Burg Vondern

Ein Hauch von Versailles: neuer Spiegelsaal auf Burg Vondern

Begeisterte Burgförderer: Der Spiegel aus altehrwürdigem Adelshaus glänzt in historischer Pracht.

Begeisterte Burgförderer: Der Spiegel aus altehrwürdigem Adelshaus glänzt in historischer Pracht.

Foto: Carsten Walden

OBERHAUSEN.   Von 1869 ins Jahr 2019 – einen weiten zeitlichen Bogen spannt die jüngste Aktion des Förderkreises auf Burg Vondern.

Für die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung des Förderkreises der Burg Vondern gab’s jetzt eine Überraschung: „Kommt mal gucken!“ Ein Raunen und Staunen ging durch den Raum, als die Burgförderer erkannten: Der Hochzeitsspiegel aus der gräflichen Familie Nesselrode hat über Schloss Herrnstein die Burg Vondern erreicht. Er steht jetzt da, wo noch vor 40 Jahren Korn, Heu und Stroh gelagert waren.

Die Vorgeschichte dazu hat’s in sich: Tags zuvor hatte der gräfliche „Haus- und Hofschreiner“ Wilhelm Gießelbach den Hochzeitsspiegel von Burg Herrnstein, gelegen in Ruppichteroth im Rhein-Sieg-Kreis, geliefert, zusammengesetzt und angebracht. Schon seit November 2010 war die Leihgabe auf verschlungenen Wegen zur Burg Vondern unterwegs.

Edles Ambiente: Spiegel und persische Teppichkunst

Förderkreis-Vorsitzender Walter Paßgang erklärt: „Der Spiegel stammt ursprünglich aus dem Hochzeitsgut von Elisabeth Freiin von Vittinghoff. gen. Schell zu Schellenberg, und ihrem Ehemann Johann Hermann Heidenreich Graf Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein.“

Firmenchef Ulli Ahrens vom gleichnamigen Bedachungsgeschäft hatte mit der Zusage, die Kosten für den Transport und die Aufstellung zu übernehmen, die Grundlage für diese besondere Anschaffung historischen Kulturguts geschaffen.

Immerhin heirateten besagte adlige Herrschaften im Oktober 1869! Der Spiegel aus dem 19. Jahrhundert hat jetzt gute Gesellschaft, denn direkt davor liegt eine Spende der Erben Hans-Joachim und Bernd Neifer: ein handgeknüpfter persischer Bachtiar-Teppich.

Zudem sind im Herrenhaus nun zwei historische Schränke aus dem Handelsunternehmen von Hugo und Cläre Stinnes zu bewundern. Die Mitglieder des Förderkreises bedankten sich bei den Spendern (auch Optik Giepen gehörte zum Kreis der Sponsoren).

Gute Bilanz für das Jahr 2018

Zugleich blickten die Burgförderer aufs Jahr 2018 zurück: eine „gesunde“ Kassenlage; erfolgreiche eigene Veranstaltungen von den Vondern-Games bis zu den Sonntagsmatineen, ein Aktionstag aller Oberhausener Service-Clubs mit einem Reinerlös von rund 8000 Euro für das Oberhausener Friedensdorf – all das wurde erfreut zur Kenntnis genommen. Auch die Ausstellungen und verschiedene Messeveranstaltungen ortsansässiger Firmen brachten Erfolg und Resonanz für die Burg über die Grenzen Oberhausens hinaus.

Fenstersanierung im Herrenhaus

Angeschafft wurde übrigens auch neues Geschirr. Der Erwerb neuer Tische für die Remise steht zudem bevor. Als Nächstes saniert die OGM die Fenster im Herrenhaus, und auch Mauerteile im Eingangsbereich des Herrenhauses erhalten ein neues Fundament.

>>>>>> Archiv bekommt neue Bleibe im Herrenhaus

Die Mitglieder nahmen bei der Versammlung ein neues Raumkonzept zur Kenntnis. Das Archiv bekommt eine neue Bleibe im Herrenhaus auf der Burg und wird weiter optimiert. Mit Dr. Matthias Böck soll die Geschichte der Aufsitzer auf Burg Vondern weiter vertieft werden. Prof. Werner Bergmann hat bereits eine Ausarbeitung über die Wappen an Torburg und Herrenhaus vorgelegt. Jetzt soll es an die Umsetzung und Erneuerung gehen.

Im Förderkreis laufen zudem mit Hochdruck die Vorbereitungen für das Ritterfest und die Vondern-Games. Am 13./14. Juli gibt es die 2. Schottischen Vondern-Games; das 11. Ritterfest startet am 20. und 21. Juli rund um Burg Vondern.

Bald gibt es einen neuen Flyer mit vielen Infos zum Förderkreis.

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