Klimaschutz

Stadt Oberhausen soll Dienstreisen per Flugzeug ausgleichen

Für jede Dienstreise per Flugzeug soll die Stadt Oberhausen ein Klimaschutz-Zertifikat kaufen. Das schlagen den Grünen vor.

Für jede Dienstreise per Flugzeug soll die Stadt Oberhausen ein Klimaschutz-Zertifikat kaufen. Das schlagen den Grünen vor.

Foto: Ingo Otto

Grüne schlagen vor, für Dienstreisen per Flieger Klimaschutz-Zertifikate zu kaufen. Bei 30 Dienstreisen wären das rund 300 Euro Mehrkosten.

Dienstreisen mit dem Flugzeug verursachen bundesweit einen beträchtlichen Anteil an den CO2-Emissionen des Verkehrssektors. Bei der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses rückte das Thema auf Antrag der Oberhausener Grünen-Fraktion nun in den Mittelpunkt. Wie Fraktionssprecher Andreas Blanke auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung erfuhr, wurden in den vergangenen zwei Jahren 57 Dienstreisen in Anspruch genommen. Dies sei zwar bei insgesamt rund 2500 Mitarbeitern bei der Stadt eine „überschaubare Zahl“, trotzdem sollen in Zukunft bei Dienstreisen von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Tochtergesellschaften, die mit dem Flugzeug erfolgen, Klimaschutz-Zertifikate erworben werden.

Andreas Blanke berichtet, dass bei den Grünen auf Bundes- und Landesebene bereits seit vielen Jahren mit der Non-Profit-Organisation „Atmosfair“ zusammengearbeitet wird, um die Klimagase ihrer Flugreisen zu kompensieren.

Investitionen in Wind- und Wasserkraft

Flugpassagiere zahlen in diesen Fällen freiwillig einen von den Emissionen abhängigen Beitrag, den Klimaschutzorganisationen wie eben „Atmosfair“ im Anschluss dazu verwenden, erneuerbare Energien im In- wie im Ausland, vor allem in Entwicklungsländern, auszubauen oder zu verbessern. Investiert wird dann zum Beispiel in Wind- und Wasserkraft-, Biogas- oder Solaranlagen.

Bei einem Hin- und Rückflug vom Düsseldorfer Flughafen nach München sind es nach dem „Atmosfair“-Rechner rund 264 Kilogramm CO₂, die ausgestoßen werden. Der fällige Kompensationsbetrag würde dann bei zehn Euro liegen. „Das ist zwar auf den ersten Blick nur kleiner Beitrag, der geleistet wird, aber immerhin etwas, was die Stadt Oberhausen für die CO₂-Bilanz tun kann. Das, denke ich, steht der Stadt auch gut zu Gesicht“, ist Blanke vom Mehrwert überzeugt.

Dienstreisen ökologischer gestalten

Geht man laut Blanke zukünftig von rund 30 Dienstflügen pro Jahr aus, fiele für den städtischen Haushalt eine finanzielle Mehrbelastung in Höhe von rund 300 Euro pro Jahr an. Im Gegenzug würden pro Strecke rund 400 Kilogramm CO₂ kompensiert werden. Blanke: „Im Jahr könnte die Stadtverwaltung Oberhausen somit rund 24.000 Kilogramm CO₂ kompensieren.“

Falls möglich sollen bei inländischen Dienstreisen aber weiterhin zunächst auf die Deutsche Bahn als Verkehrsmittel Nummer eins gesetzt werden. „Wir wissen natürlich, dass Dienstflüge manchmal zeitlich oder streckenbedingt unumgänglich sind. Aber es geht darum, Dienstreisen ökologischer zu gestalten“, sagt Blanke.

SPD-Fraktion will noch Kostenrechnung abwarten

Bevor dies im Rat beschlossen wird, erklärte SPD-Umweltpolitiker Manfred Flore, dass seine Fraktion noch keine „abschließende Meinung dazu geben könne“, bevor nicht die genauen Kosten beziffert worden seien.

Wohin die 52 Dienstflüge der vergangenen 24 Monaten im einzelnen gingen, war aus der Anfrage der Grünen bei der Stadtverwaltung nicht ersichtlich. Auch nicht, welche Mitarbeiter diese Reise unternommen haben.

>>> Grüne befürworten Scheuers Bahn-Pläne

Den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), die Mehrwertsteuer für Bahn-Fernreisen von 19 auf 7 Prozent zu senken, begrüßt der Oberhausener Grünen-Fraktionssprecher Andreas Blanke.

„Das ist eine Idee von den Grünen. Finde ich gut“, sagt er auf Anfrage der Redaktion. Alles, was die Bahn attraktiver mache, sei gut.

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