Europawahl

Schüler wählen bei Juniorwahl das Europaparlament

Europawahl für die, die nicht wählen dürfen: Die 12-jährige Josuela (Mitte) gibt ihre Stimme an der Heinrich-Böll-Gesamtschule ab.

Europawahl für die, die nicht wählen dürfen: Die 12-jährige Josuela (Mitte) gibt ihre Stimme an der Heinrich-Böll-Gesamtschule ab.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Echte Wahlzettel und Urnengang. An der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Oberhausen dürfen auch Schüler bereits das EU-Parlament wählen.

Am Sonntag ist es soweit, dann dürfen auch hierzulande EU-Bürger das Europäische Parlament wählen. Zumindest alle Bürgerinnen und Bürger, die mindestens 18 Jahre alt sind und ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Das trifft auf die meisten Schüler der Klassen 7,10 und 11 der Heinrich-Böll-Gesamtschule zwar nicht zu, dennoch durften sie bereits ihre Stimme abgeben. Oberhausens einzige Europaschule beteiligt sich nämlich an der

„Juniorwahl“, an der bundesweit rund 2760 Schulen teilnehmen. Dabei verwandelt sich Klassenraum E101 in ein richtiges Wahllokal mit echten Wahlkabinen und Original-Stimmzetteln. Sogar einen echten Wahlaufruf an die Schüler gab es.

„Die Schüler konnten unter realen Bedingungen wählen und haben so kennengelernt, wie eine demokratische Wahl funktioniert“, sagt Lehrerin Julia Brandt.

Europa-Crash-Kurs an der Schule

Im Vorfeld haben sich die Schüler, die meisten zwischen 13 und 17 Jahre alt, in den Fächern Sozialwissenschaften und Politik drei Wochen lang in einer Art Europa Crash-Kurs mit der Europäischen Union, der bevorstehenden Europawahl und den antretenden Parteien befasst. Für viele eine absolute Premiere. „Ich habe mich zum ersten Mal mit den Parteien und ihren Programmen auseinandergesetzt“, sagt Lisa (17). Ein Großteil der Schüler würde am liebsten schon bei der echten Wahl am Sonntag mitmachen. Europa geht uns doch genauso etwas an, so der Tenor. Eine Herabsetzung des Wahlalters können sich viele vorstellen.

Schüler sehen konservative Parteien vorne

Lisa ist da anderer Meinung: „Wir sind in einem Alter, in dem viele junge Menschen noch eher naiv und anfällig für Manipulationen sind.“ So fällt auch die Prognose der Schüler für die Europawahl eher zugunsten von CDU und AfD aus. Zwar würden auch die Grünen aufgrund ihrer Klimapolitik besser abschneiden, wenn mehr junge Leute wählen dürften, doch auch ihre Altersstufe sei anfällig für extreme Positionen im rechten politischen Spektrum. Am Sonntag um 18 Uhr gibt es das bundesweite Ergebnis der Juniorwahl. Dann wird deutlich, wie die politische Stimmung der Jugendlichen unter 18 im Land aussieht.

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