Hundeverein

Teckeltreff: Bratwurstgeruch und Lärm lassen die Hunde kalt

Teckel Loki zeigt, was die vielen Übungsstunden gebracht haben – sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Teckel Loki zeigt, was die vielen Übungsstunden gebracht haben – sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Dackel mit langen Stammbäumen und einem guten Spürsinn sind die Stars beim Vereinstag des Deutschen Teckelclubs Bottrop-Osterfeld gewesen.

Der Teckel Loki liegt mitten auf der Wiese des Polizeihundevereins an der Schwarzwaldstraße. Umzingelt von rund fünf anderen Hundebesitzern. Klatschend und mit der Absicht, den Hund aus der Ruhe zu bringen, laufen die Leute auf Loki zu. Die Rauchschwaden, die vom Grill auf die Wiese rüberziehen und das Bellen der anderen Hunde, die sich an der Schwarzwaldstraße rumtreiben, lassen Loki kalt. Von Nervosität ist nichts zu sehen oder zu merken bei der kleinen Dackel-Dame.

Wir sind beim Vereinstag der Ortsgruppe Bottrop-Osterfeld des Deutschen Teckelclubs. Der wiederum nutzt für das Treffen das Gelände des Polizeihundevereins in Osterfeld. Das sonnige Wetter am Wochenende hat einige Hundebesitzer nach Klosterhardt gelockt. Bei einem kühlen Bier und einer Bratwurst wird gefachsimpelt und gelacht.

Was Loki angeht, sei beruhigend gesagt: Hier will keiner den Hund verrückt machen, hier hat lediglich Petra Neumann, in der DTK-Ortsgruppe für die Ausbildung von Begleithunden und für die Prüfung zuständig, eine Übung angesetzt. Was nach einer Qual für Loki klingt, ist Routine für den Teckel. Sinn und Zweck der Übung sei, dass man den Hund auch mal unbeaufsichtigt lassen kann. Vor dem Supermarkt beispielsweise.

Panikmache souverän überstanden

In ein paar Tagen wird es für Loki und ihr Frauchen Birgit Breforth dann zur offiziellen Prüfung gehen. Allem Anschein nach sollte das kein Problem sein für das eingespielte Duo. Als Loki all die Panikmache der Außenstehenden souverän abgesessen hat, hagelt es Applaus. Und eine kurze Streicheleinheit der Besitzerin gibt es auch noch.

In der Begleithundausbildung werden Vierbeinern die „Basics“ beigebracht, erklärt Christian Haffert, erster Vorsitzender der Ortsgruppe. Anfänglich würde zunächst die Verbindung zwischen Tier und Besitzer gestärkt. Wie das funktioniert, zeigt Petra Neumann mit einem kurzem Trainingsauszug. Sie bittet dazu die Welpen-Gruppe auf die große Trainingswiese. „Oh sind die süß“, seufzt so manch ein Hundeliebhaber. Doch dann wird es ernst. Dem kleinen Teckel wird die Leine abgenommen. Petra Neumann hält ihn fest, während Herrchen Hermann zum anderen Ende der Wiese läuft. „Bereit?“, fragt Petra Neumann über das Mikrofon, Hermann nickt. Dann geht alles ganz schnell. Petra Neumann lässt den kleinen Teckel los und Herrchen Hermann pfeift zwei Mal laut. Der kleine Teckel zeigt, was er drauf hat und sprintet sofort los. Drei Sekunden später ist er wieder in den Armen von seinem Herrchen. Fein gemacht, Kleiner!

Wasserübungen machen den Hunden am meisten Spaß

Wenn die Hunde diese Basics drauf haben, dann wird es schnell deutlich anspruchsvoller. Das Verhalten gegenüber Menschen und anderen Hunden, das Verhalten im Straßenverkehr und das Aufspüren des Herrchens sind nur ein paar Beispiele dafür, was der Hund in der zwei- bis dreijährigen Ausbildung lernen soll.

Besonders viel Spaß haben die Vierbeiner laut Christian Haffert, der beim Vereinstag immer wieder über das Mikrofon kleine Erklärungen gibt und die Gäste bei Laune hält, an Übungen im Wasser. Nicht umsonst heißt dieser Teil in der Prüfung „Wasserfreude“. Hierbei müssen die Hunde in der Prüfung einen Gegenstand, der sechs bis acht Meter in das kalte Nass geworfen wird, aus freien Stücken wieder an das Ufer holen.

Oma, Mutter und Tochter an der Leine

Auffällig sind bei dem Treffen die drei kaum zu unterscheidenden Teckel, die Volker Meichsner an der Leine hat. Die drei kleinen rotbraunen Hündinnen seien allerdings keine kleinen Divas, so ihr Besitzer. Alle drei haben eine Jagdprüfung abgelegt und sind Profis darin, andere Tiere aufzuspüren. „Ich würde mich nicht mit den Dreien anlegen“, meint Meichsner, beim lokalen DTK Obmann für die Öffentlichkeitsarbeit. „Die Mama ist besonders gut darin Wildschweine aufzuspüren.“ Denn neben der Ausbildung zum Begleithund bildet der DTK auch in der Jagd aus. Dort wird den Hunden beispielsweise mit verschiedenen Übungen zur „Nasenarbeit“ beigebracht, angeschossene Tiere zu finden.

Mit der dritten Generation hat Züchter Volker Meichsner außerdem sein Ziel erreicht, eine reinerbig rote Hündin zu haben. Zwar sehen die drei Hündinnen fast gleich aus, doch beim genauen Hinschauen fällt auf, dass die zweijährige Farn von Dammergrund wirklich durch und durch rot ist.

Gäste, Züchter, Hundebesitzer und -kenner genossen den Vereinstag in Osterfeld jedenfalls sichtlich.

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