Gastronomie

Küchenchefs motzen den Aquapark auf

Martin Baudrexel (li.), Mario Kotaska (2. v. li.) und Ralf Zacherl (3 v. li.) gucken dem Aquapark-Restaurant in die Töpfe.

Martin Baudrexel (li.), Mario Kotaska (2. v. li.) und Ralf Zacherl (3 v. li.) gucken dem Aquapark-Restaurant in die Töpfe.

Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool

Oberhausen.  Ralf Zacherl, Martin Baudrexel und Mario Kotaska aus der TV-Sendung „Die Küchenchefs“ (Vox) kommen mit Kamerateam ins Bad am Centro. Ihre Kritik: Zu wenig Selbstgemachtes im Bistro „Zum Flöz“. Eine größere Küche muss her

Weltuntergangsstimmung verbreiteten drei Starköche unter den Mitarbeitern des Aquaparks am Centro. Harte Kritik prasselte auf Timo Schirmer, Betriebsleiter des Spaßbads, nieder wie der Wasserfall auf die Köpfe seiner Badegäste. Aber dafür waren Ralf Zacherl, Martin Baudrexel und Mario Kotaska schließlich auch da.

In ihrer Sendung „Die Küchenchefs“ helfen die drei Profiköche Restaurants mit schlechten Bewertungen oder Gästemangel wieder auf die Sprünge. Vor vier Wochen besuchten die Profis auch den Aquapark und nahmen das Bistro „Zum Flöz“ und die beiden Kantinen im Schwimmbereich unter die Lupe. Nun rückten die Fernsehleute erneut mit Kamera- und Produktionsteam an und schauten nach, ob ihre Ratschläge beherzigt wurden.

Speisekarte bestand überwiegend aus Convenience Food

Ein Hilferuf seien die Dreharbeiten im Spaßbad nicht gewesen, erklärt Betriebsleiter Timo Schirmer. „Wir haben aber gemerkt, dass wir unter der Woche wenig Gäste hatten.“ Beschwerden von den Besuchern habe es nicht gegeben.

Durch das Format „Die Küchenchefs“ hoffte Schirmer auf neue Impulse und vielleicht ein paar Rezepte. Die Kritikpunkte gingen den Profiköchen aber vorerst nicht aus.

„Wir haben keine raffinierte Gastronomie erwartet, aber wir waren sehr überrascht, dass die Speisekarte fast nur aus Convenience Food bestand“, sagt TV-Kritiker Martin Baudrexel. Mit Convenience Food meint er vorgefertigtes Essen – selbstgemachte Gerichte gehörten nicht zum Repertoire von „Zum Flöz“-Chefkoch Michael Jankowski. Das Angebot im Selbstbedienungsbereich sei zudem viel zu umfangreich, so dass sich Familien häufig auf lange Wartezeiten einstellen mussten.

Test-Essen überzeugte nicht

Mit dem Testessen, das in jeder Sendung vorkommt, waren die Küchenchefs nicht zufrieden. „Wir hatten aber auch einen schlechten Tag“, entschuldigt sich Schirmer. Der Bistro-Chefkoch sei erst wenige Tage im Dienst gewesen. Und dann ging all das schief, was schief gehen konnte: Das Schnitzel verbrannt, der Flammkuchen nicht durch und dann war da noch die Aufregung, die Chef und Personal zu schaffen machte. Ein hoffnungsloser Fall sei die Gastronomie im Aquapark nicht, meint Baudrexel: „Betriebsleiter und Küchenchef sind hoch motiviert, etwas zu ändern.“

Die Hauptursache des Problems finden die Promi-Chefköche ohne große Mühe schnell heraus. „In der Küche ist viel zu wenig Platz. Es gibt nur zwei Herdplatten, obwohl auf der Karte Gerichte zu finden sind, die mindestens vier Platten benötigen“, erklärt der Gastwirtschaft Ralf Zacherl. Verbesserungswürdiges Essen und lange Wartezeiten seien da kein Wunder.

TV-Köche raten zu mehr selbstgemachtem Essen

Mit drei Lösungsansätzen gingen die Küchenchefs den Gastro-Problemen im Aquapark an den Kragen: Zuerst müsse das Angebot von Bistro und den Selbstbedingungsbereichen getrennt werden, erklärt Baudrexel. So habe auch das Personal zukünftig weniger zu tun. Die TV-Küchenchefs raten außerdem zu mehr selbstgemachtem Essen. Das typische Schwimmbad-Essen müsse auch Platz auf der Karte finden, nur eben selbstgemacht.

Auch die Struktur müsse sich ändern. Das Personal solle sich zukünftig besser verteilen. Ein, zwei Leute mehr im Team würde der Gastronomie zudem nicht schaden. Neue Richtlinien sollen helfen, dass sich die Mitarbeiter ihre Zeit besser einteilen.

Küchenumbau ist unvermeidlich

Unvermeidlich sei aber ein Küchenumbau: Neue Geräte müssten unbedingt Einzug halten, damit es mit dem Essen zukünftig besser klappt.

Wann die Aquapark-Folge in der Sendung „Die Küchenchefs“ ausgestrahlt wird, ist noch nicht bekannt. Das Format steckt derzeit in der Sommerpause. Wann die Verbesserungsvorschläge und ihre Umsetzung auf dem Fernsehsender Vox zu sehen sind, werden Sie jedoch frühzeitig durch unsere Zeitung erfahren. Es sei schon verraten: Die Küchenchefs waren sehr zufrieden nach ihrem zweiten Besuch.

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