Weihnachtsbäume

Oberhausen: Familie verkauft seit 50 Jahren Weihnachtsbäume

In der Nähe vom Vincenzhaus findet jeder den passenden Baum: Gustav (l.) und Sohn Sven Hoffmann sind zur Weihnachtszeit voll im Einsatz.

In der Nähe vom Vincenzhaus findet jeder den passenden Baum: Gustav (l.) und Sohn Sven Hoffmann sind zur Weihnachtszeit voll im Einsatz.

Foto: Mara Tröger / Funke Foto Services

Oberhausen.  Familie Hoffmann verkauft seit 50 Jahren an der Lothringer Straße in Oberhausen Weihnachtsbäume. Kunden kommen bereits in der dritten Generation.

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Den richtigen Weihnachtsbaum auszusuchen ist manchmal gar nicht so einfach. „Geduld ist das A und O. Als Kunde, aber auch als Verkäufer“, sagt Gustav Hoffmann und lacht. Seit nunmehr 50 Jahren verkauft der Oberhausener im Familienbetrieb Weihnachtsbäume, über 30 davon an der Lothringer Straße gleich hinterm Vincenzhaus. Dabei kommen einige der über die Jahrzehnte gewonnenen Stammkunden bereits in der dritten Generation zu ihm.

Alles begann 1969 mit einem kleinen Verkaufsstand an der Mellinghofer Straße, nachdem der heute 84-Jährige durch Verwandte in Norddeutschland mit dem Geschäft in Kontakt kam. Anfangs noch im kleinen Rahmen wurden es mit der Zeit immer mehr Bäume, die auch am Altmarkt verkauft wurden. Die Bäume selbst stammen aus dem Sauerland, wo Gustav Hoffmann gemeinsam mit seinem Sohn Sven diese besichtigt und auswählt. „100 der insgesamt 1000 Bäume bringen wir als ersten Schwung selbst mit dem Schlepper nach Oberhausen. Der Rest wird dann zur Hochphase per Großtransport gebracht“, erklärt Sven Hoffmann.

Nordmanntanne ist der unangefochtene Verkaufsschlager

Die Hochphase des Weihnachtsbaumverkaufs beginnt derweil mit dem Anbrechen des 3. Advents. Die Nordmanntanne ist dabei der unangefochtene Verkaufsschlager. Die Blautanne oder die Fichte werden kaum noch angefragt. „Für die meisten Familien gehört der Weihnachtsbaum zum Fest einfach dazu. Nur gibt es heute viel mehr Singlehaushalte als noch vor 20 Jahren, wo das Interesse geringer ist“, berichtet Sven Hoffmann, der bereits zu seiner Schulzeit bei seinem Vater aushalf.

Schon vor Jahren hat er den Familienbetrieb übernommen. Dabei geht Sven Hoffmann die anderen elf Monate einer nicht-weihnachtlichen Tätigkeit nach, wenn er für die Mercedes Benz AG arbeitet. Für Dezember nimmt sich der Oberhausener extra drei Wochen Urlaub. Dass er anstatt am Strand unter Palmen in der Kälte zwischen Tannenbäumen steht, empfindet er aber auch nach all den Jahren als „eine schöne Erholung vom normalen Arbeitsalltag.“

Gustav Hoffmann: „Nur schmücken müssen die Leute ihn selbst“

Bis zu 80 Arbeitsstunden pro Woche kommen dabei zusammen, schließlich bringen die Hoffmanns auf Wunsch die Bäume auch direkt ins Wohnzimmer. „Nur schmücken müssen die Leute ihn selbst“, fügt Gustav Hoffmann mit einem Augenzwinkern an. Bis zu 40 Bäume werden pro Tag verkauft.

An diesem 3. Advent, 15. Dezember, wird von 10 bis 15 Uhr ein großer Jubiläumsverkauf mit Glühwein und Reibekuchen veranstaltet. Ein Teil der Einnahmen wird dabei an die Oberhausener Tafel gespendet. Ans Aufhören denkt Gustav Hoffmann übrigens noch lange nicht. „Der Weihnachtsmann geht ja auch nicht in den Ruhestand. Solange ich gesund bleibe, stehe ich hier. Bei Regen oder Schnee.“

Familientradition an die nächste Generation weitergeben

Und was den Nachwuchs angeht, könnte die nächste Generation die Familientradition fortsetzen, auch wenn Sven Hoffmann erstmal selbst noch die Zügel in der Hand behält. „Meine Tochter ist erst neun, also für diese Arbeit noch viel zu klein. Den Urlaub im Dezember für die nächsten zwanzig Jahre habe ich aber fest eingeplant.“

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