Europa-Wahlkampf

Schulz wettert gegen Strache: „Korrupt bis in die Knochen!“

Fingerzeig für die Zukunft Europas: Martin Schulz im Kino „Lichtburg“ in Oberhausen.

Fingerzeig für die Zukunft Europas: Martin Schulz im Kino „Lichtburg“ in Oberhausen.

Foto: Kerstin BögehoLZ

Oberhausen.  Heiße Phase des Europa-Wahlkampfs in Oberhausen: SPD-Politiker Martin Schulz wirbt für die EU und wettert gegen Ex-FPÖ-Chef Strache.

Einen Tag nach SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley hat der langjährige Europa-Spitzenpolitiker und Ex-Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten in Oberhausen vorbeigeschaut: Martin Schulz absolvierte am Donnerstag im Saal des Lichtburg-Kinos einen Wahlkampfauftritt und diskutierte mit den Zuhörern.

Schulz stand kaum am Rednerpult, da drehte er sofort europapolitisch auf. Und man merkte in jeder Sekunde seiner Ausführungen, dass ihm als ehemaligen Präsidenten des Europaparlaments das Thema am Herzen liegt. Die europäische Verständigung und die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die später in die EG und dann die EU mündete, hätten dem Kontinent Demokratie, Freiheit und Wohlstand gebracht. Im Vergleich dazu sei die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts von Weltkriegen, Wirtschaftskrisen und Nazi-Diktatur geprägt worden.

„Diese Typen sind die Zerstörer Europas!“

Schulz forderte alle Zuhörer auf, Europa offensiv zu verteidigen und formulierte mit Blick auf neue Rechtsextreme und Populisten: „Diese Typen sind die Zerstörer Europas!“ Der Sozialdemokrat legte nach und rief mit Blick auf die Krise in Österreich, aufs Ibiza-Video und Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache: „Solche Leute nennt man korrupt bis in die Knochen!“ Dies habe er auch als Bürgermeister von Würselen immer wieder zuvor erlebt, zum Beispiel wenn es um den Gewässerschutz ging.

Doch dann müsse man etwas dagegen tun und nicht Europa als Verständigungsprojekt komplett abschaffen. Das 21. Jahrhundert werde von China und Indien mit ihren riesigen Bevölkerungszahlen bestimmt, ergänzte der Politiker. Nur die Europäische Union, nicht die Einzelstaaten, seien in der Lage, weltpolitisch überhaupt Gehör zu finden und europäische Ideen wie Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und nachhaltigen Umweltschutz auf globaler Ebene zu verteidigen.

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