von „Eine Stadt liest ein Buch“.

Lesekompetenz fördern – an besonderen Orten

Die Aktion soll Spaß am Lesen vermitteln und die Lesekompetenz fördern. Zu diesem Zweck erhalten alle beteiligen Kinder und Jugendlichen ein kostenloses Exemplar des Aktionsbuches und Siegener Prominente lesen an besonderen Orten daraus vor.

Werner Hahn, Leiter des Jungen Apollo (JAp) nennt das Projekt „wegweisend“. Viele Kommunen in Deutschland hätten das Konzept mittlerweile kopiert – mit unterschiedlichem Erfolg. Dass es in Siegen so gut funktioniere, liege laut Werner Hahn an den tollen Partnern, und an den herausragenden Autorinnen und Autoren.

Bürgermeister Steffen Mues liest vor dem Schlafengehen

Vom diesjährigen Roman schwärmt auch Dr. Jana Mikota, Dozentin für Germanistik an der Universität Siegen. Es habe ihr selbst den Sommer versüßt und auch ihre Studierenden begeistert. Sie lobte den Mut der Autorin, Vorurteile aufzuschreiben und stellte klar: „Wenn ein Buch Stadtbuch sein kann, dann dieses.“

Zur Eröffnungsveranstaltung konnte Werner Hahn auch Bürgermeister Steffen Mues auf der Bühne begrüßen. Der Verwaltungschef verriet den Kindern und Jugendlichen, dass er vor dem Schlafen immer noch ein wenig liest. Sein letztes Kinderbuch – oder vielmehr Jugendbuch – war übrigens Harry Potter. Auch Mues lobte das Projekt und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Weitere Leseorte sind unter anderem der Tresorraum der Sparkasse, die Feuerwehr, das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss, die Martinikirche und die Moschee Geisweid.

Haare ziehen, heimlich Tablet spielen, Raufereien

Mit der anfänglichen Stille war es jedoch schnell wieder vorbei, da Silke Lambeck die Veranstaltung ziemlich interaktiv gestaltete. Sie wollte von ihren Zuhörern zum Beispiel wissen, wann diese einmal gar nicht brav gewesen sind – woraufhin viele kleine Hände nach oben schnellten. Dann wurde vom Haare ziehen, heimlich mit dem Tablet spielen und sogar von Raufereien berichtet.

Ein Mädchen gestand, dass sie abends oft heimlich weiter lese, obwohl es eigentlich schon zu spät sei. „Was soll ich dazu jetzt sagen?“, entgegnete Silke Lambeck darauf sichtlich amüsiert – „Weiter so!“

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