Kultur

Mülheimer Ehepaar eröffnet ein neues Kulturhaus in Speldorf

Das „Kulturhaus Spieldorf" in Mülheim-Speldorf haben Mayra Capovilla und Patrick Strohm eröffnet.

Das „Kulturhaus Spieldorf" in Mülheim-Speldorf haben Mayra Capovilla und Patrick Strohm eröffnet.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Im „Spieldorf“ wird Theater gemacht. Mayra Capovilla und Patrick Strohm wollen dort Kurse, Aufführungen, Workshops, Feiern und mehr etablieren.

Man sieht es sofort: Mayra Capovilla und Patrick Strohm sprühen vor Energie und Lebenslust. Dass aus ihren Plänen tatsächlich auch etwas wird, traut man den beiden Theaterpädagogen ohne Zweifel zu. Sie wollen ein neues Kulturhaus in Speldorf schaffen. „Es soll ein Begegnungsort im Stadtteil werden und Raum für Theater, freies Spiel und kreatives Gestalten bieten“, erklären die zwei, miteinander verheirateten, Wahlmülheimer.

Der erste Schritt ist schon getan. Im Internet fanden die gebürtige Brasilianerin und der waschechte Bayer das perfekte Haus für ihr Projekt: die ehemalige neuapostolische Kirche an der Friedhofstraße 21. Sie mieteten das Gebäude an und bauten es ein wenig um. Der Altar musste raus, denn der frühere Altarraum wurde zu einer etwa 20 Quadratmeter großen schwarzen Bühne umgestaltet. Die Bühnentechnik ist eine Leihgabe des Consol Theaters in Gelsenkirchen, wo Mayra Capovilla derzeit unter Vertrag steht. Den Zuschauerbereich legten die zwei Theaterleute mit Parkett-Boden aus – so dass er auch für Workshops genutzt werden kann. Die Empore blieb erhalten, dort finden bei Aufführungen viele Zuschauer Platz.

Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Eröffnet wurde das Kulturhaus, das den Namen „Spieldorf“ trägt mit einer Karnevalsfeier für Kinder, momentan starten die ersten Kurse – eine Theatergruppe für Kinder und eine für Jugendliche (dienstags bzw. donnerstags). Geplant sind auch Impro-Theater (etwa für Oberstufenschüler), Samba-Stunden sowie ein „Erzähldorf“ für Erwachsene. „In diesem Kurs wollen wir gemeinsam Geschichten aus verschiedenen Ländern lesen, erzählen, hören und erfinden – und auch szenische Lesungen erarbeiten“, erklärt die Kulturhaus-Gründerin.

Fest stehen darüber hinaus drei Veranstaltungstermine, darunter ein Gastspiel der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, die humorvoll Erziehungsfragen aufwirft (21. März). Zudem gibt es Mitmachtheater für Kinder ab fünf Jahren (24. März). In „Herr Stinknich und unser wertvoller Müll“ spielt Patrick Strohm selbst die Hauptrolle. Der Freiberufler ist nämlich im Auftrag von Entsorgungsunternehmen oft als Umweltpädagoge in Kitas und Schulen unterwegs.

Weitere Projekte in Planung

Im April schließlich soll es im „Spieldorf“ den ersten Kindernachmittag geben (7. April, dann monatlich). Ein Ornithologe kommt vorbei und erzählt etwas über Vögel. Danach erarbeiten die Kinder eine Szene zum Thema und führen sie ihren Eltern vor. „Die Kleinen sollen über das Theatermachen das Theater verstehen lernen“, sagen Capovilla/Strohm, die selber drei Kinder haben.

An weiteren Ideen mangelt es dem tatkräftigen Ehepaar nicht. Spielpädagogische Vormittage für Grundschulklassen (und 5. und 6. Klassen) wollen sie veranstalten. „Ich möchte unbedingt die Generationen zusammenbringen, gemeinsame Projekte für Senioren und Kinder durchführen“, blickt Mayra Capovilla in die Zukunft. Man denke zudem darüber nach, mit welchen Angeboten man Studenten der HRW ansprechen könne.

Ganz alleine stemmen können die Schauspielerin und ihr Mann das Projekt Kulturhaus nicht. Deshalb suchen sie Partner, die das ehemalige Kirchlein mit bespielen. „Wir geben Künstlern die Möglichkeit, bei uns aufzutreten oder zu proben. Gruppen können sich hier treffen“, sagen sie. Das Haus kann aber auch gemietet werden – für private Feiern oder Kindergeburtstage (nach Absprache mit Programm). „Wir werden uns auch um Förderung bemühen oder versuchen, einen Verein zu gründen“, kündigt Patrick Strohm an. Einen Mitstreiter gibt es bereits. Das Bildungswerk „Eltern werden, Eltern sein“ nutzt einen großen Raum im Souterrain für seine Kurse und Veranstaltungen.

Bildungswerk für Eltern auch eingezogen

Das Bildungswerk „Eltern werden – Eltern sein“ hat schon öfter den Standort gewechselt. Jetzt verfügt es wieder über eine neue Adresse. „Die Räume bei den Ruhrkids im Studentenheim Bülowstraße sind uns wegen Eigenbedarfs leider gekündigt worden“, berichtet Leiter Reiner Krafft. Man sei aber wieder fündig geworden und ziehe unter das Dach des neuen Kulturhauses Spieldorf an der Friedhofstraße 21.

„Da passen wir mit unserem Familienbildungswerk und unseren Elternkursen prima rein. Der angemietete Raum ist großzügig bemessen und kann von uns wieder vollumfänglich, also auch für alle möglichen Veranstaltungen und Kurse an Abenden und am Wochenende, genutzt werden“, so Krafft. Nach Speldorf verlagert würden alle Kurse (viele Pekip-Kurse), die bisher bei den Ruhrkids stattfanden sowie der Offene Treff Elternstart NRW, der vom Familienzentrum Entdeckerland ins Kulturhaus umzieht (Tag und Zeit bleiben).

Das Büro von „Eltern werden – Eltern sein“ bleibt weiterhin im Blockhaus am Eingang zur Müga. Als weitere Standorte für Kurse und Co. gibt es den Europa-Pavillon in der Müga sowie einen Raum im Familienzentrum an der Kurfürstenstraße. Eine Übersicht über das Programm finden Interessierte unter www.ewes-ev.de. Als neue Kurse starten im März unter anderem eine Großeltern-Gesprächsrunde, ein Männer-Kreis oder eine Spielgruppe für Einjährige und Eltern.

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