Gericht

Kontrahenten mit Messer verletzt – Gericht senkt Strafmaß

Das Landgericht in Duisburg hat den Fall erneut verhandelt.

Das Landgericht in Duisburg hat den Fall erneut verhandelt.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Ein 29-jähriger Oberhausener verletzte einen Kontrahenten im Streit mit einem Messer. Die mehrjährige Haftstrafe erschien ihm aber zu lang.

Weil er einen damals 24-jährigen Mann durch einen Messerstich schwer verletzt hat, wurde ein 29-jähriger Oberhausener bereits im vergangenen Jahr zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Doch mit der Strafe war er nicht einverstanden. Er legte Revision ein. Mit Erfolg: Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf, das Landgericht Duisburg musste den Falle daher nun erneut verhandeln.

Am Schuldspruch wegen gefährlicher Körperverletzung änderte dies allerdings nicht. Die Höhe der Strafe senkte das Gericht dennoch – um elf Monate auf jetzt noch vier Jahre und zehn Monate. Denn das Strafmaß war es auch, was die Richter am Bundesgerichtshof bemängelt hatten. Die Duisburger Richter hätten eine mögliche Provokation durch das Opfer eventuell nicht ausreichend geprüft und damit die Möglichkeit der Einordnung als minderschwerer Fall in einen niedrigeren Strafrahmen zu schnell verworfen, so der BGH.

Streit um eine Hose

Demnach hatten Täter und Opfer am 15. September 2017 am Hauptbahnhof Oberhausen Streit um den Kauf einer Hose bekommen, die der Angeklagte angeblich erworben, die Zahlung des vollen Preises aber verweigert hatte. Nur argwöhnischen Prozessbeobachtern hatte sich der Eindruck aufgedrängt, dass es in Wahrheit um Drogengeschäfte ging.

Im Verlauf der Auseinandersetzung hatte der Angeklagte seinen Kontrahenten zunächst geschubst, der antwortete mit einer Ohrfeige. Der 29-Jährige griff daraufhin zu einem Messer mit sieben Zentimeter Klingenlänge und stach zu. Das 24-jährige Opfer landete mit durchstochener Leber auf dem Operationstisch eines Krankenhauses.

Kein minderschwerer Fall

Der Angeklagte hatte sich im Vorfeld der Neuverhandlung die Finger wund geschrieben, forderte vom Gericht neue Zeugenvernehmungen und Video-Beweise, bezichtigte Zeugen der Lüge. „Doch um all das geht es nicht“, bedauerte der Vorsitzende. „Das Urteil ist schon in Stein gemeißelt, hier geht es nur noch um die Höhe.“ Die setzten die Richter auf vier Jahre und zehn Monate fest. Einen minderschweren Fall sahen sie allerdings trotz der Bedenken des Bundesgerichtshofes nicht.

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