ÖKO-PROJEKT

Erster öffentlicher Pilzgarten wächst und gedeiht

Direkt am Haus Ripshorst ist jetzt ein Areal für den Pilzgarten reserviert.

Direkt am Haus Ripshorst ist jetzt ein Areal für den Pilzgarten reserviert.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Am Haus Ripshorst sprießen Seitlinge, Shiitake und Igel-Stachelbart. Bürger können mithelfen. Forscher erkunden künftige Lebensmittelversorgung.

Der erste öffentliche Pilzgarten Oberhausens ist seit Dienstag geöffnet. Am Haus Ripshorst sprießen Seitlinge, Shiitake und Igel-Stachelbart jetzt in öffentlicher Regie und bereichern damit das städtische Gärtnern.

Der neue Pilzgarten ist für alle Interessenten zugänglich und wird im Zuge der „Essbaren Stadt“ gemeinsam von Bürgerinnen und Bürgern sowie Forschern betreut.

„Der Pilzgarten trägt nicht nur zur Versorgung mit frischen Lebensmitteln bei, er soll gleichzeitig ein Ort der Begegnung sein“, erläutert Sprecherin Leandra Hamann vom Fraunhofer-Institut Umsicht die Ziele des Projekts.

Bürger und Wissenschaftler

An der Ripshorster Straße wächst der Pilz nicht einfach still vor sich hin. Er dient zugleich einem höheren wissenschaftlichen Zweck. Fraunhofer Umsicht will zusammen mit dem Wissenschaftsladen Bonn erkunden, wie künftige Lebensmittel-Kleinproduktionen am besten funktionieren und welchen Beitrag so genannte Stadtfarmer für eine nachhaltige Nahrungsmittelproduktion leisten könnten.

Das städtische Gärtnern auf öffentlichen Flächen („Urban Farming“, „Urban Gardening“) gilt ja bereits seit einigen Jahren als ein geeignetes Mittel zur Ergänzung der konventionellen Landwirtschaft und wird auch in Oberhausen an zahlreichen Punkten gefördert und gepflegt. Insofern ist der neue Pilzgarten Teil dieser lokalen Projektreihe.

Wie kann man möglichst effizient und nachhaltig auf öffentlichen Flächen gemeinsam Lebensmittel produzieren? Am Haus Ripshorst arbeiten Fraunhofer-Forscher, der Wissenschaftsladen Bonn und interessierte Bürger im Zuge des Projekts Sain an der Beantwortung dieser Frage. Sain – das steht für „Städtische Agrikultur – gemeinsam innovativ entwickeln“ und wird vom Bundesforschungsministerium gefördert, um die alltagstaugliche Zusammenarbeit von Bürgern und Wissenschaftlern zu unterstützen.

Geheimnisse des Wachsens und Gedeihens

Wer Pilze nicht nur gern auf dem Teller hat, sondern in die Geheimnisse ihres Wachsens und Gedeihens eintauchen will, ist hier also genau richtig. Schon bei der Garten-Einweihung konnten am Dienstag erste Pilze geerntet werden. Zwei Erntefolgen sollen nun im Detail ausgewertet werden, um so Erkenntnisse fürs „Urban Farming“ zu gewinnen.

Bei der Einweihung waren auch Mädchen und Jungen der Kita City-West präsent, die sich derzeit mit Pilzen befassen. Sie brachten die Faszination, die von diesem Naturthema ausgeht auf den Punkt: „Der Pilz – nicht Mensch, nicht Tier, nicht Pflanze. Der Pilz – eine eigene Art!“ Im nächsten Jahr soll das Pilzgarten-Areal sogar noch erweitert werden. Seitling & Co. freut’s.

>>> Ziel: Raus aus dem Elfenbeinturm

Das Sain-Projekt (Städtische Agrikultur – gemeinsam innovativ entwickeln) gehört zu insgesamt 13 Projekten in der Bundesrepublik, die bis Ende 2019 die Zusammenarbeit von Bürgern und Wissenschaftlern voranbringen sollen.

Projektleiterin in Oberhausen ist Simone Krause vom Fraunhofer-Institut Umsicht.

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