Prozess

Missbrauch an Kleinkind – Oberhausener soll animiert haben

Mit den Akten eines Falles aus Oberhausen beschäftigt sich nun das Landgericht Duisburg erneut.

Mit den Akten eines Falles aus Oberhausen beschäftigt sich nun das Landgericht Duisburg erneut.

Foto: Stephan Eickershoff / Funke Foto Services

Oberhausen.  Ein 30-jähriger Oberhausener soll ein scheußliches Verbrechen begangen haben, wehrt sich aber gegen die dafür bereits verhängte Haftstrafe.

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In zweiter Instanz wehrt sich ein 30-jähriger Oberhausener vor dem Landgericht Duisburg gegen eine Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Gefängnis. Das Amtsgericht Oberhausen hatte ihn wegen versuchter Anstiftung zum sexuellen Missbrauch und wegen Besitzes von Kinderpornografie zu dieser deutlichen Strafe verurteilt. Ende August 2016 soll der Angeklagte ein scheußliches Verbrechen begangen haben.

Er soll via Computer den sexuellen Übergriffen eines Mannes in Norddeutschland zugesehen und dabei per Chat Anregungen zu weiteren Straftaten gegeben haben. Der Haupttäter am anderen Ende des Datenübertragungsweges hatte damals bereits seit Monaten seine zweijährige Tochter missbraucht. Der Angeklagte hatte die Live-Show der schlimmsten Art über eine Internet-Plattform gefunden und bereits zuvor Missbrauchshandlungen und der perversen Tötung eines Hasen zugesehen.

Schlimmste Praktiken gewünscht

„Was geht denn noch?“ soll er den Kinderschänder gefragt haben. Und als dieser widerliche Vorschläge machte, soll der Angeklagte sich schlimmste Praktiken gewünscht und gedrängt haben: „Tust du es wirklich, oder warte ich wieder vergeblich?“ Die Pein für das Kind endete erst, als die Mutter des Haupttäters ihn überraschte. Inzwischen wurde der Norddeutsche vom Landgericht Lübeck zu zehn Jahren und neun Monaten Gefängnis wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt.

Im Zuge der Ermittlungen stießen die Fahnder bald auch auf den Oberhausener. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden Anfang Juli 2018 auf dem Rechner des Mannes einschlägige Bilddateien gefunden. Die äußeren Umstände des Geschehens ließ der Angeklagte durch seinen Verteidiger einräumen. „Wir haben allerdings rechtliche Bedenken gegen das Urteil“, so der Anwalt. Denn schließlich habe der Haupttäter nicht erst durch den Angeklagten beschlossen, seine Tochter sexuell zu missbrauchen. „Es scheint naheliegend, dass der Mann zur Tat bereits fest entschlossen war.“ Von einer Anstiftung könne dann keine Rede mehr sein.

Ob der Hauptanklagepunkt tatsächlich entfällt, will das Landgericht im kommenden Jahr überprüfen: durch eine Vernehmung des Haupttäters im Zeugenstand. Bis zur Neuverhandlung soll der Oberhausener außerdem psychiatrisch untersucht werden.

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