Stipendium

Junge Ruhrtalente erhalten Hilfe für Schule und Leben

Die Ruhrtalente der Gesamtschule Weierheide (v.l.): Asomba Maduka, Danny Peiker, Nicolai Klingbeil und Eva Christin Wiedermann.

Die Ruhrtalente der Gesamtschule Weierheide (v.l.): Asomba Maduka, Danny Peiker, Nicolai Klingbeil und Eva Christin Wiedermann.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Das Förderprogramm „Ruhrtalente“ unterstützt auch in Oberhausen Jugendliche. Schüler benötigen für eine Aufnahme aber mehr als gute Noten.

Talent ist so eine Sache: Wer übt, verbessert sich. Wer damit schludert, stagniert. Was die fünf Oberhausener „Ruhrtalente“ aus ihrer Begabung in Zukunft machen, kann niemand mit sagen. Für den Moment gilt: Die Persönlichkeiten entwickeln sich weiter. Das sagt Ute Rühl, Oberstufenleiterin der Gesamtschule Weierheide. Allein vier Schüler, die vom Förderprogramm „Ruhrtalente“ profitieren, werden hier unterrichtet.

Danny Peisker, Asomba Maduka, Nicolai Klingbeil und Eva Christin Wiedermann sind durchaus gute Schüler. Doch für das Schülerstipendium sind mehr als gute Noten gefragt. Alle vier sind vor allem stetig engagierte Schüler, die selbst gerne lernen und genauso gerne anderen helfen.

Neuer Laptop dank Förderung

Asomba Maduka berät nach der Schule zum Beispiel Jüngere zum Thema Geschlechtervielfalt. Das Thema liegt dem 18-Jährigen am Herzen, zudem ist er ein begeisterter Zeichner; aber für sein Hobby und seinen Berufswunsch Animator fehlt ihm manchmal schlicht Geld. In solchen Fällen springt nach einer Prüfung die Förderstelle ein, bezahlt einen Zuschuss.

„Ohne das Stipendium hätte ich mir zum Beispiel keinen neuen leistungsstarken Laptop leisten können.“

Ruhrtalente wie Asomba Maduka genießen ständige Angebote zu Weiterbildung. Eine Investition in die Zukunft also. Das Geld dafür stammt von der RAG-Stiftung, die seit mehr als zwei Jahren Schüler überall in NRW unterstützt. Gefördert wird frühestens ab der achten Klasse bis zum Abschluss an der jeweiligen Schule. Ruhrtalent kann prinzipiell erstmal jeder werden. Ob empfohlen oder initiativ beworben spielt keine Rolle.

Besuche bei Bayer oder dem Fraunhofer-Institut

„Bis zu meiner Nominierung hatte ich keine Ahnung davon,“ erzählt Nicolai Klingbeil. Der 19-Jährige gärtnert zwar in seinen Freistunden an der Schule, engagiert sich außerdem politisch, aber mit der Förderung habe er nie gerechnet. „Umso mehr freue ich mich, dass mein Lehrer mich empfohlen hat.“

Jeden Freitag bekommen er und die anderen insgesamt 160 Jugendlichen aus dem Förderprogramm eine Mail mit Weiterbildungsangeboten. Besuche beim Bayer-Konzern oder dem Fraunhofer-Institut gehören ebenso wie Seminare und unzählige Workshops zum Programm. Manchmal wird das sogar den Talenten zu viel, gesteht Nicolai Klingbeil. „Wenn zwischen zwei Klausuren ein Ruhrtalente-Termin ist, wird es stressig.“

England-Reise und Schoko-Ticket

Dennoch überwiegen die Vorteile für die Schüler: Danny Peisker (17) lernte England auf einer Sprachreise für Ruhrtalente kennen und hat wie alle ein Ticket für den Nahverkehr sicher. Regelmäßig reicht er deshalb sein Zeugnis ein. „Wenn du in einem Fach abgesackt bist, bekommst du sogar Hilfe für den Unterricht.“

Ziel der Förderung: ein reibungsloser Start ins Berufsleben. Nebeneffekt: die Schüler wissen womöglich dadurch früher, was sie später machen wollen. Eva Christin Wiedermann reizt das Thema Umwelttechnik. Vorher will sie ein freiwilliges soziales Jahr im politischen Leben angehen.

Bei den Ruhrtalenten habe die 18-Jährige viele Kontakte geknüpft, „obwohl man bei so vielen Leuten nicht jeden kennen kann.“ Wobei ihr das Stipendium am meisten hilft? „Ich glaube, durch die verschiedenen Menschen und Aktionen lerne ich mich selber einzuschätzen — für meine Charakterentwicklung ist das was Gutes.“

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