Bürger-Beschwerden

Borbecker beklagen ihre extreme Insellage in Oberhausen

Engagiert reagierte Oberbürgermeister Daniel Schranz auf die Vielzahl von Beschwerden der Borbecker auf seiner Dialog-Tour im Haus Matecki.

Engagiert reagierte Oberbürgermeister Daniel Schranz auf die Vielzahl von Beschwerden der Borbecker auf seiner Dialog-Tour im Haus Matecki.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Auf der Dialogtour des Oberbürgermeisters merkt man: Die Borbecker ärgern sich über viele Zustände in ihrem Stadtteil am Rand von Oberhausen.

Gemessen an der nur 3500 Einwohner zählenden geringen Größe des Stadtteils Borbeck, war das Interesse der Bewohner, mit dem Oberbürgermeister ins Gespräch zu kommen, vergleichsweise groß. Knapp 50 Interessierte kamen zum bereits sechsten Bürgerdialog mit Daniel Schranz, der im Haus Matecki stattfand. „Ein Stadtteil mit Identität, wo es sich zu wohnen und zu leben lohnt und wo Bürger leben, die sich engagieren“, schrieb Schranz den Borbeckern ins Gästebuch.

Sinn der Dialogtouren sei es, die Wohnqualität zu erhalten und zu verbessern, und dafür, dass das gelingen könnte, seien die Ortsteil-Bewohner die kompetenten Experten.

Ein über 90-jähriger Borbecker sieht seine Heimat vernachlässigt

Vernachlässigt sieht ein über 90-jähriger Teilnehmer der Runde „sein“ Borbeck: „Früher machte hier ein Ortspolizist morgens, mittags und abends die Runde – gestrichen. Früher gab’s eine Sparkasse und eine Außenstelle der Bezirksverwaltung – gestrichen. Wenn du heute was haben willst, musst du nach Osterfeld fahren.“

Schranz sieht dabei als Ursache, dass immer mehr Bürger ihre Bankgeschäfte online erledigen und dass Ämtergänge auch zunehmend durchs Internet überflüssig würden. „Ein Trend, der sich nicht aufhalten lässt.“ Dennoch müssten die Bedürfnisse der Älteren berücksichtigt werden, und immerhin gebe es noch den Supermarkt.

Bürger wünschen sich einen Treff für Jugendliche

Weil Borbeck ein überalterter Stadtteil ist, wünschen sich die Bürger mehr Attraktivität für Kinder und Jugendliche, beispielsweise durch einen Treffpunkt. Hier sieht der Oberbürgermeister Chancen durch die Neugestaltung des Sportplatzes mit Kunstrasen und seiner Umgebung mit Kleinspielfeld, Beachvolleyball- und Basketballfeld und Fitnessgeräten. In Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen Gemeinden, könnte dort tatsächlich ein Treffpunkt realisiert werden. „Das wäre dann auch ein Beispiel für sinnvolle Ökumene.“

Ein Hauptthema, das den Borbeckern auf den Nägeln brennt, ist ihre Insel-Lage: „Wir kommen nicht raus aus dem Dorf.“ Zudem kritisieren sie den Zustand der Ripshorster Straße mit den Schrottplätzen auf dem benachbarten Essener Stadtgebiet. Weitere Klagen: Im „Dorf“ werde das vorgeschriebene Tempo 30 nicht eingehalten, auf dem Brammenring fänden illegale Motorrennen statt.

Zusätzlich sei auch noch der Lärmpegel durch die Autobahn A42 zu hoch, merkte man an – und ein Teilnehmer der Runde forderte deshalb Lärmschutzwände. Dazu sagte Schranz, dass die Messwerte dies leider nicht hergeben würden, eine größere Chance hätte Flüsterasphalt als Straßenbelag.

Borbecker ärgern sich über Hundekot

Ein besonderes Ärgernis in Borbeck ist die Vielzahl an Stellen voller Hundekot rund um das Haus Ripshorst. Tütenspender seien zwar vorhanden, Papierkörbe hingegen nicht. „Da muss Druck ausgeübt werden“, sagte eine Bürgerin. Schranz versprach, die Sache auf die „To-do-Liste“ zu schreiben. Dass er sich bereits gekümmert hat, ließ er gleich am nächsten Morgen der Presse mitteilen: Neun Abfallbehälter sind bestellt und sollen demnächst aufgestellt werden.

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