Bauarbeiten

Berufsförderungswerk in Oberhausen wird aufwendig saniert

Rohzustand: Bis Oktober werden noch Lüftungs-, Wasser- und Elektroleitungen neu gelegt, verputzt und gestrichen.

Rohzustand: Bis Oktober werden noch Lüftungs-, Wasser- und Elektroleitungen neu gelegt, verputzt und gestrichen.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Teile des Berufsförderungswerks an der Bebelstraße werden derzeit umgebaut. Unter anderem entstehen neue Büros und Klassenräume.

Kabel hängen von der Decke, ein Presslufthammer liegt auf dem Boden im Staub, Pappkartons und mehrere Leitern stehen in den Gängen: Im Berufsförderungswerk (Bfw) an der Bebelstraße geben sich derzeit rund 15 verschiedene Handwerkerfirmen die Klinke in die Hand. Grund dafür sind Umbauarbeiten in verschiedenen Gebäudeteilen. Nach der Sanierungsphase, die im Oktober abgeschlossen sein soll, sollen die umgebauten Gebäudeabschnitte teils an das Berufstrainingszentrum Rhein-Ruhr, welches derzeit in Duisburg liegt, vermietet werden. Einige Etagen mit Schulungsräumen will das Bfw selbst für seine Rehabilitanden, die nach einem Unfall oder längerer Krankheit zurück ins Arbeitsleben wollen, aber umgeschult werden müssen, nutzen.

So entstehen schon seit mehr als einem halben Jahr unter anderem neue Büro- und Klassenräume, Besprechungs- und Behandlungszimmer und eine Ausbildungsküche samt kleinem Speisesaal, erläutert Bfw-Leiter Herbert Schmidt. Auf einem alten Tennisplatz werden mehrere Parkplätze für Autos entstehen. Zusammen gerechnet sind das Arbeiten auf rund 3000 Quadratmetern. Viele der Umbauten laufen leise ab, die Rehabilitanden hören nur in unmittelbarer Nähe etwas vom Bohren und Hämmern. Die Kosten betragen rund 13 Millionen Euro, die der Verein Nordrhein-Westfälisches Berufsförderungswerk übernimmt.

Internatszimmer bereits saniert

Von den früher mal rund 550 Internatszimmern des Bfw wurden bereits vor einiger Zeit knapp 330 aufwendig saniert, die übrigen in den Rohzustand zurückgebaut, damit daraus nun Büros entstehen können. „Wir haben gemerkt, dass immer weniger hier wohnen bleiben“, erläutert Schmidt. Das Gebäude ist knapp 40 Jahre alt, nach einer Brandschutzsanierung vor 20 Jahren und den umgebauten Internatszimmern ist nun Bauabschnitt drei an der Reihe.“ Anfang 2018 eröffnete auf der anderen Straßenseite die Medicos Rehaklinik, das Gebäude hatte das Bfw zuvor an sie verkauft.

Der neue Mieter erhält im B-Gebäude (von der Bebelstraße aus auf der linken Seite) einen neuen Zugang mit einer Trommeldrehtür. Heizungen sind dort abgeklebt, Wände noch nicht verputzt. Im Zwischengeschoss sind die Arbeiten schon weiter vorangeschritten: Die Büros sind fertig gestrichen--weiß mit orangenen Türrahmen, aber bis auf Kabelleisten an den Wänden stehen die Räume noch leer. Neu ist ein Aufzug im Flur.

Schwimmbad seit vergangenem Jahr geschlossen

Nebenbei läuft momentan auch noch eine Sanierung am Trinkwasserversorgungssystem. Einmal am Tag läuft für eine Minute die Spülung durch, um eine Keimbildung zu verhindern. „Die Rehabilitanden sind informiert, merken davon aber so gut wie nichts“, erklärt Daniela Jahn, zuständig für die Infrastruktur im Haus. Kosten: weitere 1,3 Millionen Euro. Ende Juni soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Das Schwimmbad ist, wie schon berichtet, bereits seit dem vergangenen Jahr geschlossen. Das wird auch so bleiben, bekräftigt Schmidt. Es wurde immer weniger genutzt. „Da muss massiv umgebaut werden. Konkrete Planungen wird es erst Mitte 2020 dafür geben“, so Schmidt Das Wasser ist mittlerweile ziemlich trüb, ums Becken herum stehen einige Kisten. Ein paar Meter weiter wurde eine Treppe gebaut, daneben wird der aktuelle Durchgang noch geschlossen.

Im E-Gebäude entsteht währenddessen die neue Ausbildungsküche, die die Arbeitsabläufe für Küchenhilfen simulieren soll. Wo später in den Mittagspausen gespeist wird, war bislang ein kleines Fitnessstudio. An zwei Wänden sind Smileys mit Sprühfarbe aufgemalt worden, auf einem Stein steht eine Handynummer geschrieben. Viele Lüftungs-, Wasser- und Elektroleitungen mussten erst neu gelegt werden. „Hier passiert derzeit am meisten“, hält Daniela Jahn mit einem Blick durch den Raum fest.

>>> Vermittlungsquote von 70 Prozent

Rund 800 bis 900 Personen halten sich meist im Bfw auf, erläutert Daniela Jahn. Gebaut wurde der Komplex auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Concordia.

Nach eigenen Angaben hat das Bfw eine Vermittlungsquote von 70 Prozent bei den Absolventen, die einen neuen oder artverwandten Beruf erlernt haben.

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