Gastronomie

Blick hinter die Oktoberfest-Kulissen in Xanten

Blick hinter die Kulissen: Servicebereich im Oktoberfestzelt: Kellner Zack Hamout bei der Arbeit.

Blick hinter die Kulissen: Servicebereich im Oktoberfestzelt: Kellner Zack Hamout bei der Arbeit.

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Xanten.  Rund 250 Mitarbeiter kümmern sich in Xanten um Getränke, Speisen und Sicherheit. Hier erzählen sechs, worauf es dabei ankommt.

Allein an einem Abend feiern mehrere Tausend Menschen auf dem Xantener Oktoberfest. Innerhalb von wenigen Stunden werden Tausende Essen und Getränke zubereitet und serviert. Darum kümmern sich etwa 250 Mitarbeiter. Wir haben mit einigen von ihnen über ihre Aufgaben gesprochen.

Der 27-jährige Zack Hamout ist einer von 92 Kellnern auf dem Oktoberfest und arbeitet dort bereits zum zweiten Mal. Er nimmt Bestellungen auf und bringt Getränke an die Tische. Die anstrengendste Zeit sei direkt nach dem Einlass, weil die Gäste möglichst schnell etwas zu trinken haben wollten, berichtet Hamout.

Die Anstrengung hat sich gelohnt

Bis der erste Ansturm vorbei sei, bringe er deshalb mehrmals so viele Maßkrüge auf einmal zu den Tischen, wie er tragen könne – bis zu 14 Stück, sagt Hamout. Wenn er nicht auf dem Oktoberfest sei, arbeite er ebenfalls als Kellner. Der Beruf sei anstrengend. Er freue sich trotzdem jedes Mal auf die Arbeit, weil er genauso feiere wie die Gäste, nur eben ohne Alkohol – schließlich höre er dieselbe Musik wie die anderen. Und wenn er am Ende Lob von den Gästen bekommt, wisse er, dass sich die Anstrengung gelohnt habe, so Hamout.

Die 25-jährige Flugbegleiterin Tamara Kromwijk arbeitet bereits zum dritten Mal beim Oktoberfest in Xanten und ist eine von 46 Foodrunnern. Sie bringt das Essen zu den Gästen. Sie muss also dafür sorgen, dass die Speisen unbeschadet bei denen ankommen, die sie bestellt haben – und wenn an einem Tisch mehrere Personen zusammen essen möchten, sollte das Essen auch zeitgleich ankommen. Deshalb haben Kromwijk und ihre Kollegen große Tabletts. In dem großen Zelt mit den vielen Gängen sei es gar nicht so einfach, das Essen zu den Tischen zu bringen. Ihre gute Orientierung und ihre Erfahrung hülfen ihr dabei, sagt Kromwijk. Zwischendurch unterstütze sie auch die Kellner bei ihrer Arbeit und bringe Getränke zu den Gästen. An ihrem Job mag sie den Kontakt mit den Menschen und freut sich, wenn am Ende des Tages die Gäste zufrieden sind.

Edison Hasa ist einer von drei Köchen auf dem Xantener Oktoberfest. Der 26-Jährige bereitet mit seinem Team allein an einem Veranstaltungstag 3800 bis 4000 Gerichte für die Gäste vor – zum Beispiel Hendl, Haxen, Schnitzel, Käsespätzle, Biergulasch und Kaiserschmarrn.

Eine Herausforderung sei dabei die Zeit, denn es müsse alles sehr schnell gehen, damit die Gäste direkt ihr Essen bekämen, wenn sie bestellt haben, sagt Hasa.

Evi Tsayalidal ist für die Mitarbeiter an der Zapfanlage zuständig, sie zapft auch selbst. Direkt nach dem Einlass müssen sie und ihr Team für mehrere Tausend Menschen Bierkrüge füllen. Bei einer Abendveranstaltung lasse der Ansturm erst gegen 21 Uhr nach, sagt die 49-Jährige. An der Zapfanlage arbeiten 17 Mitarbeiter sieben Stunden lang. Zusammen zapfen sie in dieser Zeit Tausende Maß allein an einem Abend. Die Arbeit koste also viel Kraft. Die Arbeit im Team mache aber viel Spaß, die Atmosphäre sei super, sagt Tsayalidal.

Monika Brüsseler ist für die Getränkelogistik und Sonderveranstaltungen zuständig. Hier überwacht sie die Getränkebestellung, führt regelmäßig eine Inventur durch und ermittelt den täglichen Verbrauch. Bei Sonderveranstaltungen kümmert sie sich darum, dass die Teilnehmer reservierte Plätze bekommen und alles planmäßig abläuft. Bei Hochbetrieb unterstützt sie die Mitarbeiter in der Biergarten-Schänke gegenüber der Almhütte.

Nicole Kuklan arbeitet bei der Sicherheitsfirma Imtakt. Die 45-Jährige ist dort für die Planung und Organisation zuständig. Im Vorfeld hat sie sich darum gekümmert, qualifiziertes Personal für eine so große Veranstaltung wie das Oktoberfest zu finden. Während der Wiesn ist sie selbst vor Ort und koordiniert den Einsatz der etwa 50 Mitarbeiter auf dem Gelände. Ab 22 Uhr werde es für ihr Team am stressigsten, da der Alkoholpegel unter den Gästen steige und die Sicherheitskräfte dann häufiger auf die Regeln hinweisen müssten.

Unsere Autorin ist die Tochter von Wiesn-Wirt Wilfried Meyer.

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