Klimakatastrophe

MAN-Mitarbeiter und IG Metall senden Brandbrief an Kanzlerin

Mitarbeiter des MAN-Konzerns und die IG Metall schreiben einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Mitarbeiter des MAN-Konzerns und die IG Metall schreiben einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Foto: DANIEL ELKE / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Gewerkschaft und MAN-Experten warnen: Klimawandel wird zur Katastrophe. Wasserstoff-Technologien könnten helfen – müssen aber gefördert werden.

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Mit einem Brandbrief wenden sich die Mitarbeiter des MAN-Konzernes mit Werk in Sterkrade und die Gewerkschaft IG Metall an die Bundesregierung. Für alarmierend halten die Absender, dass bislang getroffene Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe bei weitem nicht ausreichen. Dabei gebe es längst Technologien zur Erzeugung von CO2-neutralen Kraftstoffen – sie würden nur schlicht nicht gefördert.

Sogenannte „Power-to-X“, die MAN Energy Solutions maßgeblich mitentwickelt, erzeugt CO2-freien Wasserstoff und kann zu Kraftstoffen weiterverarbeitet werden. Eine Förderung dieser Technologie „ist längst überfällig und würde auch zur Sicherheit der Arbeitsplätze im Maschinenbau beitragen“, sagt Ulrich Breitbach, Referent des MAN-Betriebsrates.

Deutschland verfehlt die Klimaziele

Der Klimawandel droht zur Klimakatastrophe zu werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung von MAN-Betriebsrat und IG Metall. Das Ziel, den Verbrauch von Kohlenstoff drastisch zu reduzieren (Dekarbonisierung), könne Deutschland kaum noch erreichen. Ganze Bereiche wie die Industrie und das Wohnungswesen seien von der Vorgabe, den Verbrauch von Kohlenstoff zu reduzieren, nur ungenügend erfasst.

Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien allein reiche nicht aus, um die für 2020 gesteckten Klimaziele doch noch zu erreichen. Parallel müsse auch die Wasserstoff-Technologie gefördert werden. „Dass heute Windstrom für hunderte von Millionen Euro jährlich vernichtet wird statt für die Dekarbonisierung genutzt zu werden, ist ökologischer und finanzieller Irrsinn“, heißt es in der Erklärung.

Forderung: Befreiung von der EEG-Umlage

Betriebsräte und Gewerkschaft fordern: die Ausweitung der Projekte zur Erprobung von Wasserstoff-Technologien, Steuerfreiheit für die entsprechenden Produkte, Befreiung von der EEG-Umlage, Förderung des Einsatzes der Wasserstoff-Technologie in allen Sektoren – von der Industrie bis zum Endverbraucher.

Zu den Unterzeichnern gehören neben Helmut Brodrick, Betriebsratsvorsitzender der MAN Energy Solutions SE in Oberhausen auch dessen Kollegen sämtlicher MAN-Standorte in Deutschland, von Augsburg bis Berlin. Der Brief ist adressiert an Bundeskanzlerin Angela Merkel, das Bundeswirtschaftsministerium sowie die Ministerpräsidenten und Wirtschaftsministerien der einzelnen Bundesländer.

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