Bürgerbeteiligungsprojekt

Oberhausener Bürger: Weniger parkende Autos unter den Bäumen

Der Altmarkt mitten in der Oberhausener Innenstadt ist ein besonders schöner Platz, der aber durchaus verstärkt belebt werden könnte. Einzige direkte Gastronomie ist bisher das deutsch-polnische Kulturbistro Gdanska.

Der Altmarkt mitten in der Oberhausener Innenstadt ist ein besonders schöner Platz, der aber durchaus verstärkt belebt werden könnte. Einzige direkte Gastronomie ist bisher das deutsch-polnische Kulturbistro Gdanska.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Oberhausen.  Wie kann man in Oberhausen besser leben? Die ersten Vorschläge von Bürgern lassen hoffen, dass das Brost-Projekt tolle Ideen hervorbringt.

Kastriert endlich die freilaufenden Katzen, kontrolliert die Anleinpflicht für Hunde und sorgt dafür, dass der Altmarkt in der Oberhausener Innenstadt ein touristisch attraktives Zentrum wird – engagierte Bürger nutzen bereits das neue Beteiligungsprojekt der Brost-Stiftung „Ruhrgebiet besser machen“, um ihre Ideen einzubringen.

17 Vorschläge haben Oberhausener zu Beginn des Projektes auf der Online-Plattform (ruhrgebietbessermachen.de/ideen/alle) notiert – damit liegt Oberhausen unter den drei beteiligten Pilotstädten des Brost-Bürgerbeteiligungsvorhabens auf dem ersten Platz. Für Herne sind mittlerweile 14 Bürgerideen eingegangen, für Bottrop zehn.

Jeder kann teilnehmen und damit helfen, das Ruhrgebiet besser zu machen. Im realen Leben startet die Initiative der Brost-Stiftung am nächsten Montag, 20. Januar, um 19 Uhr mit dem ersten von elf Kneipengesprächen in elf Stadtteilen, zu denen sich jeder noch anmelden kann (auf der Projekt-Internetseite www.ruhrgebietbessermachen.de oder telefonisch unter 0201-7499 3616.

Die bisherigen Verbesserungsideen der Oberhausener jedenfalls sind wohl überlegt, klar, konkret – und äußerst bedenkenswert. So rät Boris Dresen etwa, das schöne Bismarck- und Marienstadtquartier durch weniger parkende Autos und mehr Außengastronomie aufzumöbeln: „Das Viertel hat durch seinen großen Baumbestand eine schöne Atmosphäre. Leider ist das Parken überall zwischen den Bäumen erlaubt. So kann sich keine attraktive Außengastronomie entwickeln; auch Läden haben keine Möglichkeit, ihr Sortiment auf der Straße zur Schau zu stellen.“

Oberhausener Innenstadt als urbanes Zentrum entwickeln

Klaus K. empfiehlt, das Viertel rund um den Altmarkt in der Innenstadt zu einem urbanen Zentrum zu entwickeln: „Der Altmarkt bis hin zum Café Extrablatt bietet bisher zu wenig. Neben zusätzlicher Gastronomie (Café, Eisdiele) könnte man zur Belebung an ein (Backpacker)Hostel denken.“

Als mangelhaft sehen offenbar nicht wenige Bürger Alternativen zum Privatwagen an („Es ist schon seit längerer Zeit relativ schwierig geworden, hier gut von A nach B zu kommen, wenn man kein Auto hat“). Deshalb schlagen einige hier praxisnahe Verbesserungen vor: Zuverlässigere Info-Apps über Ausfälle und Pünktlichkeit aktueller Busse, das eher schlecht ans Metropolrad-Fahrradleihnetz angebundene Alstaden mit einer Metropolrad-Station ausrüsten und an der Haltestelle Taunusstraße eine überdachte Sitzgelegenheit einrichten.

Flexibleres VRR-Monatsticket für Jugendliche

Stefan S. hat die Idee eines flexibleren Verkehrsverbund-Monatstickets für Kinder und Jugendliche im Oberhausener Stadtgebiet mit der Preisstufe A2: „Durch dieses Ticket kann Autoverkehr vermieden werden, wie Elterntaxis. Die Tickets Schokoticket, YoungTicketPlus und Ticket 1000 sind keine hinreichenden Alternativen.“

Mehr Aufmerksamkeit sollte die Stadt auch den Tieren widmen: Um das Leiden wild lebender Katzen zu verringern, schlägt Daniela Joachim eine Kastrationspflicht vor. Zum Schutz heimischer Tierarten in Parks und Wäldern sollte nach Ansicht von „Andrea2020“ die Anleinpflicht von Hunden stärker kontrolliert und geahndet werden. „Es soll allen Bürgern inklusive Kindern und Älteren angstfrei und gern ermöglicht werden, die wenigen Grünzonen in der Stadt auch für die Naherholung zu nutzen. Nicht jeder mag es, von Hunden belästigt zu werden.“

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben