Umweltverschmutzung

Stadt dankt Konfetti-Müll-Sammlern von der Sterkrader Heide

Die Heide ist wieder sauber: Umweltdezernentin Sabine Lauxen und Marcus Werntgen-Orman von der Stadt trafen sich mit den fleißigen Müllsammlern vor Ort, um sich für ihren engagierten Einsatz zu bedanken.

Die Heide ist wieder sauber: Umweltdezernentin Sabine Lauxen und Marcus Werntgen-Orman von der Stadt trafen sich mit den fleißigen Müllsammlern vor Ort, um sich für ihren engagierten Einsatz zu bedanken.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Unbekannte hatten das Landschaftsschutzgebiet massiv verschmutzt. Die Nachricht über die spontane Reinigungsaktion drang bis ins Rathaus vor.

Die Stadt hat sich bei den fleißigen Müllsammlern bedankt, die die massive Konfetti-Verunreinigung durch Unbekannte auf der Sterkrader Heidi beseitigt haben. Mehr als ein Dutzend Helfer, allesamt Hundebesitzer und Anwohner, hatten sich spontan zusammengetan, um das Wald- und Wiesenstück eigenständig zu säubern und nicht erst auf einen Reinigungstrupp von der Stadt zu warten.

Umweltdezernentin Sabine Lauxen und Verantwortliche von Stadt und Wirtschaftsbetrieben Oberhausen (WBO) trafen sich am vergangenen Mittwoch, 14. August, dann auch in dem Waldstück im Stadtnorden, um das beispielhafte Engagement der Bürgerinnen und Bürger zu würdigen und den „Tatort“ in Augenschein zu nehmen.

Umweltdezernentin Lauxen bedankt sich persönlich bei den Helfern

„Sie haben uns nicht nur auf die Verschmutzung aufmerksam gemacht, sondern sich auch noch selbst darum gekümmert. Das ist nicht selbstverständlich“, lobte Sabine Lauxen die Sammelgruppe. „Die meisten Menschen fühlen sich nicht verantwortlich und warten darauf, dass die Wirtschaftsbetriebe den Müll beseitigen.“

Die Freude über so viel Aufmerksamkeit war den Sterkraderinnen und Sterkradern ins Gesicht geschrieben. „Aber eigentlich wollten wir gar nicht, dass das so hohe Wellen schlägt, in der Zeitung und auf Facebook“, sagt Christiane Hendricks, die mitangepackt hat.

Das Bürgerengagement fügt sich allerdings wahrlich gut ein in die Umwelt-Kampagne „Respekt, wer’s sauber hält“. Damit will die Stadt das Thema Sauberkeit in den öffentlichen Fokus rücken und diejenigen unterstützen, die dabei mithelfen, das Stadtgebiet sauber zu halten.

Unbekannte verschmutzten die Heide

Aber was war geschehen? Bereits vor mehreren Wochen sind in dem Landschaftsschutzgebiet im Hintergelände der Mozartstraße, nahe dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus, große glitzernde Konfetti-Streifen aus Kunststoff, wie man sie vielleicht aus Siegerehrungen im Fernsehen oder von Hochzeiten kennt, über Teile des Geländes verstreut worden.

Bei einer zweiten Aktion, die sich in der Nacht auf den 31. Juli ereignet haben soll, wurden darauf erneut und in erheblich größerem Umfang Konfetti-Fetzen verteilt. Links und rechts der Laufwege war ein Bereich von etwa 500 Metern betroffen. Zudem hingen längere Konfetti-Streifen in den Baumwipfeln und benutzte Konfetti-Kanonen waren in einem Waldstück zu finden.

Anwohner, die ihre Hunde ausführten, bemerkten den Unrat in den frühen Morgenstunden des 31. Juli und meldeten den Fall bei der WBO. Über WhatsApp verbreitete sich darauf die Nachricht vom Konfetti-Müll blitzschnell unter den Hundebesitzern, die noch am selben Tag mit Rechen und Laubbläser anrückten und damit den Unrat zu einem Teil beseitigen konnten. Am Ende blieben durch ihren Einsatz Hunde, Wildtiere und die auf der „Sterkrader Heide“ weidenden Schafe von dem gefährlichen Plastikmüll verschont.

Reinigungskosten durch Bürgerengagement mehr als halbiert

Mit ihrer Reinigungsaktion kamen die Helfer damit auch den Reinigungskräften der WBO zuvor, die erst zwei Tage später mit einer Saugerkolonne ausrückte. Die WBO-Mitarbeiter freuten sich allerdings, als sie acht gefüllte Müllsäcke vorfanden und letztlich weniger Aufwand betreiben mussten, den kleinteiligen Müll zu beseitigen. Letzten Endes hat die Stadt durch die Mithilfe der Sammler auch etwas Geld gespart. Die Wirtschaftsbetriebe hatten ursprünglich mit Kosten von 10.000 Euro kalkuliert. Am Ende kostete der Einsatz nur noch 4000 Euro.

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