Bistum Essen

Katholische Kirche verliert in Oberhausen weiter Mitglieder

Die Herz-Jesu-Kirche am Oberhausener Altmarkt.

Die Herz-Jesu-Kirche am Oberhausener Altmarkt.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Zahl der Austritte aus der Kirche steigt auch in Oberhausen kontinuierlich an. Das Bistum sieht einen Zusammenhang zu den Missbrauchs-Fällen.

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Der Katholischen Kirche laufen die Schäfchen weiter davon. Die Zahl der Kirchen-Austritte steigt deutlich an. Das zeigt die aktuelle Jahresstatistik des Bistums Essen.

Exakt 75.717 Katholiken zählte das Stadtdekanat 2018 in Oberhausen, 525 sind im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten. Ein Jahr zuvor kehrten 404 Menschen ihrer Kirche den Rücken (bei einer Gesamtzahl von knapp 77.300). Im Jahr 2010, als es noch 85.772 Katholiken in Oberhausen gab, traten 419 Menschen aus der Kirche aus.

755.000 Katholiken im Bistum Essen

Das Bistum sieht einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Austritte und der Diskussion um Missbrauch innerhalb der Katholischen Kirche: Ein Anstieg der Austrittszahlen im letzten Drittel des Jahres 2018 legt den Schluss nahe, dass die im vergangenen Herbst durch eine neue Studie entbrannte Diskussion über Missbrauchsfälle durch Priester und andere Mitarbeiter der katholischen Kirche Katholiken verstärkt zum Kirchenaustritt bewegt hat.

Im gesamten, 42 Pfarreien umfassenden Bistum Essen gab es 2018 etwas mehr als 755.000 Katholiken, 2017 waren es noch 772.000, im Jahr 2010 rund 846.600. Deutlich gesteigert hat sich die Zahl der Kirchen-Austritte: Gut 5500 waren es 2018, knapp 4400 ein Jahr zuvor.

Weniger Taufen, mehr Beerdigungen

Statistisch spielt die Zahl der Über- beziehungsweise Eintritte in die Kirche zwar keine große Rolle, erstaunlich ist dennoch, dass diese Zahl leicht steigt: Von 38 im Jahr 2010 über 46 im Jahr 2017 auf 54 im vergangenen Jahr.

Obwohl auch die Zahl der Gottesdienst-Besucher abnimmt (nur 8 Prozent der Katholiken besuchen laut Bistum regelmäßig die Messe), steigt dagegen auch in Oberhausen die Zahl der Paare, die sich katholisch trauen lassen. Knapp 130 Paare gaben sich 2018 das Ja-Wort, 2017 waren es noch 112. Das entspricht auch dem generellen Trend: Die Zahl der Trauungen in Oberhausen ist im vergangenen Jahr unabhängig von der Religionszugehörigkeit gestiegen. Die Zahl der Taufen ist von 485 im Jahr 2017 auf gut 450 gesunken, die Zahl der Bestattungen von 1020 auf 1070 gestiegen.

Stärkster Rückgang seit 1994

Bistumsweit ist der Rückgang der Mitgliederzahlen der stärkste seit 1994. Dies sei nicht allein mit den Austritten zu erklären, heißt in einer Mitteilung des Bistums. Die Statistiker zählten zudem deutlich mehr Verstorbene als Getaufte und vermuten, dass 2018 mehr Katholiken aus dem Ruhrgebiet weg als zugezogen sind.

Der Trend zur kirchlichen Trauung ist nicht nur in Oberhausen, sondern auch im gesamten Bistum zu spüren. Seit drei Jahren steigt die Zahl kontinuierlich an.

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