Online lernen

Sprachen lernen im virtuellen Klassenraum an der VHS Mülheim

Freut sich auf neue Online-Kursteilnehmer: Joachim von Berg, Dozent für Englisch an der Volkshochschule Mülheim.

Freut sich auf neue Online-Kursteilnehmer: Joachim von Berg, Dozent für Englisch an der Volkshochschule Mülheim.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Virtueller Klassenraum: In Online-Kursen kann man an der Mülheimer Volkshochschule Sprachkurse am PC oder Laptop von zu Hause aus verfolgen.

Weiterbilden möchten sich viele, doch wenn die Arbeitszeiten ungünstig liegen oder der Weg zwischen Job und Wohnung zu weit ist, ist es oft schwierig, pünktlich an VHS-Kursen teilzunehmen. In Online-Kursen macht die Mülheimer Volkshochschule es nun möglich, dass Kursteilnehmer und Dozenten sich auf einer virtuellen Plattform im Internet treffen.

Beim Auffrisch-Kurs Englisch, der im Oktober angeboten wird, sitzt Dozent Joachim von Berg zu Hause an seinem PC oder Laptop, genau wie seine Kursteilnehmer auch. Zuvor hat man sich einmalig in einem Präsenztermin an der VHS an der Aktienstraße getroffen, um die Abläufe des Kurses kennenzulernen, der sich dann überwiegend innerhalb des Webkonferenz-Systems abspielt. Sicher ist es auch einfacher, online zu lernen, wenn man sich zuvor einmal persönlich kennengelernt hat. Die Online-Kurse, deren Teilnehmerzahl bewusst klein gehalten wird, sehen auch einen weiteren Präsenztermin in der Volkshochschule vor.

Viele Interessierte schaffen den Kursbeginn an der VHS Mülheim um 18 Uhr nicht

Joachim von Berg kann auf Erfahrungen aus dem ersten Halbjahr zurückblicken. „Unsere Zielgruppe sind Leute mit wenig Zeit, mit anspruchsvollen Jobs“, sagt er. Viele Präsenz-Kurse in der VHS beginnen um 18 Uhr. Wer sich abhetzen muss, und dann müde und mies gelaunt im Kurs sitzt, ist sicher nicht besonders aufnahmefähig. Nach Hause fahren, ankommen, gemütlich an den PC setzen, könnte eine Alternative sein.

Ein Check der Technik vor Kursbeginn ist natürlich unumgänglich, damit man weiß, ob der virtuelle Klassenraum auch vom heimischen Wohnzimmer aus klappt. Der Zugang zum Webkonferenzsystem muss störungsfrei funktionieren, ebenso wie Webcam und Mikrofon/Kopfhörer. Wobei von Berg zum Headset rät, um Rückkopplungen zu vermeiden.

Dass man sich auch außerhalb der Online-Sitzungen mit einem Übungsbuch beschäftigt, ist wie bei jedem Sprachkurs unumgänglich. Der Kurs selbst läuft ab wie normaler Unterricht in Kleingruppen, die Teilnehmer können mit dem Dozenten und miteinander sprechen, auch gemeinsam Aufgaben lösen. „Das ist keine Vorlesung – wir sind interaktiv“, so Dozent von Berg. Wer eine Online-Einheit versäumt, findet den Stoff auf der Seite des Dozenten hinterlegt.

Neues Lernangebot gibt es seit zwei Jahren

Die Volkshochschule hat das neue Lernangebot vor gut zwei Jahren entwickelt. Im zweiten Halbjahr gibt es vier Sprachkurse, drei Englischkurse und einen Spanischkurs. In allen Fällen sind Vorkenntnisse vonnöten. „Für den Anfängerbereich eignen sich die Online-Kurse nicht“, sagt Karl-Hans Klippel, der an der VHS für den Programmbereich Fremdsprachen verantwortlich ist. „Da braucht man mehr die persönliche Betreuung. Und im echten Klassenraum kann man individuell auf einzelne Fragen eingehen.“ Ganz ohne Dozent, weiß Klippel aus langjähriger Erfahrung, gehe es nicht: „Es gab vor etwa 16 Jahren schon mal Selbstlernprojekte mit Onlinemodulen. Das ist gescheitert. Ohne einen Lehrer an der Seite hat es nicht funktioniert.“

Das Online-Angebot ist gut angekommen, so dass die Volkshochschule hofft, dass auch die vier neuen Kurse im Herbst gut gebucht werden. Man stehe noch am Anfang, sagt auch Englischdozent von Berg: „Für uns ist das auch eine Phase des Lernens. Das wird sich aber in zehn Jahren stark verändert haben.“

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