Kampf gegen Kriminelle

Neuer Oberhausener Polizeichef warnt „die bösen Buben“

Der neue junge Oberhausener Polizeipräsident Alexander Dierselhuis (Mitte) bei seiner offiziellen Amtseinführung im Gespräch mit dem ebenfalls neuen Ordnungsdezernenten Michael Jehn. Rechts daneben Polizeibeiratsvorsitzende Christa Müthing und Personalratsvorsitzender Roland Frank (ganz rechts).

Der neue junge Oberhausener Polizeipräsident Alexander Dierselhuis (Mitte) bei seiner offiziellen Amtseinführung im Gespräch mit dem ebenfalls neuen Ordnungsdezernenten Michael Jehn. Rechts daneben Polizeibeiratsvorsitzende Christa Müthing und Personalratsvorsitzender Roland Frank (ganz rechts).

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Bei seiner offiziellen Amtseinführung als Polizeipräsident formuliert der 36-jährige frühere Staatsanwalt Alexander Dierselhuis eindeutige Ziele.

Mit einer klaren Kampfansage an alle kriminellen Kräfte hat der neue Oberhausener Polizeipräsident Alexander Dierselhuis seine Rede bei seiner offiziellen feierlichen Amtseinführung im Ebertbad geschlossen. „Ich werde die Oberhausener Polizei so aufstellen, dass den bösen Buben klar ist: Wir als Polizei sind stets da, um das Recht durchzusetzen und Bürger zu schützen.“ Er wolle das Personal von derzeit 500 Mitarbeitern so effizient einsetzen wie möglich. „Ich möchte an vielen Rädchen drehen, um die Verfahrensabläufe zu optimieren.“

Mit Blick auf den anwesenden NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), den er für den Ausbau an Polizeianwärter-Stellen auf 2500 im Land lobte, bat Dierselhuis darum, Oberhausen künftig mit mehr Stellen aufzurüsten.

Nach den ersten sechs Wochen im neuen Amt bewertete der 36-jährige ehemalige Staatsanwalt die Oberhausener Polizeibehörde als gut aufgestellt: Durch die bisherige Schwerpunktarbeit bei Wohnungseinbrüchen und Taschendiebstählen seien sehr gute Erfolge erzielt worden. „Die Mitarbeiter setzen sich mit Inbrunst für diese Stadt ein.“ Um neue nötige Schwerpunkte zu ermitteln, lasse er derzeit eine umfangreiche Sicherheitsanalyse für ganz Oberhausen erstellen, bei dem nicht nur schnöde Zahlen und Statistiken eine Rolle spielen sollen, sondern auch alle beobachteten Lagebilder.

Das Sicherheitsgefühl der Bürger durch Nähe erhöhen

Mit der vom Landespolizeiorchester gespielten Oberhausen-Hymne der Misfits hatte die Feierstunde im Ebertbad am Dienstagmorgen vor 200 Gästen begonnen, bei der auch der bisherige Polizeipräsident Ingolf Möhring offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. Reul würdigte dessen fast vierjährige Arbeit in Oberhausen ausführlich: der Ausbau der Prävention, die Senkung der Wohnungseinbrüche, das neue Haus des Jugendrechts, die gemeinsame Mobile Wache mit dem Ordnungsdienst, die geplante Anlaufstelle auf der Marktstraße. „Nah bei den Bürgern sein – das ist wohl das wirksamste, um das öffentliche Sicherheitsgefühl zu erhöhen“, sagte Reul.

Mit seiner Entscheidung für Dierselhuis als neuen Polizeipräsidenten (Reul: „Frischer Wind und hohe Fachkompetenz“, „ein fleißiger und eifriger Ermittler“) bleibt das Polizeipräsidium entgegen allen Unkenrufen in den nächsten Jahren eigenständig. „Das Präsidium funktioniert gut, es wäre Unsinn, daran zu rütteln. Ich glaube, dass es besser ist für die Polizei, nah dran zu sein als weit weg“, sagte der Minister am Rande der Veranstaltung. Seit der Fusion der beiden Polizeipräsidien Essen und Mülheim zu einer Großbehörde im Jahre 2007 gab es immer wieder Gerüchte, Oberhausen werde ebenfalls irgendwo einem anderen Präsidium zugeschlagen.

Erfolg ohne Effekthascherei

Der Oberhausener Personalratsvorsitzende Roland Frank hob während der Feierstunde die Arbeitsweise von Möhring überschwänglich hervor: „Er beeindruckte durch Solidität, Bedachtsamkeit, Zuverlässigkeit und Unaufgeregtheit – Erfolg geht eben auch so, ohne Effekthascherei.“ Unter seinem neuen Chef erwartet er viele Veränderungen. „Neue Ideen und Impulse scheinen programmiert, das wird also spannend.“ Die Polizeibeiratsvorsitzende Christa Müthing hofft, dass Dierselhuis länger bleibt als seine Vorgänger Kerstin Wittmeier (fünf Jahre) und Ingolf Möhring (knapp vier Jahre). „Wir wünschen uns mehr Kontinuität.“

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