Motorsport

Auf der Kart-Bahn wird kein Vettel-Boom erwartet

„Das Geschäft hat sich stabilisiert“: Christian Klasen von der Oberhausener Jumbo-Kartbahn.        Foto:Wallhorn

„Das Geschäft hat sich stabilisiert“: Christian Klasen von der Oberhausener Jumbo-Kartbahn. Foto:Wallhorn

Foto: WAZ FotoPool

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Sebastian Vettel auf Stoff, auf Papier und Pappe. Nach dem Weltmeistertitel am Sonntag gibt es zum deutschen Formel-1-Champ nichts, was es nicht gibt: Shirts, Kappen, Fans-Magazine. Ein Boom, der an den hiesigen Kart-Bahnen nicht spurlos vorbeirasen sollte. Eigentlich.

Auf der Jumbo-Kartbahn von Werner Klasen ist Bewegung angesagt. Das Jahresabschlussgeschäft hält sein Team kräftig beschäftigt: Eine Weihnachtsfeier mit PS und reichlich Umdrehungen jagt die nächste. Es besteht kein Mangel an Aufträgen.

Dabei hat die Finanz- und Wirtschaftskrise in den vergangenen Jahren auch die Kart-Industrie getroffen. Selbstläufer sind die fixen Fahrten nicht. Mit kleiner Kehrtwende: „Die Geschäfte haben sich stabilisiert.“ Einen zweiten Schumi-Boom sieht Klasen derzeit aber nicht: „Sollte dieser nach dem WM-Titel noch kommen, merkt man das eh erst in ein paar Wochen.“ Doch einem Ansturm vieler neuer Mini-Vettels tritt der Chef der Flitzer skeptisch entgegen.

Ausnahme-Karrieren

Die Oberhausener Jumbo-Kartbahn hat sich seit mehr als elf Jahren etabliert. Den Weg in die Formel 1 sehen viele Kart-Novizen noch immer als den großen Traum an – und ehrgeizige Väter als Ziel. „Ein harter und steiniger Weg, den nur für ganz wenige Fahrer erfolgreich beenden“, sagt Werner Klasen, der mit Sohn Christian auf der eigenen Kartbahn einige Talente gesehen hat. Bis zum vergangenen Jahr stand auch ein gewisser Nico Hülkenberg in der Mitgliederkartei des Automobilclub Oberhausen (ACO). Auf der Jumbo-Kartbahn drehte der Emmericher Formel-1-Pilot, der zuletzt für den Rennstall Williams in Brasilien die Pole-Position eroberte, in jungen Jahren seine Runden.

„Das sind Ausnahme-Karrieren. Es ist viel Geld erforderlich, um überhaupt soweit zu kommen“, sagt Werner Klasen. „Mit Sponsoren, Kontakten und dem weiten Weg durch verschiedene Rennklassen.“ Der Spaß am Rennsport funktioniere bei Neulingen auf der Kartbahn aber nicht bloß mit einem großen Geldbeutel und den Zielen der Idole Vettel oder Hülkenberg. Klasen: „Warum am Anfang gleich einen Helm kaufen, wenn man ihn auch leihen kann?“

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