Krötenwanderung

Nabu erwartet „Froschregen“ in Rheinberg

Viele Kröten sammelt der Nabu in Eimern ein.

Viele Kröten sammelt der Nabu in Eimern ein.

Foto: Nabu

Rheinberg.  Junge Erdkröten wandern wieder über die Straßen. Um die Tiere zu schützen, richtet der Naturschutzbund eine mobile Straßensperre in Budberg ein.

Im vergangenen Jahr wurde der Naturschutzbund (Nabu) Anfang Juni alarmiert, als tausende Fingernagelgroße Erdkröten auf der Rheinkamper Straße in Budberg vormittags vom Angelgewässer kommend Richtung Freibadgewässer liefen. Die Wanderung dauerte nur drei bis vier Stunden. Der Versuch, Autofahrer dazu zu bewegen, freiwillig einen Umweg zu fahren, scheiterte. Viele Tiere wurden überrollt.

Temporäre Straßensperre

Da die Querung auf der Rheinkamper Straße jedes Jahr zu beobachten ist, wurde vom Ordnungsamt in Absprache mit dem Nabu eine mobile Sperrung eingerichtet, die dann bei Einsatz der Wanderung für drei bis vier Stunden aktiviert wird. Dies betrifft das Teilstück zwischen Friedhof und Hecklerweg. Die Tiere laufen tagsüber nur über die Straße, wenn der Asphalt feucht und beschattet ist. Sobald sich der Asphalt von der Sonne aufheizt, hören sie auf zu laufen, da sie sich die Füße verbrennen würden. Deshalb ist mit der Wanderung ab 10 Uhr morgens zu rechnen, da der Straßenabschnitt ab mittags in der Sonne liegt.

Die Autofahrer und Anwohner werden deshalb gebeten, die Seenplatte in Budberg im Juni bis zum Abschluss der andauernden Wanderzeit von Jungtieren zu meiden. Spaziergänger und Fußgänger dürfen die Tiere in Eigeninitiative von Straßen und Gehwegen aufsammeln und in die Grünbereiche setzen. Im Frühsommer halten sich an vielen Gewässern und auf manchem Weg unzählige Minifrösche und Minikröten auf. Aus dem Laich entwickeln sich nach mehreren Tagen die Kaulquappen. Nach etwa zweieinhalb bis drei Monaten Wasseraufenthalt, erreichen die Kaulquappen die Metamorphose zum lungenatmenden, vierbeinigen Landtier und gehen oft in großen Mengen gleichzeitig ans Ufer. Der Volksmund spricht wegen der scheinbar plötzlich überall herumwimmelnden Jungkröten von einem „Froschregen“.

Der Nabu stellte nun auch sein Ergebnis der diesjährigen Krötenwanderung vor. 22 Helfer haben während der Wanderzeit vom 28. Februar bis zum 9. April insgesamt 280 Stunden ehrenamtlichen Einsatz vor Ort geleistet. Aufgrund des ausbleibenden Regens verlief die Wanderung der Erdkröten sehr schleppend. Lediglich an drei Tagen waren in einer Stunde zwischen 130 und 180 Tiere unterwegs. Gezählt wurden, vorwiegend in der Zeit von 21 Uhr bis 22.30 Uhr, 1263 Erdkröten (davon 84 tote Tiere) und 33 Molche. Im vergangenen Jahr waren es in fünf Wochen 2279 Erdkröten und 59 Molche. Auch in diesem Jahr haben sich die Ausstiegshilfen in den Gullys bewährt. Es wurden keine „Gully-Opfer“ gefunden. Der mobile Amphibienzaun auf der Alpsrayer Straße wurde von 60 auf 200 Meter verlängert und mit 20 Eimern versehen, in die die Tiere bei der Wanderung fallen. Dort haben die Helfer bei den Eimerkontrollen 552 Erdkröten und 14 Molche vorgefunden und am Gewässer an der Heydecker Ley ausgesetzt. In den abendlichen ein- bis eineinhalb stündigen Kontrollgängen wurden trotzdem noch 102 Kröten und ein Teichmolch, sowie 37 tote Tiere im Bereich vor und jenseits des Zauns aufgefunden.

In Absprache mit der Lineg wird deshalb über eine weitere Verlängerung des Zauns nachgedacht.

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