Literatur-Festival

Mülheimer Herbstblätter präsentieren viele Geheimtipps

Der Herbst wird wieder heiß: Ursula Hilberath (re.) und Brigitta Lange haben für die Herbstblätter bemerkenswerte Literatur und prominente Gäste eingeladen.

Der Herbst wird wieder heiß: Ursula Hilberath (re.) und Brigitta Lange haben für die Herbstblätter bemerkenswerte Literatur und prominente Gäste eingeladen.

Foto: Martin Möller / Martin Möller / Funke Foto Services

Mülheim.  Autor Lucas Vogelsang führt literarisch in vergessene Stadtteile im Ruhrgebiet. Brigitte Glaser schreibt über die Bonner Politszene.

Ein heißer Herbst steht vor der Tür – zumindest, was die kleine aber feine Literatur betrifft. Für die Mülheimer Herbstblätter im Oktober und November haben Ursula Hilberath und Brigitta Lange einen Korb voller bekannter Autoren und Geheimtipps gesammelt: Christine Westermann, Lucas Vogelsang, Raoul Schrott. Mit unter den rund 13 Veranstaltungen sind erneut das beliebte literarische Quartett und die Wanderung mit Thorald vom Berg.

Den Auftakt macht Ruhrgebietsschreiber Lucas Vogelsang

Doch zuvor macht Lucas Vogelsang den Auftakt am Dienstag, 1. Oktober. Im vergangenen Mai gab er mit dem Schauspieler Joachim Król anekdotische Geschichten von der gemeinsamen Spurensuche nach der ost-deutschen Identität preis. Jetzt verrät der Journalist, was er in seinem Jahr als offizieller Stadtschreiber des Ruhrgebiets ausgespäht hat: vergessene Stadtteile, bebende Plätze und ruhige Ufer zwischen Mülheim und Dortmund. „Bis die Tage, Herr Vogelsang“ startet in der Buchhandlung Hilberath und Lange, Düsseldorfer Straße 111 um 19.30 Uhr. Eintritt: 12 Euro.

Wem das hiesige Polit-Theater noch nicht den Magen versauert hat – Nachschlag gibt Brigitte Glaser. In „Rheinblick“ führt sie in Gestalt der Wirtin Hilde Kessel die Bonner ‘Szene’ aus Ministern und Kofferträgern vor, die sich bei ihr quasi die Bierdeckel in die Hand geben. Wie zum Schluss abgerechnet wurde, verrät die Lesung am Montag, 7. Oktober, um 19.30 Uhr in der Buchhandlung. Karte: 12 Euro.

Abenteuer – Schiffbruch – und dann noch Kannibalen

Mit dem wenig griffigen Titel „Finis Terrae“ – ein Roman oder besser fiktives Logbuch des griechischen Astronoms Pytheas – machte er erstmals von sich reden. Statt aber bleiernd im Verkaufsregal zu liegen, gewann das Werk 1995 die erste Auszeichnung beim Bachmann-Wettbewerb. Der Mischung aus Weltgeschichte und Roman ist Raoul Schrott als Autor und Literaturwissenschaftler treu geblieben. „Die Geschichte des Windes“ ist sein neustes Stück, es handelt von der abenteuerlichen Geschichte eines Weltumseglers, von Schiffbruch und Kannibalen. Am Dienstag, 8. Oktober, liest Schrott in der Buchhandlung. Beginn: 19.30 Uhr, Karten: 14 Euro.

Das schwere Thema „Abschied nehmen“ nimmt sich Autorin und WDR-Moderatorin Christine Westermann vor – doch muss das eigentlich schwer sein? „Manchmal ist es federleicht“, behauptet die charmante Erzählerin am Mittwoch, 23. Oktober, in der Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt an der Kloster Straße 55. Die Lesung ist leider schon ausverkauft.

Das literarische Quartett tagt im November

Auf „verwunschene Wege“ und geradewegs ins Hexbachtal führt der Mülheimer Wanderleiter Thorald vom Berg. Ob im Dümptener Königreich tatsächlich Hexen ihr Unwesen trieben, wie der Name verheißt? Jedenfalls führt die Spur im doppelten Sinne buchstäblich über Wiesen und Bäche. Deshalb also wetterfestes Schuhwerk und Kleidung mitbringen. Treffpunkt ist am Samstag, 19. Oktober, der Platz vor dem Café del Sol an der Oberheidstraße 11. Teilnahme: 6 Euro. Start ist um 12 Uhr.

Das literarische Quartett der Herbstblätter hat weniger Spiegel-Listen und Weltliteratur im Sinn. Ursula Hilberath und Brigitta Lange nehmen sich gemeinsam mit Kolleginnen lieber das vor, was oft und zu unrecht übersehen wird. Bewusst ganz subjektiv und höchst amüsant präsentieren sie ‘ihre’ Geheimtipps in der Buchhandlung an der Düsseldorfer Straße 111. Los geht’s am Dienstag, 12. November, um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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