Europawahl

SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley zu Gast in Oberhausen

Katarina Barley besuchte auf ihrer Wahlkampftour das Café Klatsch.

Katarina Barley besuchte auf ihrer Wahlkampftour das Café Klatsch.

Foto: Kerstin Bögeholz

Wahlkampf-Stopp im Café Klatsch in Oberhausen. Katarina Barley stellt sich kurz vor der Europawahl den Fragen der Bürger.

Draußen schnell noch ein Selfie mit zwei kleinen Jungs, dann geht es auch schon ins Café Klatsch. Katarina Barley, SPD-Spitzenkandidaten bei der Europawahl, legte am Mittwochnachmittag einen knapp einstündigen Wahlkampf-Stopp in Oberhausen ein.

Zwischen Kuchen und Schnittchen stellte sie sich im voll besetzten Awo-Café den Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Vor allem ging es aber auch darum, die Noch-Justizministerin, die einem in der Innenstadt von zahlreichen Plakaten entgegenlächelt, einmal persönlich zu erleben. Barley gilt als nahbare Politikerin und heimste durch ihr ungewöhnlich entspanntes Auftreten (trotz des Termindrucks) dann auch am Mittwoch bei dem ein oder anderen Teilnehmer (weitere) Sympathiepunkte ein.

Angesichts des sozialdemokratischen Klientels war das aber auch keine Überraschung. „Du bist für uns eine Hoffnungsträgerin“, sagte eine Teilnehmerin. „Du sagst deine Meinung, hast keine Angst vor Verantwortung.“ „Es sollten noch mehr junge Frauen wie Sie ins Europaparlament“, meinte eine andere.

Pläne für Digitalisierung Europas

Barley, geschmeichelt mit 50 noch als „jung“ bezeichnet zu werden, beantwortete im Café Klatsch eine ganze Bandbreite von Fragen. Die drehten sich einerseits um ihre Karriere-Entscheidung von Berlin nach Brüssel zu wechseln und ihr europapolitisches Programm als auch um Fragen rund um die EU, die hier und da nochmal erklärt werden musste.

Die Halb-Britin Barley präsentierte sich als überzeugte Europäerin, die sich um den erstarkenden Nationalismus in Europa sorgt und raus aus ihrer „Komfortzone“ Bundesjustizministerium will. Den Begriff „soziales Europa“ versuchte sie mit Leben zu füllen. Als wichtigstes Projekt hob sie den „Europäischen Mindestlohn“ und die bessere Besteuerung von internationalen Konzernen hervor, wofür sie einigen Applaus erntete.

Handelskriege um jeden Preis vermeiden

Wann Europa die Courage habe, Donald Trump entgegenzutreten, wollte ein Teilnehmer wissen. Barley gab sich diplomatisch, machte sich dafür stark, Handelskriege um jeden Preis zu vermeiden. Am Ende solle es immer eine konstruktive Lösung geben. Europa solle sich aber auf dem internationalen Parkett nicht wegducken: „Wir sind 500 Millionen Menschen, wir sind ein Markt, wir sind eine Macht.“

Auch wenn Einiges an Europa nicht auf den ersten Blick verständlich sei, warb Barley für mehr Verständnis für die Arbeitsweise der Union. „In der EU dauert vieles lange. Die Vorbereitung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) habe sechs Jahre gedauert, „dass muss man in Kauf nehmen, wenn man mit 28 Mitgliedstaaten an einem Tisch sitzt.“ Mit der DSGVO habe Europa einen weltweiten Standard für den Umgang mit persönlichen Daten gesetzt. In Sachen Digitalisierung deutete Barley an, noch einige Pläne zu haben, musste dann aber los nach Düsseldorf.

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