Wassergebühren

Nach Hitze-Sommer: Böse Überraschung auf Wasserabrechnung

Für einige Mülheimer wird’s teuer dieses Jahr bei den Abwassergebühren.

Für einige Mülheimer wird’s teuer dieses Jahr bei den Abwassergebühren.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Wer viel gegossen hat im heißen Sommer, zahlt in Mülheim hohe Summen für Schmutzwasser. Es gibt aber einen Trick, die Gebühren zu senken.

Für die meisten Mülheimer Gartenbesitzer dürfte die aktuelle Abrechnung des Umweltamtes eine böse Überraschung beinhalten: Die Schmutzwassergebühr, die von der Stadt erhoben wird, richtet sich nach dem Frischwasserverbrauch. Und davon haben viele in den vergangenen zwei Hitze-Sommern tausende Liter in ihren Garten gegossen. Das wird nun teuer.

500 Quadratmeter groß ist der Garten eines Lesers, der von der Stadt eine gepfefferte Rechnung bekommen hat. Weil es sowohl 2018 als auch 2019 kaum geregnet hat in den Sommermonaten, hat er seine Pflanzen häufig gewässert. Waren es 2017 noch 125 Kubikmeter Wasser, hat der Mülheimer im Jahr 2018 267 Kubikmeter verbraucht. Und die schlagen mit 817,02 Euro als Schmutzwassergebühr zu Buche – 3,06 Euro pro Kubikmeter. Die Jahresgebühr wird immer auf Grundlage des Verbrauchs im vorvergangenen Jahr berechnet.

Stadt Mülheim rät: Geeichten Wasserzähler installieren

Aber: Das Wasser im Garten kommt ja den Blumen zugute und fließt nicht in die Kanalisation. Warum wird es also mitberechnet? „Das ist leider so“, sagt die stellvertretende Umweltamtsleiterin Gabriele Wegner. „Die meisten Gartenbesitzer wissen aber, dass die Schmutzwassergebühr anhand des Trinkwassers ermittelt wird.“ Und sie ist in der Regel deutlich teurer als die Kosten für Frischwasser, dessen Kubikmeter (das sind 1000 Liter) lediglich 1,23 Euro kostet – knapp ein Drittel vom Kubikmeter Schmutzwasser.

Gabriele Wegner rät dazu, sich einen geeichten Wasserzähler zu installieren. Der kostet rund 30 Euro und ermöglicht, die im Garten verbrauchten Liter zu zählen und sie von der Schmutzwasserrechnung abziehen zu lassen. Zudem kann man Regenwasser sammeln und es fürs Gießen benutzen. Die Niederschlagswassergebühr liegt in Mülheim bei 1,19 Euro.

Auch Bäume gießen kann teuer werden

Auch wer in diesem und vergangenen Jahr dem Wunsch der Stadt nachgekommen ist, die Bäume vor der Haustür zu gießen, könnte von der Abwasserrechnung böse überrascht werden. „Aber da muss man sich mal die Mengen vor Augen führen“, sagt Wenger, „das sind keine Beträge, die ins Gewicht fallen“. Sie selbst habe auch Bäume gegossen – als „sinnvolle Hilfe für die Umwelt“.

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