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Oberhausen: Bei Antiquitäten Bloch gibt es Edles von früher

Den Glanz vergangener Tage bietet Marlies Bloch in ihrem Geschäft an der Langemarkstraße an. Für Sie ist das Luxus, der auch bezahlbar ist.

Den Glanz vergangener Tage bietet Marlies Bloch in ihrem Geschäft an der Langemarkstraße an. Für Sie ist das Luxus, der auch bezahlbar ist.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Seit fast 35 Jahren verkauft Marlies Bloch Schönes und Teures aus den letzten Jahrhunderten. Nicht nur wohlhabende Kunden kaufen bei ihr ein.

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Die Marktstraße ist sicherlich nicht die Königsallee und auch so schöne Straßen wie die Langemarkstraße und die Elsässer Straße bezeichnet der Oberhausener heute nicht unbedingt als Prachtmeilen, wo Mann und Frau von Welt flaniert und der Rubel rollt. Dennoch zieht es immer wieder durchaus betuchte Kundschaft aus Düsseldorf und Mülheim in die Altstadt. Der Grund: das fein sortierte und exquisite Antiquitätengeschäft von Marlies Bloch in der Langemarkstraße. Aber auch Normalverdiener können sich dort ein bisschen was vom Luxus vergangener Tage leisten.

Schon am Schaufenster im Bert-Brecht-Haus bekommt man einen ersten flüchtigen Eindruck davon, was einen dreißig Meter weiter erwartet. Man muss nur dem goldenen Pfeil folgen. Am Ladengeschäft angekommen, gilt es dann zunächst die verschlossene Ladentür zu überwinden (die Sicherheit!), doch dann gelangt man auf Einladung der herzlichen Inhaberin in ein wahres Reich der schönen Dinge.

70 Quadratmeter voll mit teuren Antiquitäten

Auf knapp 70 Quadratmetern präsentiert die 73-jährige Oberhausenerin feinste handgefertigte Waren vom mehrteiligen Silber-Service bis zur antiken Mahagoni-Kommode aus dem 18. Jahrhundert. „Das ist reinster Luxus“, bringt es Marlies Bloch auf den Punkt, deren Begeisterung für ihre glanzvollen Waren unweigerlich auch auf den Kunden überspringt.

Der Betrachter staunt über üppige venezianische Spiegel, Mobiliar aus der viktorianischen Zeit, als König George III. noch über die Engländer herrschte, über Prunkvasen, über edles Porzellan aus traditionsreichen deutschen Manufakturen wie Meissen und Fürstenberg, Glaskaraffen und über Silber, Silber, Sterling Silber – vom Senflöffel bis hin zum Handspiegel. Aber auch Neues ist dabei, wie etwa die von innen vergoldeten Champagner-Becher von Sieger für etwa 120 Euro das Stück.

Marlies Bloch verkauft Tee-Garnituren für 4000 Euro

Ein paar flüchtige Blicke streifen über die handgeschriebenen Preisschilder und man glaubt es kaum: Viele Sachen sind auch mit einem kleineren Geldbeutel zu erstehen. Es gibt gebrauchte Schmuckanhänger für unter 10 Euro, vieles – egal ob Schmuckschatulle oder Whisky-Karaffe – bewegt sich allerdings zwischen 100 und 500 Euro. „So eine ganze Tee-Garnitur aus Silber kann schon 4000 Euro kosten“, sagt Marlies Bloch. Möbel, bei denen man noch ein paar Tausender drauflegen muss, werden allerdings schon länger nicht mehr nachgefragt, weiß die Expertin, die ihre Waren in England und Irland einkauft.

Ihr Fachgeschäft, dessen wohlige Gemütlichkeit so manchem designhörigen Verkaufsort heute abhandengekommen scheint, ist aber nichts für Prahler und Protzer. Ihre Kundschaft schätzt das von Hand Gefertigte. „Die meisten Menschen kaufen heute Sachen zum Wegwerfen.“ Wenn Marlies Bloch sich eine Porzellantasse anschaut, dann erkenne sie jeden Arbeitsschritt daran, der nötig war, um sie zu fertigen. Kunden bittet sie aber auch darum: „Benutzt es auch.“ Viel zu schade seien ihre „kleinen schönen Dinge, an denen man sich erfreuen kann“, um sie nur in die Vitrine zu stellen.

Im Laden zu sein ist „Luxus für die Seele“

Marlies Bloch, die im nächsten Jahr das 35. Jubiläum ihrer Selbstständigkeit als Antiquitätenverkäuferin feiert, sagt offen und ehrlich, dass sie von dem Geschäft allein heute nicht leben könnte. Laufkundschaft sei in der City selten, dagegen halten Stammkunden aus nah und fern ihr die Treue.

So lädt die glühende Verfechterin einer vornehmen (aber nicht abgehobenen) Tischkultur häufiger an die von ihr elegant gedeckten Tafeln oder zum Whisky-Tasting ins Geschäft ein. Denn für Marlies Bloch ist Luxus „hier zu sein im Laden, umgeben von all den schönen Dingen“, denn das sei „Luxus für die Seele“. Mit Geld habe das nichts zu tun.

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