Kommentar

Moralisch versagt

Ein Kommentar von Peter Szymaniak

Ein Kommentar von Peter Szymaniak

Foto: Gerd Bertelmann / funkegrafik nrw

Eine Oberhausener Ratsfrau, die einst antrat, vieles besser als andere zu machen, rechnet Taxifahrten für ihre Fußball-Tochter ab. Ein Kommentar.

Oberhausen. Sie wollten so vieles besser machen, die Mitglieder des Bündnisses Oberhausener Bürger (BOB), die auf Anhieb mit 8,6 Prozent 2014 in den Rat zogen. Doch die fünf Ratsmitglieder zerstritten sich, spalteten sich mehrfach, versöhnten sich zum Teil wieder. Entstanden ist daraus statt einer fünfköpfigen Fraktion zwei zweiköpfige Gruppen und eine Einzelratsfrau.

Für die Steuerzahler ist der politische Kindergarten ein teures Desaster: Eine Gruppe kostet etwa 130.000 Euro Zuschuss an Personal-, Sach- und Mietausgaben. Nun schlägt die einzig verbliebene Bürgerlisten-Ratsfrau aber dem Fass den Boden aus – wer persönlich einen Chauffeur für seine Tochter auf Staatskosten einstellt, erfüllt die zu Recht von der Gesellschaft verlangte Vorbildfunktion von Politikern nicht.

Das ist gerade bei Andrea-Cora Walther enttäuschend: Sie bereichert die Ratsdebatten mit pointiert-sachlichen Beiträgen, sie tritt engagiert für wichtige Themen ein. Doch moralisch hat sie versagt.

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