Tiefenentspannung

Zentrum für Bildung weiht in die Tiefenentspannung ein

Die Therapeutinnen Serap Tannis (li.) und Elena Teterina bei Entspannungsübungen mit den Patientinnen Pamela Kola und Zara Hadziera beim Workshop in der Kurbel.

Die Therapeutinnen Serap Tannis (li.) und Elena Teterina bei Entspannungsübungen mit den Patientinnen Pamela Kola und Zara Hadziera beim Workshop in der Kurbel.

Foto: Gerd Wallhorn / FFS

Oberhausen.  Ergosoma bietet Tiefenentspannung zum Genießen und Träumen. Das Zentrum für Integration und Bildung lud jetzt zum Workshop mit Qualifizierten.

In der Ruhe liegt die Kraft. Ausgeglichene Menschen haben oft ein gutes Selbstwertgefühl, sind weniger anfällig für Krankheiten, friedfertig und in der Lage, stressige Situationen ganz gut zu meistern. Weil Relaxen und Regeneration ebenso wichtig für die Gesundheit sind wie die körperliche Betätigung, enden Fitnesskurse jedweder Art immer mit einer Entspannungsphase. Und genau die ist immer häufiger Hauptinhalt von Kursen, denn das Bedürfnis zu erlernen, wie man das eigene Wohlbefinden steigert, nimmt zu.

Die Selbstheilungskräfte des Menschen stärken

Eine Möglichkeit dazu bietet Ergosoma, eine Körperarbeit, die zum Einklang mit sich selbst, mit der Natur und den Mitmenschen führen soll .„Die Methode richtet sich an alle, die eine tiefere Entspannung wünschen und spirituelle Erfahrungen machen möchten“, sagt Bärbel Pegels-Niesel, die seit 19 Jahren Ergosoma lehrt. „Es geht darum, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu stärken.“

Im Zentrum für Integration und Bildung der „Kurbel“ an der Styrumer Straße in Alt-Oberhausen hat sie interkulturelle Moderatorinnen und Moderatoren aus dem Team der Leiterin Serap Tanis dazu qualifiziert, mit der Ergosom-Methode zu arbeiten. „Interessierte aus anderen Projekten sind dazugekommen“, sagt Serap Tanis. 20 Frauen und Männer nahmen jetzt an einem Workshop teil, in dessen Rahmen die Qualifizierten ihre praktischen Erfahrungen vertiefen und andere die Methode kennen lernen konnten.

„Ich kann, was ich will“

Los ging’s mit einer Selbsterfahrung: „Ziel der Baumübung ist es, die Körperzentren miteinander in Einklang zu bringen“, erklärte die Kursleiterin. Mit ihr beginne für sie jeder Tag. „Manchmal gelingt sie mir super, manchmal nur gut. Aber immer fühle ich mich danach besser.“ Im „Pharaonensitz“, gerade und bequem auf dem Stuhl, die Hände auf den Oberschenkeln, schließen wir die Augen, konzentrieren uns und folgen den Anweisungen der Kursleiterin. Unsere Hände gleiten in die Leisten, das erste Kraftzentrum, im Ergosoma die Wurzel. Wir entfalten unsre Willenskraft: „Ich kann, was ich will.“

Im Stil einer gekonnt moderierten „Traumreise“ nehmen wir weitere Körperzentren, den Bauchnabel, den Solarplexus, das Herzzentrum, die Thymusdrüse, das Kehlzentrum und das Stirnzentrum ins Visier unserer Vorstellungskraft bis wir die Hände zur Baumkrone formen. Von dort aus geht’s wieder abwärts über den Kopf, die Ohren, die Halswirbelsäule, die wir ausstreichen und dadurch Energie zum Fließen bringen, und wieder zurück in die Ausgangsposition.

Bei jedem ist der Effekt anders

Eine Übung, die, lässt man sie zu, tatsächlich dazu führt, dass man den eigenen Körper ungewohnt intensiv spürt. Bei jedem, sagt die Kursleiterin, sei der Effekt anders. So eingestimmt, beginnt der Hauptteil. Massageliegen werden aufgestellt, Paare finden sich. Eine Person ist jeweils der Behandelnde, die andere der Klient, den man, das wird schnell klar, auch als Genießenden bezeichnen könnte. Für den zuschauenden Laien sieht es so aus als werde der Klient gezielt durchgestreichelt, vorsichtig, mit langsam ausgeführten Streichbewegungen.

Die Behandelnden wissen offensichtlich was sie tun. Die Klienten auf den Liegen haben die Bauch- oder Rückenlage gewählt. Sie bleiben bekleidet, haben nur die Schuhe ausgezogen. Fast alle haben die Augen geschlossen.„Manch einer schläft bei der Behandlung ein“, hatte die Kursleiterin prophezeit. Es handele sich um eine „sanfte Berührungstechnik“, oberstes Gebot sei die Achtsamkeit, wichtig, dass sich die Person, die behandelt wird, wohl fühle. „In die Energiebahnen werden durch gezieltes, leichtes Berühren Informationen zur optimalen Vernetzung der energetischen Strukturen gegeben“, heißt es auf der Homepage von Ergosoma nach R. V. Tajon.

Das zu erlernen, haben die qualifizierten Behandelnden 124 Kursstunden gebraucht. Das Spektrum reichte von der Einführung in die Philosophie der Lehre über viele praktische Übungen in Lagerung, Lockerung, Ausstreichen des Körpers, Hand- und Fußgriffen bis hin zu anatomischen Kenntnissen. Die Qualifizierung berechtigt zum unentgeltlichen Einsatz im Tätigkeitsbereich.

Ergosoma funktioniert ohne Worte

Die Idee, Ergosoma als Ausbildung im Zentrum für Integration und Bildung anzubieten, hatte Serap Tanis „aus Not“. Zu uns sind so viele Menschen gekommen, die nicht Deutsch sprechen und Ergosoma funktioniert ohne Worte auch als gute Möglichkeit für Geflüchtete, Zuwendung zu bekommen und sich gut zu fühlen, „im Einklang mit sich selbst und der Umgebung“. Das fand Anerkennung und führte dazu, dass Fördergelder für die Ausbildung zur Verfügung gestellt wurden. Sie war für die Beteiligten kostenfrei. „Nun aber wollen wir das Angebot für alle öffnen“, sagt Serap Tanis. Interessierte können sich bei uns melden. Sie erreichen unser Sekretariat unter 9942477.

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