Stadtentwicklung

Investor für die Dorfmitte in Alpen gesucht

Früher Feuerwehrgelände, bald ein Areal mit Supermarkt und Wohnhäusern: Der Willy-Brandt-Platz.

Früher Feuerwehrgelände, bald ein Areal mit Supermarkt und Wohnhäusern: Der Willy-Brandt-Platz.

Foto: Wolfgang Krause / NRZ

Alpen.  Nachdem sich für die Umgestaltung des Alpener Willy-Brandt-Platzes nur ein potenzieller Investor bewarb, wird der Wettstreit neu ausgerufen.

Die Enttäuschung in der Verwaltung war groß, als im Zuge des Investorenwettstreits zur Umgestaltung des Willy-Brandt-Platzes nur eine Bewerbung eines potenziellen Investors einging. Und doch schien es eigentlich so, als wolle man an dieser Bewerbung festhalten. Das Angebot sei kein schlechtes, der Preis sei ordentlich, betonte CDU-Sprecher Günter Helbig in der Ratssitzung Mitte November. Der Rat hatte dem Bauausschuss grünes Licht gegeben, theoretisch auch ohne weiteren formellen Wettbewerb mit dem bestehenden Investor ins Geschäft zu kommen. Dieser hätte sich bereit gezeigt, Änderungen an seinem Konzept vorzunehmen, weil auch er nicht alle Kriterien, die die Gemeinde vorgab, erfülle.

Aber der Bauausschuss entschied in seiner jüngsten Sitzung anders: Der laufende Wettbewerb soll formell beendet werden, um dann einen neuen – mit überarbeiteten Kriterien – auszurufen. „Wir werden weiterhin den Weg verfolgen, den wir auch geplant haben, aber wir möchten auch eine Auswahl an Investoren haben“, erklärte Bürgermeister Thomas Ahls.

Ziel: Ein Supermarkt und Wohnbebauung

Ziel des Investorenwettbewerbs ist es weiterhin neben der Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenters, zentralen Wohnraum am Willy-Brandt-Platz zu schaffen. Das Gerätehaus der ehemaligen Feuerwehr soll dafür bekanntlich abgerissen werden. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, den ersten Wettbewerbsdurchgang zu beenden, stieß bei den Fraktionen größtenteils auf Zustimmung.

Es habe Telefonate mit mehreren Unternehmen gegeben, die generell Interesse an dem Wettbewerb gehabt hätten, aber die Zeitschiene sei zu eng gewesen, so CDU-Mann Helbig. Der vorliegende Entwurf des Bewerbers gefalle seiner Fraktion weiterhin sehr. Helbig wolle „die Kiste dennoch sauber schließen“, und mit einem zweiten Wettbewerb besser aufgestellt sein, „um dann richtig durchstarten zu können.“

Mögliche Klagen vermeiden

Armin Lövenich (SPD) betonte ebenfalls erneut, dass der bisher einzige potenzielle Investor „ein sehr gutes Bild abgegeben hätte“, es aber sinnvoll sei, in einem zweiten Versuch weitere Investoren zu werben. „Dann haben wir Sicherheiten, Alternativen und mehrere Angaben zum Preis.“ Einer möglichen Klage anderer Investoren, weil man mit dem Bewerber ins Geschäft kam, der selbst auch nicht alle Vorgaben erfüllt, ohne den Wettstreit neu auszurufen, wolle man so umgehen, obwohl ein juristischer Berater damals das Risiko einer Klage als kalkulierbar einstufte.

Peter Nienhaus (Grüne) beklagte erneut, dass es auch im überarbeiteten Kriterienkatalog keine Quote für bezahlbaren Wohnraum gibt. Seine Fraktion fordert, dass 30 Prozent der Wohnungen als bezahlbarer Wohnraum ausgewiesen werden. „Das hat uns damals schon veranlasst, dagegen zu stimmen, und das machen wir nun auch wieder.“ CDU, SPD und FDP stimmten zu, den Wettbewerb neu auszuschreiben, die Grünen – wie angekündigt – dagegen.

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