Rock-Festival

So trotzt das Festival „Oberhausen rockt“ dem Donnerwetter

Kurze Dusche bei „Oberhausen rockt“, dann geht’s weiter: Am Stadion Niederrhein tobte sich das Gewitter vom Samstag im Gegensatz zum Stadtnorden kaum aus.

Kurze Dusche bei „Oberhausen rockt“, dann geht’s weiter: Am Stadion Niederrhein tobte sich das Gewitter vom Samstag im Gegensatz zum Stadtnorden kaum aus.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Neun Stunden feiert das Festival „Oberhausen rockt“ bei guter Stimmung neben dem Stadion. Als das Gewitter aufzieht, haben die Fans Glück.

Sie singen laut „Thunder“ und plötzlich donnert es wirklich – auch das Festival „Oberhausen rockt“ erhält am späten Samstagnachmittag Besuch von einem Gewitter-Guss. Doch im Gegensatz zum Stadtnorden, wo sich in manchen Innenhöfen kurzzeitig sogar das Wasser staut, läuft das Unwetter am Stadion Niederrhein recht glimpflich ab. Kurzer Regen, fernes Grummeln – dann übernehmen die Cover-Hits von Bands wie AC/DC und ihrem „Thunderstruck“ wieder das Kommando.

Oberhausen rockt mit wehender Matte und Pommesgabel

Tribute- und Cover-Könner versammeln sich auf dem Stadtsportbundgelände. Die Fans formen ihre Finger zur in der Metal- und Rockszene üblichen „Pommesgabel“, bewegen ihren Kopf ruckartig rauf und runter und lassen lange Haare im Wind flattern. Neun Stunden Musik – große Hits von Marius Müller-Westernhagen, den Toten Hosen und Supertramp. Ein wilder Genre-Ritt durch die Musik-Geschichte beginnt.

Die glühende Hitze an den Tagen zuvor, die prognostizierte Gewitterneigung und die zunehmende Festival-Konkurrenz in der Region hat auch hier Spuren hinterlassen. Es sind weniger Fans gekommen als im Vorjahr – im Durchlauf sollten es bis zum Feierabend knapp 1.500 Anhänger gewesen sein. Als Veranstalter hat das Cateringunternehmen Höppner das rockende Ruder übernommen. Vorgänger Oliver Prochnau hilft als Mitorganisator bei der musikalischen Auswahl.

Singende Dreamer huldigen den Hits von Ozzy Osbourne

Unzufrieden ist Veranstalter Hans-Joachim Höppner mit der Premiere aber nicht. „Die Stimmung ist gut, die Besucher haben ihren Spaß und die Bands geben auf der Bühne ihr Bestes.“ Beim Wetter sei man sowieso machtlos. Als der mögliche Gewitter-Schauer absehbar wurde, habe man die Besucher mit Durchsagen auf der Bühne informiert. Der überwiegende Teil habe aber auf dem Gelände weitergefeiert.

Die Zusammenstellung des Line-ups gestaltete sich in diesem Jahr nicht ganz einfach: Als der Sänger der Tribute-Truppe Motörhäze, die den Musikern von Motörhead huldigen, plötzlich verstarb, mussten die Macher kurzfristig umplanen. Letztlich gelang es durch glühende Telefonleitungen Blizzard of Ozz, die Hits der britischen Hardrock-Legende Ozzy Osbourne spielen, zu verpflichten. Und das kommt in der Grünanlage neben dem Stadion Niederrhein an. Wehende Matte, kreisrunde Sonnenbrille und eine priesterhafter Umhang: Auch optischen Details lassen die aus Deutschland und Großbritannien stammenden Musiker wenig vermissen.

Rätselhafte Songs am Ufer des Rhein-Herne-Kanals

Ein Hauch von Black Sabbath weht durch die Feiergemeinde. Alle fühlen sich plötzlich wie „Iron Man“, die dem stärksten Wind trotzen können. Die Stimme dringt durch. Ein Traum von Ozzy! Mancher Festivalbesucher lässt als williger „Dreamer“ den Kopf zum Rhythmus wippen.

Das Wechselspiel auf der Bühne kommt an. Mancher Kiebitz wagt einen Blick von der benachbarten Slinky-Brücke, die den Brückenschlag über den Rhein-Herne-Kanal zum Kaisergarten wagt.

Sie sehen außerhalb des Fetengeländes zwar nichts von der Bühne, aber lauschen den bekannten Melodien. War das nicht was von Status Quo? „In the Army now?“, „Könnte sein!“ – die Gruppe „Tribute to Status Quo“ aus Hannover versorgt die Fangemeinde mit Mitsingsongs. Nur wenige müssen wirklich rätseln.

Sänger Nockes beweist sich als Scherzbold des Tages

Als Scherzbold des Tages beweist sich Sänger Nockes von den Oberhausener Heimspiel-Band Nockrock. „Wird euch jetzt endlich wieder warm? Ich habe gehört, dass ihr in den vergangenen Tagen leicht gefroren habt“, sagt er Sänger brühwarm nach der Hitzewelle.

Sein T-Shirt hat er zum Planschen in Schallwellen schon abgelegt. Oberkörper frei funktioniert eben nicht nur beim „Summer of 69“. Auch rockende Musiker kennen offenbar die Spuren der Vergangenheit: Das Stadtsportgelände diente früher schließlich mal als Freibad.

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