Rathausservice

SPD will den „Bürgerkoffer“ für Oberhausen öffnen

Nicht jeder Bürger schafft es bis ins Rathaus – der „Bürgerkoffer“ könnte wichtige Dienste leisten.

Nicht jeder Bürger schafft es bis ins Rathaus – der „Bürgerkoffer“ könnte wichtige Dienste leisten.

Foto: Hans Blossey / FFS

Oberhausen.  Die SPD plädiert für den „Bürgerkoffer“, der die Stadtverwaltung mobil macht und ortsunabhängige Verwaltungsdienste ermöglicht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die SPD will in Oberhausen den „Bürgerkoffer“ öffnen. Dabei handelt es sich um ein spezielles Projekt, das vor allem älteren Menschen helfen soll, Dienstleistungen des Rathauses ortsunabhängig in Anspruch zu nehmen.

Für viele Bürgerinnen und Bürger seien die Wartezeiten ein großes Problem, wenn sie beispielsweise ihren Personalausweis verlängern oder sich einfach nur ummelden möchten, so die SPD. Es gebe jedoch Menschen, die erst gar nicht den Weg zur Bezirksverwaltungsstelle schaffen würden. Es handele sich dabei oft um nicht mehr mobile Seniorinnen und Senioren oder Menschen, die unter einer Behinderung leiden und auf Hilfe angewiesen seien.

Mobiler Bürgerservice

Um auch diesen Personen ihre Eigenständigkeit bei solchen Amtsgängen zu erhalten, spricht sich die SPD-Fraktion für die Anschaffung eines so genannten „Bürgerkoffers“ aus. Dabei handelt es sich um einen mobilen Bürgerservice, der von einem Verwaltungsmitarbeiter vor Ort in den Stadtteilen geleistet wird. Der „Bürgerkoffer“ besteht in der Regel aus einem Laptop, einem Drucker und einem Scanner und ist mit der Software im Rathaus vernetzt. So ist es möglicht, dass etwa die Beantragung von Personalausweisen, Aufenthaltsbescheinigungen, Ummeldungen, Meldebescheinigungen über Führungszeugnisse und Beglaubigungen ortsunabhängig angeboten werden können. Es ist sogar möglich, vor Ort vorläufige Personalausweise zu drucken, ergänzt die SPD.

SPD-Fraktionsvorsitzende Sonja Bongers: „Der Bürgerkoffer könnte zum Beispiel regelmäßig an Orten wie den neuen Quartiersbüros oder in Alteneinrichtungen zum Einsatz kommen. Hierzu wäre es praktisch, wenn die Verwaltung ein Konzept erarbeitet, welches die regelmäßig aufzusuchenden Standorte festlegt.“

Positive Einschätzungen aus Recklinghausen und Düren

Das Projekt ist in manchen Städten bereits verwirklicht. In Recklinghausen zum Beispiel gibt es den „Bürgerkoffer“ bereits seit 2014. Auch Hausbesuche der Verwaltung sind dort seitdem möglich, wenn der jeweilige Bürger „aus Gründen des Alters oder einer Behinderung nicht mehr in der Lage ist, in das zentrale Bürgerbüro oder zu einem der externen Standorte zu kommen“, wie es auf der Internetseite der Stadt Recklinghausen heißt. Zudem macht der „Bürgerkoffer“ dort regelmäßig nach einem festen Fahrplan in öffentlichen Einrichtungen für zwei Stunden Station.

Positive Reaktionen gibt es auch aus der Stadt Düren, die das Projekt Ende 2016 gestartet hat. Die Fallzahlen sind dort kontinuierlich gestiegen. Betreuer oder Angehörige von Pflegebedürftigen, so heißt es dort, seien froh über die mobile Dienstleistung, die enorme Zeitersparnisse für alle Beteiligten bedeute. Mit dem „Bürgerkoffer“ nehme man eine Vorreiterfunktion ein. Andere Städte seien darauf aufmerksam geworden und hätten sich bereits erkundigt. Sonja Bongers zeigt sich mit Blick auf Oberhausen überzeugt: „Dieses Angebot ist eine einfache Möglichkeit, um den betroffenen Menschen ein bisschen mehr Teilhabe zu ermöglichen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben