Kinotipps

Filmisch abgehoben: in der feinen Gesellschaft und ins All

Very British: Mit nobelster Ausstattung, Kostümen und gediegenen Landschaftsbildern macht sich „Downton Abbey“ kinofein.

Very British: Mit nobelster Ausstattung, Kostümen und gediegenen Landschaftsbildern macht sich „Downton Abbey“ kinofein.

Foto: Universal Pictures

Oberhausen.  Kurz bevor die britische Insel davon driftet, bezaubert „Downton Abbey“ mit nostalgischem Zartbitter und „Ad Astra“ zeigt Brad Pitt in Hochform.

Was fasziniert uns eigentlich so an der britischen Klassengesellschaft, wie sie vor Jahrzehnten schon die „Forsyte Saga“ ausbreitete und vor 30 Jahren dann Kazuo Ishiguro in „Was vom Tage übrigblieb“ als schwere seelische Deformation diagnostizierte? In den letzten Jahren entzückte nun „Downton Abbey“ mit seinen Dienstboten, die im Zweifelsfall distinguierter sind als ihre Herrschaften.

Ein Chefbutler kennt keinen Ruhestand

Und der Coup ist gelungen: Die noble britische Gesellschaft beweist auch auf der großen Kinoleinwand untadelig Format. Die Lichtburg zeigt „Downton Abbey“ täglich um 14, 18 und 20.30 Uhr. Die Adaption führt die Ereignisse der Serie fort. Mit König Georg V. und Königin Mary muss sich das Anwesen im Jahr 1927 auf königlichen Besuch vorbereiten. Obwohl Downton über weniger Personal verfügt als je zuvor, wurde eigens für dieses Ereignis der ehemalige Chefbutler Carson aus seinem Ruhestand geholt. Lady Marys turbulentes Liebesleben hingegen ist mit ihrem zweiten Mann Henry Talbot nun endlich zur Ruhe gekommen und sie spielt mit dem Gedanken, sich ein unabhängiges Leben außerhalb Downtons aufzubauen. Solche Sorgen möchte man haben.

Vom abgehobenen (Geld-)Adel zum Abheben in Richtung ferne Planeten: „Ad Astra“, in der Lichtburg täglich um 18 und 20.30 Uhr, bietet das Vergnügen, neben „Once upon a Time in Hollywood“ einen wieder in großer Form agierenden Brad Pitt in gleich zwei großen Produktionen zu erleben.

Vatersuche auf dem Neptun

Als Raumfahrt-Ingenieur Roy McBride gibt er einen Einzelgänger, der es nie verwunden hat, dass sein Vater vor 20 Jahren zu einer Mission zum Neptun aufbrach, von der er nie zurückkehrte. Er wollte dort nach intelligentem, außerirdischen Leben suchen. Ob sein Vater fand, wonach er suchte, will Roy herausfinden: Er startet selbst in den Weltraum und nähert sich Antworten, die alles in Frage stellen, was wir über die menschliche Existenz zu wissen glaubten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben