Hörspiel für Kinder

Tonies sind der Renner in den Oberhausener Stadtbibliotheken

Christina Liedtke, Leiterin der Kinderbibliothek Oberhausen mit Tonie-Figur und Tonie-Box.

Christina Liedtke, Leiterin der Kinderbibliothek Oberhausen mit Tonie-Figur und Tonie-Box.

Foto: Martin Möller

Oberhausen.  CDs sind von gestern. Tonies sind jetzt der Hit in den Kinderzimmern. Warum die Stadtbibliothek den Trend mitgeht und hunderte Figuren verleiht.

Tonies sind kleine, daumengroße Spielzeugfiguren, mal in der Gestalt von Benjamin Blümchen, Captain Sharky oder dem blauen Elefanten aus der Sendung mit der Maus. Doch sie sind nicht einfach irgendein Spielzeug. Im Zusammenhang mit einem speziellen, quadratischen Lautsprecher, der Toniebox, werden mit ihnen Geschichten und Hörspiele abgespielt, die man früher ganz klassisch auf CD oder Kassette hörte. Ein Trend, den nun auch die Stadtbibliothek Oberhausen mitgeht. Seit Weihnachten boomt das Angebot mit den Hörfiguren.

Oberhausener Bücherei geht Tonie-Trend mit

„Das Toniesystem ist kinderleicht zu bedienen, die Figuren regen zum Spielen an und jede Figur bringt ihre eigenen Geschichten mit“, sagt Christina Liedtke, Leiterin der Kinderbibliothek an der Langemarkstraße. 110 Figuren und zwei Tonieboxen hat die Stadtbibliothek mittlerweile angeschafft. Die kosten im Handel sonst etwa 20 Euro (eine Toniebox etwa 80 Euro). Sie sind damit teurer als Hörspiel-CDs, dafür langlebiger, weil nichts zerkratzen kann.

Die Figuren sind aber keine Datenträger, das Audiosystem funktioniert vor allem übers Internet. Man braucht eine spezielle App und eine WLAN-Verbindung. Jede neue Figur wird auf den Lautsprecher gestellt, der mit dem heimischen Netzwerk verbunden ist, und schaltet dann das mit ihm verbundene Hörspiel frei, das schließlich auf die Box geladen wird.

Zwei Ohren aus Gummi an der Toniebox

Diese lässt sich übrigens ganz kindgerecht bedienen. Zwei Ohren aus Gummi regeln die Lautstärke, man muss nur daran ziehen. Klopft man links und rechts gegen die Box, kann man in den Kapiteln der Geschichte springen. Auf sogenannte „Kreativ-Tonies“ lassen sich via PC oder App dann auch eigene Dateien und damit sogar selbst vorgelesene Geschichten aufspielen.

„Mir sind die Tonies selbst zuerst in einem Buchladen aufgefallen“, erzählt Bibliothekarin Christina Liedtke, „ich habe sie erst für ein hübsches Spielzeug gehalten, als dann aber die Diskussion in den Bibliotheksforen im Internet losging, zeigte sich, dass mehr dahinter steckt.“

Die Tonies sind eine Erfindung der Firma Boxine aus Düsseldorf und wurden erstmals 2017 einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Christina Liedtke freut es vor allem, dass über solche Neuerungen auf dem (Hör)buchmarkt Kinder spielerisch mit Geschichten in Kontakt kommen und die Bibliothek auf diesem Wege wieder ins Bewusstsein der Familien rückt – nicht nur als Hort zahlreicher kleiner Hörfiguren. Schöne neue (Hör)buchwelt.

Für eine Woche ausleihbar

Die Toniefiguren können bei der Stadtbibliothek für jeweils eine Woche ausgeliehen werden. Die Zentralbibliothek in der Innenstadt hält derzeit 54 Figuren bereit, in Sterkrade sind es 32, in Osterfeld 24 Tonies. Einige Figuren sind mehrfach vorhanden.

Laut Christina Liedtke sind die Figuren derzeit so beliebt, dass etwa 90 Prozent von ihnen im Umlauf sind. Künftig will sie noch weitere Figuren anschaffen.

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