Kommentar

Debatte ums Ehrenmal: Gut, dass sich der Bürgerring äußert

Redakteur Michael Bresgott kommentiert die Debatte ums Ehrenmal in Alstaden

Redakteur Michael Bresgott kommentiert die Debatte ums Ehrenmal in Alstaden

Foto: WAZ OB / FFS

Oberhausen.  Nach der Farbattacke aufs Ehrenmal im Ruhrpark hat sich eine kontroverse Debatte entwickelt, die nun um einen wichtigen Beitrag bereichert ist.

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Es ist gut, dass sich der Bürgerring Alstaden in dieser Woche mit einer ausgewogenen und durchdachten Stellungnahme zum Ehrenmal im Ruhrpark zu Wort gemeldet hat. Denn: Eiferer beteiligen sich bereits in genügend großer Anzahl an der Debatte zum Farbanschlag auf das Ehrenmal.

Peter Klunk machte als Vorsitzender des Bürgerrings deutlich, dass beim Gedenken an die gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege in Alstaden immer auch der Sinnlosigkeit von Krieg und Fanatismus gedacht wurde und wird. Erinnerung und Mahnung gehören im Ruhrpark seit dem Jahr 1954 also stets zusammen. Sicherlich: Das Erscheinungsbild des Ehrenmals mit Eisernem Kreuz in der Mitte mag für jüngere Menschen befremdlich, ja fragwürdig wirken. Doch ist das im historischen Kontext der Nachkriegszeit zu sehen, die eben auf diese Weise die Toten ehren und die Erinnerung an das zerstörerische und sinnlose Geschehen zweier Weltkriege wachhalten wollte.

Die Mitte der Gesellschaft schweigt zu oft

Mit dem Bürgerring Alstaden hat sich in dieser Woche die Mitte der Gesellschaft unüberhörbar zu Wort gemeldet; jene Mitte, die in den letzten Jahren vielleicht allzu oft schweigt, wenn es um kontroverse gesellschaftliche Fragen geht. Die Ränder bestimmen vielfach die Debatte mit dem Ziel der Polarisierung und Spaltung und beanspruchen für sich dabei gerne, das Mehrheitsdenken zu repräsentieren. Doch die meisten Alstadener wollen weder, dass das Ehrenmal abgerissen wird, noch wollen sie, dass im Ruhrpark eine gedankenlose Soldaten- und Helden-Verehrung vollzogen wird. Das hat der Bürgerring auf treffliche Weise deutlich gemacht und damit beispielhaft gezeigt, dass in unserer (Stadt-)Gesellschaft Vernunft und Augenmaß doch noch eine Chance haben.

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