65. Kurzfilmtage

Auch Einsteiger können Oberhausens Kurzfilmtage genießen

Vom Schlagersänger zum Serienhelden: Der heute 74-jährige Franzose Ricky Shayne

Vom Schlagersänger zum Serienhelden: Der heute 74-jährige Franzose Ricky Shayne

Foto: Lars Heidrich

Oberhausen.   Unter 600 Kurzfilmen gibt’s nicht nur Werke für ausgewiesene Cineasten. Das Kufita-Team empfiehlt Programme, die auch Neulingen viel Spaß machen.

Bei weit über 600 Filmen in 150 Filmprogrammen und einer Programm-Tabelle, vor der selbst Filmverrückte erstarren, fühlt sich womöglich nicht jeder den Kurzfilmtagen gewachsen. Dabei sind Einsteiger den Machern der 65. Festival-Auflage vom 1. bis 6. Mai hochwillkommen. Das Kufita-Team gibt Neulingen einige „Geheimtipps“.

Für die „Oberhausen Auswahl“ stellen Bürger aus dem Archiv ein Programm ganz nach ihrem Geschmack zusammen. Die neue Ausgabe feiert am Mittwoch, 1. Mai, um 14.30 Uhr Premiere. Geboten werden ein Trickfilm, in dem der Filmemacher sich ein Blind Date mit Angela Merkel buchstäblich ausmalt, eine Hommage an die verschwindenden gelben Telefonzellen und ein Blick auf das, was passiert, wenn sich in der Tokioter U-Bahn die Türen schließen.

Retroprogramm „Filmgeflacker“

Am 1. Mai um 17 Uhr zeigen die Kurzfilmtage einige Highlights des letzten Jahres: Von preisgekrönten Musikvideos bis zum elegischen Animationsfilm über einen träumenden Wal.

Der Serien-Boom macht selbst vor dem Kurzfilm nicht halt: Täglich gibt’s zwei deutsche Kurzfilmserien in der Lichtburg. „Shayne“ erzählt in sechs Teilen vom einstigen Schlagerstar Ricky Shayne. „Club Splendida“ erzählt von fünf Menschen, die sich im Raumschiff auf die Suche nach einer besseren Welt machen. Das Beste: Der Eintritt zu beiden Serien ist frei.

Vom Revier der Nachkriegszeit berichtet ein historisches Programm der Kinemathek im Ruhrgebiet am Samstag, 4. Mai, um 19.30 Uhr. Die Fahrt zurück führt bis zum Pfingstsonntag 1946, als ein Güterzug in Gelsenkirchen das Material zum Bau des „Schweizer Dorfes“ anliefert, um die Wohnungsnot zu lindern. Die Kinemathek sammelt seit über 40 Jahren historisches Filmmaterial und zeigt bei den Kurzfilmtagen nun zum dritten Mal vier kurze Filme, die einen seltenen Einblick in die Zeit von 1946 bis 1953 geben.

Kinderfilme auch für Erwachsene

Seit zehn Jahren stellt das Oberhausener Künstlerkollektiv „Filmgeflacker“ seine Auswahl aus den Wettbewerbsfilmen zusammen und lädt am Donnerstag, 2. Mai, um 20 Uhr im Kino im Walzenlager zum Gespräch ein. 2019 gibt’s zudem in einem Retroprogramm am Freitag, 3. Mai, um 19.30 Uhr in der Lichtburg außergewöhnliche Filme der letzten zehn Jahre. Höchst empfehlenswert – Eintritt frei.

Ein Geheimtipp, der sich langsam herumspricht: Im Kinder- und Jugendkino laufen regelmäßig einige der schönsten Kurzfilme des Programms. Die Geschichten aus 25 Ländern – von Regentänzen in Südfrankreich bis zu Müllbergen auf den Philippinen – sind nicht nur für Kinder geeignet, sondern machen auch Erwachsenen Spaß.

Und am letzten Festivaltag, kurz vor der Preisverleihung, stellen Mitarbeiter der Kurzfilmtage in einem Überraschungsprogramm ihre persönlichen Lieblingsfilme dieser pickepackevollen sechs Tage vor – und zwar am Montag, 6. Mai, um 17 Uhr in der Lichtburg.

>>> Zwei Kinos, Bar und „Festival Space“

Einzeltickets für die Kurzfilmtage kosten 8 Euro, ermäßigt 7 Euro, erhältlich an der Kinokasse in der Lichtburg, Elsässer Straße 26, oder online im Vorverkauf unter kurzfilmtage.de

Zweiter Schauplatz neben der Lichtburg ist das kleine Kino im Walzenlager, Hansastraße 20. Im Zentrum Altenberg öffnet auch allabendlich die Festival Bar. Das „Festival Space“, Elsässer Straße 21 und besser bekannt als Galerie KiR, ist Schauplatz für Diskussionen.

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