Mal-Aktion

Flüchtlingskinder malen: Etwas Inneres kommt nach außen

Flüchtlingskinder vom Berliner Platz bemalen mit Akteuren des Flüchtlingskreises St. Petri eine graue Wand in der Hüstener Bahnhofstraße mit ihren bunten Motiven

Flüchtlingskinder vom Berliner Platz bemalen mit Akteuren des Flüchtlingskreises St. Petri eine graue Wand in der Hüstener Bahnhofstraße mit ihren bunten Motiven

Foto: Achim Benke

Hüsten.  Eine graue, fast 30 Meter lange Wand wird zum Farbtupfer an der Hüstener Bahnhofstraße gegenüber der Gewerkschaftsstraße. Flüchtlingskinder aus der Unterkunft am Berliner Platz haben in einer Aktion die Mauer mit ihren Motiven bemalt.

Sieben Kinder aus Bosnien, Irak und Serbien kamen nach dem Schulunterricht in die Bahnhofstraße, um ihre Kreativität auszuleben. Mit Pinsel, Farbrollen, Spachtel oder mit den Fingern brachten sie ihre Motive auf die Wand.

„Kinder haben kein Ergebnis im Kopf wie wir Erwachsenen. Sie malen einfach drauflos und ihr persönlicher künstlerischer Prozess entwickelt sich“, so Monika Jansen. Sie ist die Ideengeberin des Projekts. Mit dem Hüstener Flüchtlingskreis St. Petri hat sie das Projekt organisiert.

Blumen, Tiere, Sonne, Regenbogen sind nur einige Motive, die die Kinder gemalt haben. Susanne Keller vom Flüchtlingskreis St. Petri hat fast täglich Kontakt zu den Flüchtlingen in der Unterkunft am Berliner Platz. Sie hat die Kinder und einige Erwachsene mobilisiert. Die Physio- und Kunsttherapeutin Jansen aus Neheim hat schon mehrere Kunstprojekte mit Kindern realisiert. So hat sie z. B. den Fußgänger- tunnel von der Möhnepforte zum Besenberg bemalen lassen

Weitere Aktionen sind geplant

„Wir haben schon vorab einige Motive an die Wand gemalt. Das macht es den Kindern leichter, sofort mit dem Malen zu beginnen. Ich freue mich immer wieder über das Ergebnis. Die Kinder bringen damit einen Teil ihres Inneren nach außen“, so Jansen.

Der Eigentümer des Geländes, die Neheimer Immobilienfirma ANH Hausbesitz, hatte dem Projekt zugestimmt. „Mit den Aktionen überwinden wir die Hemmschwelle zwischen uns und den Flüchtlingen. Wir planen weitere Aktionen“, so Keller. Auf dem Plan stehen weitere Kreativnachmittage. Am 5. Oktober wird ein Handarbeitsnachmittag mit Flüchtlingsfrauen organisiert. „In ihrem Heimatland sind sie sehr aktiv. Hier muss das erst noch anlaufen“, meint Keller.

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